Formel 1 Deutliche Warnung an George Russell: „Kimi ist nicht dein Freund, fahr die Ellbogen aus“ Screenshot Von A. Schenk 12. April 2026 F1-News Formel 1 George Russell Kimi Antonelli Mercedes Antonelli übernimmt WM-Führung: Premierensieg in China und Triumph in Japan für den 19-jährigen Italiener Damit ist er auf Anhieb der jüngste Pilot der Geschichte, der die WM-Wertung anführt, und hat neun Punkte Vorsprung auf seinen Mercedes-Teamkollegen George Russell. Letzterer galt als der haushohe Titelaspirant, doch dieser Status gerät nun plötzlich unter Druck. Ex-Pilot David Coulthard hat dazu eine klare Meinung. In seinem Podcast Up To Speed erklärte er, dass Russell einen anderen Kurs einschlagen müsse. „George muss jetzt anfangen, Kimis Selbstvertrauen zu untergraben. Er muss anpacken und so schnell wie möglich die Ellbogen ausfahren, denn Kimis Selbstbewusstsein wächst momentan massiv an,“ so Coulthard. Die F1-Historie lässt wenig Raum für Optimismus, wenn es um das Duell zwischen Teamkollegen geht. 2007 versuchte Fernando Alonso bei McLaren mit allen Mitteln, den jungen Lewis Hamilton zu destabilisieren, nachdem der Brite ihm vom Start weg das Leben schwer gemacht hatte. Lies auch: Milliarden-Offerte: Investoren bieten 3 Milliarden Dollar für dieses F1-Team Gefährlicher Pfad Das Ergebnis war, dass beide Fahrer den Titel an Kimi Räikkönen verloren und Alonso das Team am Jahresende verließ. Hamilton hingegen sicherte sich 2008 die Meisterschaft. Bei Mercedes wiederholte sich Ähnliches in den Jahren, als Hamilton und Nico Rosberg um den Titel kämpften. Das Team sah sich gezwungen, die Strategien komplett anzugleichen, um niemanden zu bevorzugen. Rosberg holte 2016 den Titel, verkündete aber unmittelbar danach seinen Rücktritt. Der mentale Preis war zu hoch gewesen. Toto Wolff wird das alles nicht vergessen haben. Der Mercedes-Teamchef sagte 2021, er habe gelernt, sein Team mit eiserner Faust zu führen, als das Verhältnis zwischen Hamilton und Rosberg erstmals toxisch wurde. Nach dem Sieg von Antonelli in China deutete er bereits an, dass er keine Wiederholung wünsche. „Nico und Lewis kannten sich schon aus dem Kartsport, aus den frühen Jahren, als Freunde, aber da war immer dieser soziale Kampf dabei. Was eine Freundschaft war, wurde zur Rivalität und dann zur Feindseligkeit. Es waren zwei völlig unterschiedliche Charaktere,“ sagte Wolff. Artikel wird unter dem Bild fortgesetzt. Wolff will dieses Theater bei Mercedes nicht noch einmal erleben. Zudem scheut er nicht davor zurück, offen mit anderen Fahrern zu flirten. In der vergangenen Saison wurde ernsthaft über eine Verpflichtung von Max Verstappen gesprochen. Ein Fahrer, der intern für Probleme sorgt, hat bei Wolff also keinen langfristigen Rückhalt. Russells Charakter Hinzu kommt, dass der von Coulthard vorgeschlagene Ansatz eigentlich nicht zu Russells Charakter passt. Der Brite wurde bereits mit 23 Jahren Direktor der Grand Prix Drivers‘ Association, weil er sich aktiv für den Sport einsetzen wollte. „Eine Stimme für die Fahrer zu haben, ist etwas, worauf ich ziemlich stolz bin,“ sagte Russell damals. Jemand, der so tickt, wird sich kaum neu erfinden, um einen 19-jährigen Teamkollegen aus der Fassung zu bringen. Martin Brundle ahnt ebenfalls Böses, wie er bei Sky Sports verlauten ließ. „Wäre ich George, wäre ich nach drei Rennen besorgter als zu Saisonbeginn. George hat all die harten Jahre bei Williams hinter sich und musste noch ein oder zwei Jahre extra warten. Jetzt scheinen sie endlich ein Siegerauto zu haben, und dann muss man plötzlich auf die andere Seite der Garage schauen und denken: Das ist alles andere als sicher,“ so Brundle. „George ist der Favorit, weil es Regentage und Safety-Car-Phasen geben wird, in denen seine Erfahrung sicher eine Rolle spielt. Aber wenn ich sehe, wie Kimi im Qualifying und in den Rennen fährt: Seine Pace war phänomenal,“ ergänzte Brundle. Es gibt ein aktuelleres Beispiel, das Russell mehr zu denken geben sollte als die Geschichten über Hamilton und Rosberg. Lando Norris begann die Saison 2025 genau wie Russell jetzt: Er gewann in Melbourne, wurde dann aber schnell von Oscar Piastri überflügelt. McLaren behandelte beide Fahrer weiterhin gleich und wurde dafür vielfach belächelt. Dennoch holte das Team in Abu Dhabi den Titel, weil beide Piloten optimal gegen Verstappen eingesetzt wurden. Norris wurde Weltmeister und bewahrte sein freundschaftliches Verhältnis zu Piastri vollständig. Antonelli selbst lässt das alles unterdessen kalt. „Ich mache mir keine Sorgen. Ich konzentriere mich auf mich selbst und auf das, was ich tun muss: alles korrekt umsetzen bei den Abläufen, den Starts und beim Fahren. Ich weiß, wie stark George ist, und es wird sicher sehr schwer. Ferrari und McLaren werden auch näherkommen, daher ist es wichtig, konzentriert zu bleiben,“ so Antonelli gegenüber Motorsport Week. Ex-Pilot Jolyon Palmer meint im F1-Nation-Podcast, dass Russell das mentale Rüstzeug habe, um diesen Kampf zu gewinnen, und dass ein härteres Auftreten den Unterschied machen könne. Sein Kollege James Hinchcliffe zog jedoch in Zweifel, ob Antonelli überhaupt bereit sei, auf diese Weise vorzugehen. „Ich glaube nicht einmal, dass er das als Mensch in sich hat. Er scheint der netteste Kerl zu sein. Ich habe diese Dinge, die man bei George in den Nachwuchsklassen sah, bei Kimi nicht gesehen,“ so Hinchcliffe. 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