Formel 1

Mercedes will 1.200 PS starken V8 in Formel-1-Boliden verbauen

Mercedes will 1.200 PS starken V8 in Formel-1-Boliden verbauen
Toto Wolff after the Formula 1 Chinese Grand Prix at Shanghai International Circuit in Shanghai, China on March 15, 2026. (Photo by Jakub Porzycki/NurPhoto)

Unter vielen Formel-1-Fans herrscht Nostalgie pur, wenn es um die kreischenden V8-Motoren geht.

Die Formule 1 nimmt Kurs auf eine Rückkehr des V8-Motors. FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem gab am Rande des Grand Prix von Miami bekannt, dass der Weltverband ernsthaft an Plänen für eine neue Antriebseinheit arbeitet, die kostengünstiger und leichter als die aktuellen Hybrid-Motoren sein soll.

Bei diesen neuen Aggregaten würde die Elektrifizierung eine deutlich geringere Rolle spielen als derzeit. Die angestrebte Einführung ist spätestens für 2031 geplant, doch bei ausreichender Unterstützung könnte dies bereits 2030 geschehen.

„Ich bin optimistisch. Sie wollen, dass es passiert“, sagte Mohammed Ben Sulayem.

„Aber angenommen, die Hersteller stimmen dem für 2030 nicht zu. Dann passiert es im Jahr darauf. 2031 ist es ohnehin beschlossene Sache.“

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Verbrennungsmotor wird am Anfang gewöhnungsbedürftig aussehen

Bemerkenswert ist, dass ausgerechnet Mercedes – eigentlich einer der stärksten Verfechter der aktuellen Hybrid-Philosophie – positiv auf die Pläne reagiert. Teamchef Toto Wolff ließ wissen, dass sein Team offen für ein neues Motorenreglement ist, solange die Batterie weiterhin eine Rolle spielt.

„Wir lieben V8-Motoren. Das weckt nur gute Erinnerungen und aus unserer Perspektive ist es ein reiner Mercedes-Motor.“

„Er dreht hoch und dann ist die Frage, wie wir genug Energie von der Batterieseite hinzufügen, um die Verbindung zur realen Welt nicht zu verlieren.“

Toto Wolff geht über die bloße Zustimmung hinaus. Er skizzierte ein ambitioniertes Szenario, in dem der neue Motor zum leistungsstärksten in der Geschichte des Sports werden könnte.

„Wenn wir zu einhundert Prozent auf den Verbrennungsmotor setzen, sehen wir 2030 oder 2031 vielleicht ein bisschen lächerlich aus.“

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„Wir müssen das berücksichtigen und daraus einen Megamotor machen.“

„Vielleicht können wir 800 PS aus dem Verbrennungsmotor holen und darauf 400 PS oder mehr an elektrischer Leistung packen.“

„Wir sind absolut dafür, solange diese Diskussionen strukturiert ablaufen und jeder ernst genommen wird.“

Auch Red Bull steht den Plänen positiv gegenüber. Das ist bemerkenswert, da das Team bereits hunderte Millionen in den Aufbau von Red Bull Ford Powertrains für die aktuelle Generation des Reglements investiert hat. Teamchef Laurent Mekies sah die Sache jedoch gelassen.

„Als Red Bull Ford Powertrains sind wir recht offen dafür. Wir mussten bei Null anfangen und ich denke, der Ausgangspunkt ist vernünftig.“

„wir freuen uns auf eine neue Herausforderung in der Zukunft. Wir sind wahrscheinlich etwas flexibler und unabhängiger.“

Ferrari-Teamchef Fred Vasseur wies auf die finanzielle Seite als entscheidendes Argument hin.

„Von Anfang an hatten wir einen Parameter im Sinn: die Senkung des wahnsinnigen Motorenbudgets.“

„Das gilt für die Hersteller, aber auch für die Kundenteams und letztendlich für die Formule 1 als Ganzes.“

Diese Kostenreduzierung ist auch für F1-CEO Stefano Domenicali ein Kernpunkt. Er ließ bereits zuvor durchblicken, dass günstigere Antriebseinheiten für die nächste Generation des Reglements essenziell sind.

Die aktuellen Hybrideinheiten kosten in Bau und Wartung zweistellige Millionenbeträge pro Stück, was die Einstiegshürde für neue Hersteller enorm hoch macht. Das kommende Reglement für 2026 sieht eine Leistungsverteilung von fast 50:50 zwischen Verbrennungsmotor und Elektromotor vor.

Eine Rückkehr zum V8 mit begrenzter Elektrifizierung würde eine radikale Kursänderung bedeuten, doch die breite Unterstützung im Fahrerlager deutet darauf hin, dass der Sport bereit für diesen Schritt ist. Die Frage ist nicht mehr, ob der V8 zurückkehrt, sondern wann und in welcher Form.

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