Formel 1 Schumacher startet unter neuem Namen Von A. Schenk 9. April 2026 F1-News Formel 1 Mick Schumacher Ralf Schumacher WEC Nach zwei Jahren bei Haas in der Formel 1 und dem WEC: Mick Schumacher wechelt in die IndyCar-Serie. Mick Schumacher lässt sich nicht unterkriegen. Drei Rennen in der IndyCar-Serie und drei enttäuschende Ergebnisse, doch der 26-jährige Deutsche blickt lieber nach vorne als zurück. Schumacher startet in dieser Saison für Rahal Letterman Lanigan Racing im Auto mit seiner symbolträchtigen Nummer 47. Die Zahl ist eine Hommage an seinen Vater Michael und dessen sieben Weltmeistertitel. Der Wechsel aus der Formel 1 und der World Endurance Championship in die US-amerikanische IndyCar-Serie war eine bewusste Entscheidung, auch wenn sein Onkel Ralf Schumacher den Schritt als unnötig und zu gefährlich einstufte. Der Auftakt verlief holprig. In St. Petersburg war das Rennen nach einer unverschuldeten Kollision bereits in der ersten Runde beendet. Lies auch: Sündenregister in der Übersicht: Die 5 F1-Piloten mit den meisten Strafpunkten vor dem GP von Kanada Schumacher ist weit von Mutlosigkeit entfernt In Phoenix qualifizierte er sich überraschend als Vierter auf dem Oval, doch ein defekter Schlagschrauber beim ersten Boxenstopp ruinierte seine Strategie und er fiel bis auf den 18. Platz zurück. In Arlington, auf dem brandneuen Stadtkurs in der Metropolregion Dallas-Fort Worth, erhielt er früh im Rennen eine Strafe nach einer Kollision mit Christian Lundgaard und beendete das Rennen nach einem zweiten Zwischenfall mit Josef Newgarden als Letzter. Dennoch zeigt Schumacher in seinen Interviews keine Spur von Resignation. Im FOX-Podcast sprach er offen über seine Lernkurve. Vor allem das IndyCar-Chassis erfordert eine Umstellung. „Der Wechsel vom metrischen zum angloamerikanischen System ist für mich immer noch eine Herausforderung“, gibt er zu. „Die IndyCar-Boliden sind physisch fordernd und haben keine Servolenkung. In Sachen Leistungsgewicht und Abtrieb liegt das IndyCar unter einem Formel-1-Auto.“ Artikel geht unter dem Bild weiter. „Aber der Firestone-Reifen ist zum Beispiel einfacher zu managen.“ In Arlington zeigte bereits das erste Freie Training, wie anders die neue Welt ist. Schumacher beklagte sich über den Boxenfunk über heftige Bodenwellen auf dem Stadtkurs. Kommentator und Ex-Pilot Townsend Bell reagierte schlagfertig. „Willkommen in der IndyCar-Serie, Mick. Das hier ist nicht Monaco, Dschidda oder Singapur. So fahren wir hier.“ Bei seinem Oval-Test in Indianapolis Anfang des Jahres war die Umstellung noch größer. Kurven zu durchfahren, ohne zu bremsen, ist eine völlig neue Erfahrung für einen Piloten, der an Runden mit Bremspunkten vor jeder Kurve gewöhnt ist. „Am Anfang wusste ich nicht, auf welcher Seite der Strecke ich mich befand oder in welcher Kurve ich war“, erzählte Schumacher nach dem Test. „Aber je besser wir das Auto abgestimmt haben, desto natürlicher wurden die Abläufe.“ Sein Feingefühl für die Reifen aus der Formel 1 hat ihm unterdessen bereits einen amüsanten Spitznamen seiner IndyCar-Kollegen eingebracht. Sie nennen ihn Twinkletoes, weil er so behutsam mit den Pedalen umgeht. Schumacher kann darüber nur lächeln. „So lernt man es als Rennfahrer in Europa. Das bleibt hier mein Vorteil.“ „Ironischerweise heißt mein Teamkollege Graham Rahal Big Foot, weil er immer so hart in die Eisen tritt.“ Rahal ist einer der beiden Teamkollegen von Schumacher bei RLL, neben Louis Foster, der in der vergangenen Saison den Titel Rookie of the Year gewann. Das Team hat für 2026 auch intern massiv investiert, unter anderem mit Brian Barnhart als neuem operativen Direktor. Schumacher blickt bereits über die IndyCar-Serie hinaus. Auf die Frage, welche anderen Disziplinen ihn noch reizen würden, nannte er sofort Rallycross. „Durch das Race of Champions bin ich schon einmal ein Rallycross-Auto gefahren. Jetzt möchte ich so ein Fahrzeug mal in einem echten Renn-Umfeld bewegen.“ „Mattias Ekström hat mich damals mit seiner Fahrzeugbeherrschung tief beeindruckt.“ Über seine Kindheit und das schützende Umfeld, das seine Eltern schufen, sprach er mit sichtbarer Dankbarkeit. Bis zu seinem 15. Lebensjahr drangen keine Aufnahmen von ihm an die Öffentlichkeit. Auf der Kartbahn kannte jeder seinen Nachnamen, doch für die Außenwelt blieb er anonym. „Mein Vater hat mir das ermöglicht. Dafür hat er sehr viel Aufwand betrieben“, so Schumacher. 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