Formel 1 Hamilton erteilt Ferrari-Simulator eine Absage: „Schickt mich jedes Mal in die falsche Richtung“ Screenshot Von A. Schenk 12. Mai 2026 F1-News Ferrari Formel 1 Lewis Hamilton Lewis Hamilton plant ungewöhnliche Vorbereitung auf den Kanada-GP Der siebenmalige Weltmeister hat beschlossen, den Ferrari-Simulator in Maranello vorerst links liegen zu lassen. Nach seinem enttäuschenden Wochenende in Miami kam der 41-jährige Brite zu dem Schluss, dass ihn die virtuelle Vorbereitung eher auf die falsche Fährte führt als ihm hilft. Lewis Hamilton war gut vorbereitet nach Miami gereist. Er hatte die Wochen zwischen Japan und dem US-Rennen für ausgiebige Simulatorarbeit in Maranello genutzt. Das Ziel war es, ein solides Basis-Setup für ein Sprint-Wochenende zu finden, bei dem das freie Training nur eine Stunde dauert und der Spielraum für die Feinabstimmung minimal ist. Lies auch: Milliarden-Offerte: Investoren bieten 3 Milliarden Dollar für dieses F1-Team Praxis verlief ganz anders als die Simulation Das Gegenteil war der Fall. Der SF-26 reagierte in Miami anders, als es das virtuelle Modell suggeriert hatte. Das Auto war beim Einlenken zu träge und wies im Kurvenmittelpunkt zu viel Untersteuern auf. „Ehrlich gesagt glaube ich, dass der Simulator mich wirklich in die falsche Richtung führt, also werde ich ihn vorerst abschalten und es ohne versuchen“, sagte Hamilton nach dem Qualifying. In einer späteren Erläuterung legte er das Kernproblem offen. „Jedes Mal simulierst du die Strecke, bereitest dich vor, fährst und stimmst das Auto auf eine bestimmte Weise ab. Dann kommst du an die Rennstrecke und dieses Setup funktioniert nicht.“ Artikel geht weiter unter dem Bild. Dass Hamilton dies so explizit benennt, ist bemerkenswert. Der Simulator ist in der heutigen Formel 1 zu einem unverzichtbaren Instrument geworden, da physische Tests durch das Reglement immer weiter eingeschränkt werden. Teams und Fahrer bauen große Teile ihrer Rennvorbereitung auf der Arbeit auf, die in der virtuellen Umgebung geleistet wird. Wenn ein Fahrer dieses Vertrauen verliert, hat das Auswirkungen, die über ein einzelnes Wochenende hinausgehen. Hamilton selbst zog einen vielsagenden Vergleich. Sein stärkstes Wochenende der Saison war das in China. Dieses Rennen hatte er ohne ernsthafte Simulator-Vorbereitung bestritten, schlichtweg weil die kurze Zeit zwischen dem Großen Preis von Australien und China eine Rückkehr nach Maranello nicht zuließ. Das Ergebnis war besser als an jenen Wochenenden, an denen intensiv simuliert wurde. Für Kanada will er dieses Muster wiederholen. „Ich werde den Simulator für das nächste Rennen nicht nutzen. Ich werde weiterhin zu den Technik-Meetings in der Fabrik gehen, aber ich werde mich für eine Weile vom Simulator fernhalten und sehen, wie es läuft.“ Der Kontext in Miami war ebenfalls nicht ideal. Bereits in der ersten Runde geriet Hamilton in eine Kollision mit Franco Colapinto von Alpine, was seinen SF-26 beschädigte und ihn im weiteren Rennverlauf behinderte. Doch Hamilton betont selbst, dass das Problem tiefer liegt als dieser Vorfall. Technisches und psychologisches Problem zugleich Es geht um die Art und Weise, wie er seine Wochenenden vorbereitet, und um die Diskrepanz, die er zum Ansatz seines Teamkollegen Charles Leclerc empfindet, der mit demselben Auto konsistent bessere Ergebnisse erzielt. Für Ferrari ist das ein sensibles Signal. Wenn einer der erfahrensten Fahrer im Grid angibt, dass ihm das zentrale Vorbereitungstool nicht hilft, dann ist das ein technisches und psychologisches Problem zugleich. Es geht nicht nur um den Simulator, sondern auch um das Vertrauen, das nötig ist, um ein Auto ans Limit zu bringen. Ob der Reset für Kanada Früchte trägt, hängt nun davon ab, was die Strecke in Montreal Hamilton bieten kann, was Maranello ihm verwehrt hat: verlässliches Feedback direkt vom Asphalt. Lies auch: Hiobsbotschaft für Red Bull und Max Verstappen Lies auch: Nach Belgien-GP: Zwei F1-Piloten fliegen gemeinsam mit Fans in easyJet-Maschine zurück Teile den Artikel Wo möchten Sie teilen? Facebook LinkedIn Email Link kopieren Neueste Nachrichten Mehr Nachrichten lesen Formel 1 Milliarden-Offerte: Investoren bieten 3 Milliarden Dollar für dieses F1-Team Formel 1 Hiobsbotschaft für Red Bull und Max Verstappen Formel 1 Nach Belgien-GP: Zwei F1-Piloten fliegen gemeinsam mit Fans in easyJet-Maschine zurück Formel 1 Red Bull findet Nachfolger für GianPiero Lambiase Formel 1 Rucking: Warum das Training mit Zusatzgewicht Körper und Geist stärker fordert als klassisches Gehen Formel 1 Nervöser Max Verstappen: „Die schießen mich ab, wenn ich so weitermache“
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