Formel 1

„Ich verstehe, warum Michael Schumacher Rubens Barrichello so viele Jahre an seiner Seite haben wollte“

„Ich verstehe, warum Michael Schumacher Rubens Barrichello so viele Jahre an seiner Seite haben wollte“
SAO PAULO, BRAZIL - NOVEMBER 09: Rubens Barrichello looks on prior to the F1 Grand Prix of Brazil at Autodromo Jose Carlos Pace on November 09, 2025 in Sao Paulo, Brazil. (Photo by Anni Graf - Formula 1/Formula 1 via Getty Images)

Rubens Barrichello als wertvollster Teamkollege aller Zeiten gehandelt

Jenson Button bezeichnet den ehemaligen Ferrari– und Honda-Piloten Rubens Barrichello als den technisch versiertesten Teamkollegen, den er je hatte. Im Podcast F1 Beyond The Grid sprach der Weltmeister von 2009 ausführlich über die Qualitäten des Brasilianers.

Laut Jenson Button verfügte Barrichello über die außergewöhnliche Fähigkeit, ein Auto zu analysieren und diese Informationen anschließend in wertvolles Feedback für die Ingenieure umzumünzen.

„Ich wurde schon oft gefragt, wen ich für den besten Fahrer hielt.“

„Wenn es um die technische Arbeit mit dem Team geht? Ohne Zweifel Rubens“, erklärte Button.

„In der Zusammenarbeit mit dem Team bei der Entwicklung des Autos, im Verständnis dafür, was das Auto auf der Strecke machte, und bei der Rückmeldung dieser Informationen.“

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Barrichello konnte Autos außergewöhnlich gut analysieren

„Aber auch einfach zu wissen, was man mit dem Auto machen muss, und das nicht nur dem Ingenieur zu überlassen.“

„Das war es, womit er wirklich beeindruckt hat. Und ich verstehe jetzt auch, warum Michael ihn so lange als Teamkollegen haben wollte.“

Barrichello kam Ende 2005 zu Honda, nachdem er sechs Saisons an der Seite von Michael Schumacher für Ferrari gefahren war. In dieser Zeit war er Teil eines der erfolgreichsten Teams der Formel-1-Geschichte.

Ferrari gewann zwischen 2000 und 2004 fünf Konstrukteurstitel in Folge, und Schumacher sicherte sich im gleichen Zeitraum fünf aufeinanderfolgende Weltmeisterschaften. Diese Erfahrung war laut Button für Honda von unschätzbarem Wert.

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Das japanische Team befand sich damals in einer schwierigen Phase und versuchte, den Anschluss an die Spitze des Feldes zu finden. Barrichello brachte nicht nur das Wissen eines Champion-Teams mit, sondern auch ein tiefes Verständnis für Fahrzeugentwicklung und Set-up.

„Ich hatte das Glück, davon zu profitieren, als wir gemeinsam mit den Rennen begannen. Man konnte die Fähigkeiten sehen, die er besaß – Fähigkeiten, von denen ich nicht einmal wusste, dass sie existierten.“

Button stellte dabei klar, dass es nicht allein um den Speed auf der Strecke ging. Gerade die Art und Weise, wie Barrichello technische Probleme identifizieren und erklären konnte, beeindruckte seine Teamkollegen und Ingenieure.

In der modernen Formel 1 spielt diese Rolle eine entscheidende Rolle, da Fahrer ständig mit hunderten Mitarbeitern zusammenarbeiten, die für die Entwicklung des Autos verantwortlich sind.

Auf die Frage, ob Barrichello auch eine besondere Siegermentalität besaß, blieb Button differenziert.

„Ich würde es nicht exakt eine Siegermentalität nennen. Wir wollten alle gewinnen. Jeder hat sein Bestes gegeben.“

„Das waren keine Amateurteams im Vergleich zu Ferrari, sondern hunderte Menschen mit enorm viel Erfahrung in diesem Sport.“

„Diese Mentalität zu gewinnen war immer da. Wir hatten nur nicht immer das passende Paket dafür.“

Laut Button lag Barrichellos größte Stärke vor allem in der Glaubwürdigkeit seiner Analysen. Bei Honda wurde sein Feedback aufgrund seiner jahrelangen Erfahrung bei Ferrari besonders ernst genommen.

„Sie hörten Rubens genau zu, weil er von Ferrari gekommen war und an der Seite von Michael gearbeitet hatte. Das verleiht seinen Worten Gewicht.“

Button und Barrichello fuhren zwischen 2006 und 2009 gemeinsam für Honda und später für Brawn GP. Ihre letzte gemeinsame Saison wurde historisch. Brawn GP überraschte die Formel-1-Welt, indem das Team sowohl die Fahrer- als auch die Konstrukteursmeisterschaft gewann.

Button sicherte sich den Weltmeistertitel, während Barrichello die Meisterschaft als Zweiter abschloss. Es blieb die beste Platzierung in der Karriere des Brasilianers. Mit seinen jüngsten Aussagen unterstreicht Button noch einmal, wie viel Einfluss Barrichello hinter den Kulissen hatte.

Obwohl der Brasilianer oft als loyaler Teamkollege von Schumacher in Erinnerung blieb, verdeutlicht Buttons Schilderung, dass sein technisches Know-how mindestens so beeindruckend war wie seine Leistungen auf der Rennstrecke.

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