Formel 1 „Er wurde von Red Bull schlichtweg gefeuert“ SUZUKA, JAPAN - MARCH 29: Eighth placed Max Verstappen of the Netherlands and Oracle Red Bull Racing is interviewed during the F1 Grand Prix of Japan at Suzuka Circuit on March 29, 2026 in Suzuka, Japan. (Photo by Mark Thompson/Getty Images) // Getty Images / Red Bull Content Pool // SI202603290591 // Usage for editorial use only // Von A. Schenk 7. Mai 2026 F1-News Formel 1 Großer Preis von Miami Max Verstappen Noch vor wenigen Wochen herrschte im Formel-1-Paddock ein hartes Urteil: Red Bull sei führungslos und Max Verstappen müsse das Team so schnell wie möglich verlassen. Nach dem Grand Prix von Miami wirkt dieses Urteil plötzlich überholt. Journalist Van Haren erkennt darin einen klassischen Fall von Recency Bias. „Es ist nicht so, dass es jetzt das beste Team ist, aber man sieht, dass Schritte nach vorne gemacht werden.“ „Das gibt so einem Team einen Boost und das gibt Max viel Vertrauen für die Zukunft.“ Max Verstappen selbst ließ nach Miami einmal mehr wissen, dass er nie ernsthaft darüber nachgedacht hat, zu einem anderen Team zu wechseln. Das ist bemerkenswert, aber auch verständlich, wenn man bedenkt, dass die Abstände zwischen den vier Topteams derzeit besonders gering sind. Niemand kann aktuell mit Gewissheit sagen, welches Team im nächsten Jahr über die beste Ausgangsposition verfügt. Ein Wechsel rein basierend auf Titelchancen scheint daher wenig sinnvoll. Lies auch: Lewis Hamilton zeigt nach Monaco-Sieg von Kimi Antonelli wahres Gesicht Einzelne Abgänge werden aufgeblasen Rund um Red Bull hält sich schon länger das Narrativ eines personellen Aderlasses und interner Unruhen. Der angekündigte Abschied von Renningenieur Gianpiero Lambiase in Richtung McLaren befeuerte dieses Bild erneut. Doch Van Haren äußert sich dazu kritisch und weist auf die Art und Weise hin, wie einzelne Abgänge zu Symptomen einer breiteren Krise aufgeblasen werden. So tauchte auch der Name des Mechanikers Ole Schack in den Medien als Beleg für den Exodus bei Red Bull auf. Van Haren reagiert nüchtern. „Das ist ein Mechaniker, der dort seit dem ersten Tag dabei ist. Er hat einmal drei Rennen wegen Corona verpasst und er hört nach diesem Jahr auf.“ Artikel geht weiter unter dem Bild. „Wir sprechen hier über jemanden, der dort seit 25 Jahren arbeitet, denn er war schon da, bevor es Red Bull wurde.“ „Er will zurück nach Dänemark. Das scheint mir nicht sonderlich merkwürdig zu sein.“ Der Abgang von Schack hat wenig mit der Stimmung oder der Konkurrenzfähigkeit zu tun, sondern ist schlichtweg eine persönliche Entscheidung nach einer langen Karriere. Ein weiterer Fall, den Van Haren anführt, ist Craig Skinner, der Chefdesigner des Teams war. Sein Ausscheiden wurde vor dem ersten Saisonrennen bekanntgegeben. „Die Leute denken dann: Wieder so ein kluger Kopf, der geht. Aber die Leute müssen verstehen, dass dies eine nett formulierte Pressemitteilung ist.“ „Der wurde schlichtweg von Laurent Mekies und Konsorten vor die Tür gesetzt. Das kann Mekies nur so nicht sagen.“ Kollege Christijan Albers reagiert trocken: „Der hat sich wohl nicht als solcher Toptalent erwiesen.“ Bei den anderen großen Namen, die Red Bull verließen, ist der Kontext ebenso entscheidend. Helmut Marko war bereits 82 Jahre alt. Christian Horner wurde wegen enttäuschender sportlicher Leistungen entlassen. Adrian Newey, Jonathan Wheatley und Gianpiero Lambiase erhielten bei anderen Teams die Chance, Teamchef zu werden. Solche Gelegenheiten lässt man als ambitionierter Profi nun einmal selten verstreichen, und sie sagen wenig über die interne Atmosphäre bei Red Bull aus. Die Dominanzphase des Teams und die Beschränkungen durch den Budgetdeckel sind in den Augen von Van Haren die wahre Erklärung für den Abschied dieser Schlüsselfiguren. Wer so lange zur Weltspitze seines Fachgebiets gehört, läuft eben Gefahr, dass diese Leute irgendwann den Schritt in eine eigene Führungsrolle an anderer Stelle machen wollen. Die Geschichte vom sinkenden Schiff stimmt also nicht. Red Bull macht Fortschritte und Verstappen bleibt. Das ist nach Miami das ehrlichere Bild. Lies auch: Lewis Hamilton attackiert Superreiche: „Das sollte nicht erlaubt sein“ Lies auch: Red Bull will Vertrag von Max Verstappen anpassen Teile den Artikel Wo möchten Sie teilen? Facebook LinkedIn Email Link kopieren Neueste Nachrichten Mehr Nachrichten lesen Formel 1 Lewis Hamilton zeigt nach Monaco-Sieg von Kimi Antonelli wahres Gesicht Formel 1 Lewis Hamilton attackiert Superreiche: „Das sollte nicht erlaubt sein“ Formel 1 Red Bull will Vertrag von Max Verstappen anpassen Formel 1 FIA erkennt F1-Piloten Podestplatz ab: Protest eingelegt Formel 1 FIA fällt Grundsatzurteil über Red Bull vor entscheidenden Upgrades Formel 1 George Russell am Boden: „Habe 70 Punkte liegengelassen“