Formel 1

Bericht: Mercedes steht vor Übernahme eines anderen F1-Teams

Bericht: Mercedes steht vor Übernahme eines anderen F1-Teams
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Mercedes bereits in Gesprächen mit der Gegenseite: Einigung noch nicht in Sicht

Mercedes steht bei Renault bereits seit geraumer Zeit ganz oben auf der Liste der Wunschinvestoren für Alpine, auch wenn das letzte Wort in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen ist. Der französische Automobilbauer favorisiert Mercedes seit Monaten als Kandidaten für die Übernahme einer Minderheitsbeteiligung am Formel-1-Team, doch eine endgültige Einigung steht bislang aus.

Konkret geht es um die 24 Prozent der Anteile, die sich derzeit im Besitz der Investmentgruppe Otro Capital befinden. Otro Capital erwarb diesen Anteil im Jahr 2023 zu einem Preis, der den Wert von Alpine damals auf rund 800 Millionen Euro taxierte – doch diese Bewertung ist seither deutlich gestiegen.

Das Interesse seitens Mercedes geht von der Mercedes Grand Prix Limited aus, dem Unternehmen hinter dem Formel-1-Rennstall, an dem Mercedes-Benz, Ineos und Teamchef Toto Wolff beteiligt sind. Die Gespräche laufen, doch über den exakten Wert des Aktienpakets herrscht noch keine Übereinkunft.

Auffallend ist, dass auch ein Konsortium um den ehemaligen Red Bull Teamchef Christian Horner sein Interesse bekundet hat. Renault hat diese Partei jedoch zugunsten des deutschen Herstellers übergangen.

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Wirtschaftliche Logik hinter dem Interesse

Zwischen Mercedes und Alpine besteht bereits eine Verbindung, da die Deutschen das französische Team ab der kommenden Saison mit Motoren beliefern werden. Neben Alpine beziehen auch McLaren und Williams Mercedes-Power-Units, weshalb eine finanzielle Beteiligung von Mercedes an Alpine in eine breitere Geschäftsstrategie passt.

Die Investition wird intern daher rein aus einer finanziellen Perspektive geprüft, wie Quellen auf beiden Seiten der Verhandlungen bestätigen. Es geht ausdrücklich um eine Minderheitsbeteiligung ohne jegliches Mitspracherecht bei sportlichen Entscheidungen des Teams.

Dennoch wirft die Konstruktion in der Formel-1-Welt Fragen auf. McLaren-CEO Zak Brown hat sich bereits kritisch zu Mehrfacheigentümern innerhalb des Sports geäußert. FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem teilt diese Sorge und sprach in Miami offen darüber.

„Solange man nicht versucht, Anteile zu sichern, nur damit kein anderer sie bekommt, oder um Stimmrechte bei den Reglemententscheidungen zu erhalten, dann ist es vielleicht okay,“ so Ben Sulayem in einem Interview mit City AM.

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FIA prüft das Regelwerk

Der FIA-Präsident ließ wissen, dass sein Verband das Thema ernst nimmt und aktiv prüft, ob die aktuellen Reglementierungen ausreichend Sicherheit bieten. Seine persönliche Meinung ist klar, auch wenn er einräumt, dass die Thematik komplex ist.

„Wir haben unsere Leute beauftragt zu prüfen: Ist es möglich? Ist es erlaubt? Ist es der richtige Ansatz? Es gibt da eine sportliche Seite. Wenn wir den sportlichen Geist verlieren, glaube ich, dass es keine Unterstützung mehr geben wird. Was mich betrifft, stehe ich also nicht zu 100 Prozent dahinter,“ erklärte Ben Sulayem.

In den Statuten der Formel 1 ist das Thema Mehrfacheigentümerschaft bereits teilweise reglementiert. Ein Konstrukteur darf keine Anteile an einem anderen F1-Team besitzen, wenn dies Einfluss auf sportliche oder kommerzielle Entscheidungen hat. Eine rein finanzielle Minderheitsbeteiligung fällt strikt genommen nicht darunter, doch die FIA will diese Grenze weiterhin genauestens überwachen.

Alpine selbst kämpft unterdessen mit einer schwierigen sportlichen Phase. Das Team holte in den letzten Saisons nur wenige Punkte und sieht sich zu einer Umstrukturierung gezwungen, bei der frisches Kapital von einem etablierten Namen wie Mercedes willkommen ist. Die Frage bleibt, ob beide Parteien zu einer Einigung kommen, die auch vor der FIA, den anderen Teams und dem Inhaber der kommerziellen Rechte Bestand hat. Solange die Gespräche laufen und die Bewertung noch nicht feststeht, ist ein Abschluss vorerst nicht in Sicht.

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