Formel 1

„Mercedes-Motortrick nach FIA-Regelanpassung nun wohl doch illegal“

„Mercedes-Motortrick nach FIA-Regelanpassung nun wohl doch illegal“
ABU DHABI, UNITED ARAB EMIRATES - NOVEMBER 23: Mercedes GP Executive Director Toto Wolff looks on at the Mercedes GP Team Photo during previews ahead of the F1 Grand Prix of Abu Dhabi at Yas Marina Circuit on November 23, 2023 in Abu Dhabi, United Arab Emirates. (Photo by Clive Rose/Getty Images)

Lange Zeit schien Mercedes durch einen Trick bei der Motorkompression im Vorteil bei den neuen Power Units zu sein.

Wie die italienischen Medien Autosprint.it und Autoracer.it berichten, arbeitet die FIA nun doch an einer Reglementänderung. Demnach stehe eine Abstimmung bevor, und Gerüchten zufolge soll sich inzwischen auch Red Bull für eine Anpassung stark machen, was schlechte Nachrichten für Mercedes bedeuten würde.

Laut den italienischen Medienberichten hat sich die FIA dazu entschieden, in den Streit um das Verdichtungsverhältnis der Mercedes-Power-Unit einzugreifen.

Im Gespräch ist eine neue Messmethode, der vier der fünf Motorenhersteller zustimmen müssen. Dieses Verfahren könnte Mercedes vor massive Probleme stellen, da das Team damit einen scheinbar großen Vorteil verlieren würde.

In der kommenden Saison ist ein Verdichtungsverhältnis von 16:1 vorgeschrieben. Durch einen Kniff von Mercedes soll die M17-Antriebseinheit im Betrieb jedoch einen Wert von 18:1 erreichen.

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Votum von Red Bull gibt den Ausschlag

Bisher erfolgt die Messung nur im Stillstand bei Umgebungstemperatur. In diesem Zustand liegt das Verdichtungsverhältnis vorschriftsmäßig bei 16:1, was bei der Konkurrenz für Frust sorgt.

Ferrari, Audi und Honda lehnen diesen Trick entschieden ab, während Red Bull Ford in einem Dilemma zu stecken scheint. Das Team soll den Kniff dem Vernehmen nach selbst angewandt haben, allerdings ohne daraus einen annähernd so großen Vorteil zu ziehen wie Mercedes.

Autosprint berichtet nun, dass die FIA an der Einführung einer neuen Messmethode arbeitet, was gravierende Folgen für Mercedes haben könnte.

„Diese Diskussion ist noch nicht abgeschlossen“, schreibt Autosprint.

„Während eines Treffens, das heute mit den Teams und der Formel 1 stattfand, stimmte die FIA einer Anpassung der Kontrollmethoden zu.“

„Die neue Methode soll bereits ab dem GP von Australien greifen: Die Komponenten des V6 werden nach dem Erhitzen, aber in statischem Zustand, vermessen.“

„Nach dem Treffen und den Gesprächen zwischen den Mitgliedern des PUAC scheint die Führung auf eine Änderung des aktuellen Reglements hinzusteuern.“

„Diese Änderung könnte verschiedene Optionen beinhalten, darunter die Anpassung der Kontrollsysteme sowie die Einführung einer Messung im betriebswarmem Zustand“, so das Medium weiter.

Die Abstimmung steht zwar noch aus, laut Autosprint ist jedoch keine Einstimmigkeit erforderlich. Dem Vernehmen nach ist Mercedes der einzige Gegner. Ferrari befürwortet die Neuregelung und weiß Audi sowie Honda hinter sich.

Autoracer berichtet, dass nun auch Red Bull hinter dem Protestbrief stehen soll. Dies schien zunächst nicht der Fall zu sein. Red Bull Racing hält damit die entscheidende Stimme in der Hand. Sollte der österreichische Rennstall gegen den Protest stimmen, könnte das die Rettung für Mercedes sein.

In der vergangenen Woche wehrte sich Mercedes-Teamchef Toto Wolff noch gegen die Vorwürfe und erklärte, die anderen Teams müssten ihren eigenen Kram auf die Reihe bekommen. Dennoch könnte es nun dazu kommen, dass die FIA eingreift. Sollte der Verband tatsächlich durchgreifen, hätte dies auch Folgen für die Kundenteams.

Für McLaren, Williams und Alpine bleibt zu hoffen, dass dieser Protest nicht von Erfolg gekrönt ist, da dies erheblich an Speed kosten könnte. Das Votum von Red Bull wird den Ausschlag geben, und es deutet vieles darauf hin, dass diese Stimme zu Lasten des Mercedes-Tricks ausfällt.

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