Formel 1 Ferrari in der Krise? Ex-Ingenieur spricht von „herzzerreißender“ Situation Frederic Vasseur of Scuderia Ferrari speaks during qualifying for the 12th round of the Formula 1 World Championship at Red Bull Ring in Spielberg, Styria, Austria, on June 27, 2025. (Photo by Andrea Diodato/NurPhoto via Getty Images) Von A. Schenk 17. Mai 2026 F1-News Ferrari Formel 1 Ferrari-Updates ohne den erhofften Erfolg: Team bleibt hinter Erwartungen zurück Ferraris Update-Paket für Miami erwies sich als herber Rückschlag, was die teaminterne Situation zusätzlich verschärft. Der ehemalige Formel-1-Ingenieur Rob Smedley beschrieb die Gemütsverfassung beim italienischen Rennstall im „High Performance“-Podcast – einem Gespräch mit dem ehemaligen Teamchef Otmar Szafnauer – als „ziemlich herzzerreißend“. Das Team brachte nicht weniger als elf Upgrades mit nach Florida, in der Hoffnung, endlich einen entscheidenden Schritt nach vorn zu machen. Dennoch lag die Pace sowohl von Mercedes als auch von McLaren völlig außer Reichweite für die roten Boliden, was die Fragezeichen hinter der technischen Ausrichtung von Ferrari nur noch vergrößert. Rob Smedley glaubt zu wissen, wo der Schuh drückt, und erklärte im Podcast detailliert, worin genau das Problem besteht. „So etwas setzt eine Abwärtsspirale in Gang, die man erst einmal verstehen muss“, so Smedley. „Was hast du eingeführt? Was hat funktioniert? Und was nicht?“ Lies auch: Urlauber in der Klemme: Elektroautos werden hier knallhart abgewiesen Korrelationsprobleme blockieren die Weiterentwicklung Wenn die Daten aus dem Windkanal und der Simulation nicht mit dem übereinstimmen, was auf der Rennstrecke passiert, gerät der gesamte Entwicklungsansatz ins Stocken. „Wenn die Ergebnisse im Windkanal und in der Simulation nicht mit der Realität auf der Strecke korrespondieren, muss man den Prozess umkehren. Das stoppt jegliche weitere Entwicklung im Windkanal“, erklärt Smedley. Szafnauer fügte eine wichtige Nuance hinzu: „Hier spielen zwei Faktoren eine Rolle: Man hat nur begrenzte Ressourcen, und jetzt muss man prüfen, ob diese Ressourcen überhaupt richtig aufeinander abgestimmt sind, wenn das Auto nicht schneller wird. Der Grund, warum man das tun muss, ist simpel: Wenn die Korrelation nicht stimmt, wird die Entwicklung des Autos zum Glücksspiel, oder nicht?“, so Szafnauer. Die Folge ist, dass Ingenieure, die normalerweise an der Performance-Verbesserung arbeiten, nun abgezogen werden, um Korrelationsprobleme aufzuspüren. „Wenn das wirklich ihr Problem ist, müssen sie das zuerst lösen. Aber einige Ingenieure, die sich normalerweise mit der Performance auf der Strecke beschäftigen würden, schauen sich jetzt Korrelationsprobleme an“, sagte Szafnauer. Text wird unter dem Bild fortgesetzt. Personalfrage spielt eine entscheidende Rolle Die Größe der sogenannten Aerodynamic Performance Group, kurz APG, ist dabei ausschlaggebend. Szafnauer weiß aus eigener Erfahrung, wie groß die Unterschiede zwischen den Teams sein können. „Als ich bei Aston Martin arbeitete, hatten wir eine große APG-Gruppe, ein Team für aerodynamische Performance. Die Leute beschäftigten sich hauptsächlich mit der Korrelation, aber weniger mit der direkten Entwicklung“, so Szafnauer. Bei Alpine stellte sich die Situation anders dar. „Bei Alpine hatten wir drei Leute dafür. Ich fand das damals nicht wirklich ausreichend. Wenn die Korrelation stimmt, ist es kein Problem. Aber wenn du aufwachst und feststellst, dass deine Korrelation nicht passt und du nur drei Leute im APG-Team hast, dann wird es schwierig“, sagte Szafnauer. Die Konsequenz ist vorhersehbar, aber schmerzhaft: Aerodynamiker sind gezwungen, ihre Prioritäten zu verschieben. „Dann passiert das, was ich gerade beschrieben habe: Dein Aerodynamiker muss sich mit der Korrelation befassen und nicht damit, wie er das Auto schneller machen kann. Das ist ein Problem“, so Szafnauer. Ferrari unter massivem Druck in der Meisterschaft Neben den technischen Problemen steht Ferrari auch sportlich unter Zugzwang. In der Konstrukteursweltmeisterschaft belegt das Team derzeit den zweiten Rang, doch McLaren ist ihnen bereits dicht auf den Fersen. Charles Leclerc liegt auf dem dritten Platz der Fahrerwertung, wird jedoch vorerst nicht als ernsthafter Titelkandidat für diese Saison gehandelt. Die kommenden Rennen in Europa bieten Ferrari die Chance, die Dinge geradezurücken. Doch solange die Korrelation zwischen Fabrik und Rennstrecke nicht stimmt, bleibt jedes Update ein Risiko. Für ein Team mit den Ambitionen und Ressourcen von Ferrari ist dies eine höchst unangenehme Lage. Lies auch: Toto Wolff sieht Titelkampf eskalieren: Greift der Mercedes-Teamchef jetzt ein? Lies auch: Verkürzung der Grands Prix ab 2027 möglich: „Sonst kommen sie nicht ins Ziel“ Teile den Artikel Wo möchten Sie teilen? 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