Formel 1

Ferrari in der Kritik: Bruch einer goldenen Regel für Lewis Hamilton und Charles Leclerc?

Ferrari in der Kritik: Bruch einer goldenen Regel für Lewis Hamilton und Charles Leclerc?

Kritik an Ferrari: Zweifel am Timing der Updates beim Miami-GP

Laut dem ehemaligen IndyCar-Piloten und F1 Nation-Analysten James Hinchcliffe hat der italienische Rennstall eine goldene Ingenieursregel missachtet, indem zu viele Änderungen gleichzeitig am SF-26 vorgenommen wurden.

Die Scuderia reiste mit stolzen elf neuen Komponenten nach Miami an. Ferrari hegte die Hoffnung, damit den Rückstand auf die Konkurrenten Mercedes und McLaren schneller zu verkürzen. Laut Hinchcliffe war dies jedoch kein kluger Ansatz während eines Sprint-Wochenendes.

An einem solchen Wochenende steht den Teams nämlich nur ein freies Training zur Verfügung, bevor die ersten Sessions mit Wettbewerbscharakter beginnen. Dadurch bleibt kaum Zeit, neue Teile ausgiebig zu testen und zu verstehen. Hinchcliffe ist der Meinung, dass sich Ferrari damit selbst in eine schwierige Lage manövriert hat.

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Eine einzige Änderung kann das gesamte Auto beeinflussen

„Die oberste Regel im Ingenieurswesen lautet: Ändere immer nur eine Sache zur Zeit, damit du isolieren kannst, was besser und was schlechter funktioniert,“ erklärte er.

Laut Hinchcliffe wurde es dadurch fast unmöglich, präzise zu bestimmen, welche Teile einen Zeitgewinn brachten und welche im Gegenteil für Probleme sorgten.

Hinchcliffe wies darauf hin, dass alle Komponenten eines Formel 1-Autos eng miteinander interagieren. Eine Änderung am Unterboden, der Aufhängung oder der Aerodynamik beeinflusst zwangsläufig auch andere Bereiche des Wagens.

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„Man verbaut elf oder zwölf verschiedene Komponenten, und das macht die Arbeit für die Ingenieure enorm schwierig.“

Auch für die Fahrer war es seiner Meinung nach kompliziert, ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Änderungen positiv einschlugen. Dennoch zollte Hinchcliffe Ferrari für das Rennen selbst Respekt. Trotz der Probleme glaubt er, dass das Team versucht hat, das Punktmaximum herauszuholen.

„Ob sie über das gesamte Wochenende das Maximum aus dem Auto herausgeholt haben, weiß ich nicht. Vielleicht ja, vielleicht nein.“

Dabei bezog er sich vor allem auf die starke Race-Pace, die Ferrari über weite Strecken zeigte. Der Ansatz von Ferrari stand laut Hinchcliffe in krassem Gegensatz zu dem von McLaren, wo man sich für eine deutlich ruhigere und kontrolliertere Einführung neuer Teile entschied.

McLaren nutzte die fünf Wochen zwischen den Grands Prix von Japan und Miami, um die Upgrades Schritt für Schritt zu entwickeln. Laut Hinchcliffe war dies eine clevere Strategie von Teamchef Andrea Stella.

„Es ist einer dieser schachzugartigen Momente, die man sich als Meisterleistung von Andrea Stella vorstellen kann.“

Seiner Meinung nach verschaffte sich McLaren so mehr Zeit, um die Teile weiter zu verfeinern, bevor sie tatsächlich am Auto zum Einsatz kamen. Zudem sorgte dieser Ansatz dafür, dass die Ingenieure besser verstehen konnten, welche Upgrades wirklich einen Effekt erzielen. Das macht es einfacher, das Auto im weiteren Saisonverlauf gezielt zu verbessern.

Ferrari erlebt unterdessen eine schwierige Saison, in der der Speed zwar regelmäßig vorhanden scheint, die Ergebnisse jedoch oft enttäuschen. In drei der ersten vier Rennen stand das Team noch auf dem Podium, doch wichtige Punkte gingen mehrfach verloren.

Lewis Hamilton erlebte in Miami beispielsweise ein schwieriges Rennen nach einer Berührung mit Franco Colapinto von Alpine in der Eröffnungsrunde. Aufgrund einer beschädigten Aerodynamik verlor er für den Rest des Wettbewerbs massiv an Geschwindigkeit.

Auch Charles Leclerc sah ein starkes Ergebnis in der Schlussphase des Rennens entgleiten. Der Monegasse lag lange Zeit auf dem dritten Platz, verlor aber bei einem Verteidigungsmanöver gegen Oscar Piastri die Kontrolle.

Leclerc drehte sich in der vorletzten Runde und war danach in einen Zwischenfall verwickelt, der ihn letztlich auf den achten Platz zurückwarf. Durch eine Zeitstrafe verlor Ferrari dadurch erneut viele kostbare Zähler.

Grand Prix von Kanada könnte richtungsweisend werden

Für Ferrari geht es in den kommenden Rennen nun vor allem darum, Klarheit über die neuen Komponenten zu gewinnen. Das Team muss besser verstehen, welche Upgrades tatsächlich funktionieren und welche kaum Wirkung zeigen.

Dies erfordert laut Experten einen kontrollierteren Ansatz, bei dem Änderungen Schritt für Schritt evaluiert werden. Der Grand Prix von Kanada könnte dabei für Ferrari eine wichtige Rolle spielen.

Dennoch bringt auch dieser Kurs neue Herausforderungen mit sich. Montreal stellt nämlich ganz andere Anforderungen an ein Formel 1-Auto als der Stadtkurs von Miami, was einen direkten Leistungsvergleich erneut erschwert.

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