Formel 1

Kimi Antonelli unterbricht Pressekonferenz in Miami: „Du bist immer noch da…“

Kimi Antonelli unterbricht Pressekonferenz in Miami: „Du bist immer noch da…“
Kimi Antonelli attends a press conference ahead of the Formula 1 Crypto.com Miami Grand Prix at Miami International Autodrome in Miami Gardens, Florida, United States, on April 30, 2026. (Photo by Stephanie Tacy/NurPhoto)

Verstappen-Abstand in der WM riesig: Antonelli beeindruckt mit fast schon gewohnter holländischer Gelassenheit

Kimi Antonelli reiste als WM-Spitzenreiter nach Miami, ließ sich den Druck aber zu keinem Zeitpunkt anmerken. Während der Pressekonferenz am Donnerstag vor dem Grand Prix drehte der 19-jährige Italiener den Spieß kurzerhand um und stellte seine eigene Frage, bevor er selbst antworten musste.

Als der britische F1-Journalist Tom Clarkson das Wort ergriff, unterbrach ihn Antonelli sofort.

„Nun, zuerst habe ich eine Frage an dich“, so der Mercedes-Pilot.

An der Seite von Carlos Sainz und Isack Hadjar übernahm er kurzzeitig die Regie. Thema war weder der Titelkampf noch die Dominanz von Mercedes oder das Sprintformat in Miami. Antonelli wollte wissen, wie es Clarkson beim London-Marathon in der Vorwoche ergangen war.

„Ich habe gehört, dass du den London-Marathon gelaufen bist. Wie lief es?“, fragte Antonelli.

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Antonelli bleibt locker trotz starker Ausgangslage

„Ich bin noch unter euch“, reagierte Clarkson trocken.

Der Mercedes-Fahrer lächelte und legte nach.

„Du bist noch da, das ist also schon mal positiv.“

Kurz darauf stellte der italienische Mercedes-Pilot die wohl konkretste Frage der gesamten Pressekonferenz.

„Bist du unter zwei Stunden geblieben?“

„Nein, nicht unter zwei Stunden. Großartig, dass es zwei gab, die das geschafft haben. Für mich war es eine tolle Erfahrung.“

Antonelli ließ nicht locker und setzte das Frage-Antwort-Spiel munter fort.

„Welche Schuhe hast du getragen?“, wollte der WM-Führende von Clarkson wissen.

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Clarkson antwortete und konnte seine Amüsiertheit kaum verbergen.

„Schuhe? Vielleicht reden wir da später drüber.“

Die Anspielung hatte durchaus einen ernsten Hintergrund. Clarkson bestritt den London-Marathon gemeinsam mit dem viermaligen Weltmeister Sebastian Vettel für zwei Wohltätigkeitszwecke, die eng mit der Formel-1-Welt verbunden sind.

Den Grand Prix Trust, der F1-Mitarbeiter in Not unterstützt, und die Brain & Spine Foundation, die vom ehemaligen F1-Arzt Sid Watkins für Menschen mit neurologischen Erkrankungen mitbegründet wurde.

Das Duo hatte sich zum Ziel gesetzt, 5.000 Pfund zu sammeln, verbuchte am Ende jedoch mehr als 8.800 Pfund. Dass Antonelli genau dieses Thema aufgriff, verdeutlicht, wie entspannt er mit seiner Tabellenführung umgeht. Mercedes hat die ersten drei Rennen gewonnen, inklusive des Sprintrennens in China.

Antonelli siegte in China sowie Japan und liegt neun Punkte vor seinem Teamkollegen George Russell. Dennoch entschied er sich, eine Pressekonferenz in Miami mit einer Frage über Laufschuhe zu eröffnen.

Dabei war der Italiener keineswegs unvorbereitet nach Miami gekommen. Während der langen Pause nach Japan hielt er sich mit GT3-Einsätzen, Kartfahren, einem Pirelli-Reifentest und Simulatorarbeit fit. Gleichzeitig dämpfte er die Erwartungen.

„Der Vorsprung könnte in Miami schrumpfen, da viele Teams große Updates mitbringen“, so Antonelli.

Ferrari bestätigte neue Aerodynamik- und Software-Anpassungen. McLaren kündigte sein erstes großes Upgrade-Paket an. Und auch Red Bull erwartet, einen Schritt nach vorne machen zu können.

Antonelli gab an, weiterhin von Rennen zu Rennen zu denken, und verwies auf die Besonderheit des Miami-Wochenendes, das als erstes Sprint-Wochenende 2026 lediglich 90 Minuten Freies Training bietet.

Dies verschafft Teams mit einem guten Basis-Set-up einen Vorteil – eine Position, die Mercedes zu verteidigen hofft. Ob dies Mercedes und Antonelli gelingen wird, müssen die nächsten Tage zeigen.

Der Ton wurde von Antonelli in Miami jedoch bereits gesetzt: Entspannt, selbstbewusst und mit Raum für ein lockeres Intermezzo über Marathonschuhe. Diese Gelassenheit sagt am Ende vielleicht mehr aus, als es jede sportliche Standard-Antwort hätte tun können.

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