Formel 1

Oscar Piastri zieht hartes Fazit: „Problem nicht gelöst“

Oscar Piastri zieht hartes Fazit: „Problem nicht gelöst“
Oscar Piastri of the McLaren Formula 1 Team participates in Formula 1 Pre-Season Testing 1 on Testing Day 3 in Sakhir, Bahrain, on February 13, 2026. (Photo by Ahmad AlShehab/NurPhoto via Getty Images)

FIA-Regelanpassung für Miami: Probleme mit dem 2026er-Reglement bleiben ungelöst

Das ist das Fazit mehrerer Piloten nach dem Rennen in Florida. Oscar Piastri, der als Dritter ins Ziel kam, war in seiner Analyse deutlich: Es gibt zwar Verbesserungen, aber das grundlegende Problem bleibt bestehen.

Die Formel 1 führte in dieser Saison einen radikalen Wechsel hin zu einer Fifty-Fifty-Leistungsverteilung zwischen Verbrennungsmotor und elektrischem Antrieb ein.

Diese Entscheidung führte umgehend zu Problemen auf der Strecke. Autos, die Energie zurückgewinnen (Harvesting), sind plötzlich viel langsamer als Fahrzeuge unter Volllast, wodurch gefährliche Geschwindigkeitsunterschiede entstehen.

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In Miami griffen die ersten Änderungen

Genau dieses Problem führte beim Großen Preis von Japan zum schweren Crash von Oliver Bearman. Der Haas-Pilot musste dem langsamer werdenden Alpine von Franco Colapinto ausweichen und einschlug mit hoher Geschwindigkeit in die Mauer ein.

Vor Miami einigten sich die FIA, das Formel 1-Management, die Teams und die Motorenhersteller auf die Umsetzung einiger Anpassungen. Im Qualifying wurde die maximal zulässige Rekuperationskapazität von acht auf sieben Megajoule gesenkt.

Im Rennen wurde die maximale Leistung im Boost-Modus auf 150 Kilowatt begrenzt oder auf das aktuelle Leistungsniveau bei Aktivierung, falls dieses höher war. Der MGU-K-Einsatz wurde in bestimmten Streckenabschnitten auf 250 Kilowatt beschränkt, während er in den großen Beschleunigungszonen bei 350 Kilowatt blieb.

Piastri erlebte weiterhin ähnliche Situationen

Piastri räumte ein, dass die Änderung im Qualifying eine gewisse Wirkung gezeigt hat.

„Die Senkung des Harvesting-Limits im Qualifying hat ein wenig geholfen. Es löst das Problem nicht, aber es hilft in einem Punkt“, sagte er.

In Bezug auf die Rennen war er jedoch weniger enthusiastisch.

„Die Rennen sind eigentlich genau gleich geblieben.“

Er beschrieb seine eigenen Erfahrungen in Miami als Beispiel.

„An einem Punkt lag George Russell eine Sekunde hinter mir und schaffte es, mich am Ende der Geraden zu überholen.“

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„Es ist einfach ein bisschen willkürlich. Die Geschwindigkeitsunterschiede beim Auflaufen sind enorm, und als verteidigender Fahrer ist es unglaublich schwierig, das vorherzusehen.“

Piastri fand sich in Miami in vergleichbaren Situationen wieder.

„Ich war mit einem der Überholmanöver von George nicht glücklich, aber ich stellte fest, dass ich fünf Runden später fast dasselbe gemacht habe, einfach weil die Differenzgeschwindigkeit so groß ist.“

Sein Fazit ist dementsprechend nuanciert, aber klar.

„Es sind definitiv zukünftige Änderungen nötig. Wie schnell das gehen kann, ist die große Frage.“

Auch Antonelli erkennt Probleme

Rennsieger Kimi Antonelli erkannte die Problematik aus seiner eigenen Perspektive. Er kämpfte in der Anfangsphase des Rennens mit Charles Leclerc und erlebte, wie schwierig es ist, mit der aktiven Aerodynamik die Richtung zu wechseln.

„Die Annäherungsgeschwindigkeit in den Rennen ist gewaltig. Und man muss auch Vertrauen in den verteidigenden Fahrer haben, denn mit dieser aktiven Aero reagiert das Auto träge, wenn man die Richtung ändern will. Man muss vorausschauend fahren.“

Lando Norris fand die deutlichsten Worte. Er hält den Schritt in die richtige Richtung für zu klein und zieht ein weitreichendes Fazit.

„Man kann es nicht wirklich lösen. Man müsste die Batterie einfach rausschmeißen. Hoffentlich ist das in ein paar Jahren der Fall.“

Der amtierende Weltmeister erkannte damit an, dass die aktuelle technische Architektur den Sport strukturell in seinen Möglichkeiten einschränkt.

Der nächste Test für das angepasste Reglement folgt beim Großen Preis von Kanada in Montreal vom 23. bis 25. Mai.

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