Formel 1

Große Erleichterung bei Red Bull Racing: Probleme offenbar gelöst!

Große Erleichterung bei Red Bull Racing: Probleme offenbar gelöst!
MELBOURNE, AUSTRALIA - MARCH 05: Max Verstappen of the Netherlands and Oracle Red Bull Racing and Isack Hadjar of France and Oracle Red Bull Racing talk in the Paddock during previews ahead of the F1 Grand Prix of Australia at Albert Park Grand Prix Circuit on March 05, 2026 in Melbourne, Australia. (Photo by Mark Thompson/Getty Images)

Begehrt und doch gefürchtet: Das Cockpit neben Max Verstappen bei Red Bull Racing.

Red Bull hat jahrelang nach einem zweiten Fahrer gesucht, der sich an der Seite von Max Verstappen behaupten kann. Mit Isack Hadjar scheint das Team endlich den richtigen Mann gefunden zu haben – und das in einer Saison, in der das Auto selbst das größte Sorgenkind ist.

Die Statistiken sprechen eine deutliche Sprache. Hadjar qualifizierte sich bei seinem Red Bull-Debüt in Melbourne als Dritter – eine Leistung, die im Paddock sofort für Aufsehen sorgte.

In Japan stand er im Qualifying sogar vor Verstappen und zog in Q3 ein, während sein Teamkollege, der viermalige Weltmeister, in Q2 ausgerechnet von Debütant Arvid Lindblad eliminiert wurde.

In China schlug Hadjar Verstappen auch im Rennen und sicherte sich den achten Platz, nachdem der Niederländer mit einem ERS-Problem ausgeschieden war.

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RB22 ist alles andere als ein Meisterwerk

Nach drei Rennen hat Hadjar vier Punkte auf dem Konto, während Verstappen bei zwölf Zählern steht. Doch die Art und Weise, wie der Franzose agiert, hat bei Red Bull mehr Eindruck hinterlassen, als es der Punktestand vermuten lässt.

Das ist bemerkenswert, denn der RB22 ist alles andere als ein Meisterwerk. Isack Hadjar selbst ließ daran keinen Zweifel.

„Letztes Jahr war das Auto schwierig zu fahren, aber schnell. Unser diesjähriges Auto ist schwierig zu fahren und langsam“, so der 21-jährige Franzose in Japan.

Noch beunruhigender war seine Antwort auf die Frage, ob das Team wisse, in welche Richtung die Entwicklung gehen müsse.

„Nein, momentan nicht. Was wir an diesem Wochenende sehen, ergibt keinen Sinn.“

Der RB22 pendelt zwischen Untersteuern und Übersteuern hin und her – eine Charakteristik, die die Fahrer komplett im Dunkeln tappen lässt.

„Session für Session muss man immer raten, was man bekommt. Das ist nicht angenehm“, erklärt Hadjar.

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Dennoch schafft er es, das Maximum herauszuholen. James Hinchcliffe äußerte sich im F1 Nation-Podcast enthusiastisch über Hadjars Leistungen und stellte fest, dass Red Bull endlich vom Fluch des zweiten Autos geheilt sei.

„Sie haben den Zweitwagen-Blues nicht mehr. Hadjar macht einen unglaublichen Job. Sie haben zwar einen Blues an beiden Autos, aber zumindest liegen sie dicht beieinander.“

„Wenn das Auto nicht gut performt, sieht Hadjar genauso gut aus wie Max.“

„Das ist großartig für das Team. Sie haben den richtigen Mann in dieses zweite Auto gesetzt“, so Hinchcliffe.

Der Vergleich mit Hadjars Vorgängern ist aufschlussreich. Pierre Gasly, Alex Albon, Sergio Perez, Liam Lawson und Yuki Tsunoda bekamen alle ihre Chance neben Verstappen und scheiterten alle auf unterschiedliche Weise.

Perez musste im vergangenen Jahr für Lawson Platz machen, der nach nur zwei Rennen bereits wieder zu Racing Bulls zurückversetzt wurde. Tsunoda schlug sich etwas besser, holte aber nur 30 Punkte, bevor er für Hadjar Platz machen musste. Lediglich Daniel Ricciardo gelang es jemals, Verstappen wirklich unter Druck zu setzen.

Innerhalb von Red Bull sind die Stimmen über Hadjar durchweg positiv. Die Führungsebene lobt seinen puren Speed, seine direkte Art in der Garage und seine Motivation.

Teamchef Laurent Mekies ist beeindruckt, wie schnell sich Hadjar in das Team integriert hat – etwas, womit Lawson 2025 zu kämpfen hatte. Dass Hadjar bereits 2024 sechzehnmal den Einzug in Q3 mit Racing Bulls bei 24 Rennen schaffte, gab bereits einen Vorgeschmack auf seine Qualifikations-Qualitäten.

Jolyon Palmer sieht in Hadjars starkem Start auch eine Chance für das gesamte Team, da Verstappen offen an seiner Zukunft zweifelt.

„Er fährt wirklich gut. Ich bin beeindruckt, wie er angefangen hat.“

„Und dann schaut man auf die andere Seite der Garage und sieht den Hauptkandidaten, dem das alles nicht gefällt.“

„Das ist eine Chance für Hadjar zu sagen: Schaut her, ich bin gut, ich bin hier.“

„Unterstützt mich, wenn ihr wollt, und versucht, diesen Enthusiasmus am Leben zu erhalten“, so Palmer.

Verstappen hat seinen Unmut über das Reglement für 2026 mittlerweile deutlich zum Ausdruck gebracht und gegenüber BBC Sport erklärt, dass er ein Karriereende nach dieser Saison in Betracht zieht.

Das bringt Hadjar in eine ungewohnte Position, aber er scheint sich davon nicht beeinflussen zu lassen. In Japan blieb er trotz der Frustration über das Auto positiv.

„P7 war mein Ziel, aber das war bereits unrealistisch. Wir waren nah dran“, so der Franzose, der auch erklärte, wie er mit der Unberechenbarkeit des RB22 umgeht.

„In meiner ersten Runde dachte ich, ich würde crashen. Das Auto rutschte überall weg.“

„Wir mussten einfach mit dem arbeiten, was wir hatten, und es über die Session hinweg verbessern, und das haben wir gut gemacht.“

Was sein Debütjahr bei Red Bull noch interessanter macht, ist Hadjars eigener Hintergrund. Geboren am 28. September 2004 in Parijs als Kind einer algerischen Familie, begann er im Alter von sieben Jahren mit dem Kartsport.

Er durchlief eine beeindruckende Junioren-Karriere über die Formel 4 und Formel 3 und beendete die Formel 2-Saison 2024 als Vizemeister hinter Gabriel Bortoleto. In jenem Jahr sicherte er sich sechzehnmal einen Startplatz in Q3 und bewies damit, dass das Qualifying eine seiner großen Stärken ist.

Die kommenden Monate werden sowohl für Hadjar als auch für Red Bull entscheidend sein. Wenn es dem Team gelingt, den RB22 mit den Updates für Miami konkurrenzfähiger zu machen, wird erst richtig sichtbar werden, wozu der Franzose fähig ist.

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