Formel 1

„Mercedes will Alpine F1 übernehmen“

„Mercedes will Alpine F1 übernehmen“
Flavio Briatore speaks during a press conference at the Circuit de Barcelona-Catalunya, Spain. Picture date: Friday May 30, 2025. (Photo by Bradley Collyer/PA Images via Getty Images)

Zukunft von Alpine F1 weiter ungewiss: Ernennung von Guillaume Rossi als Signal für Anteilsverkauf an Otro Capital

Der Franzose bekleidet beim Mutterkonzern Renault Groep die Position des Head of Mergers and Acquisitions, also des Leiters für Übernahmen und Fusionen. Dieses Profil passt nahtlos in eine Phase, in der die Spekulationen über den Verkauf von Alpine-Anteilen stetig zunehmen.

Christian Horner wurde im Februar noch als einer der ernsthaften Interessenten für das Paket von Otro Capital genannt. Der Teamchef und CEO von Red Bull hätte über eine solche Übernahme eine Rückkehr ins Paddock vollziehen können, doch diese Berichterstattung ist in den letzten Wochen weitgehend verstummt. Dennoch zeigen die Management-Veränderungen bei Alpine, dass das Thema rund um die 24-Prozent-Beteiligung alles andere als vom Tisch ist.

Rossi übernimmt den Staffelstab von Duncan Minto, der kürzlich zum Finanzdirektor der gesamten Renault Groep befördert wurde und daher seine Alpine-Rolle aufgeben musste.

Laut PlanetF1 wurde der neue Finanzdirektor am 7. April offiziell in den Vorstand des britischen Rennstalls berufen. Seine Ernennung stellt sicher, dass Renault die Kontrolle über das administrative Grundgerüst des F1-Projekts fest in den Händen behält – genau zu dem Zeitpunkt, an dem die Eigentümerstruktur zur Disposition stehen könnte.

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Die potenziellen Käufer stehen Schlange

Einen Anteil an einem F1-Team zu erwerben, ist in diesem Markt kein günstiges Hobby. Eine Übernahme der Anteile von Otro Capital würde eine Summe von über 550 Millionen Euro erfordern. Bei solchen Beträgen bleibt die Anzahl der ernsthaften Interessenten per Definition begrenzt.

Die am meistdiskutierte Partei ist derzeit Mercedes. Der deutsche Konstrukteur lässt sich offenbar von der Art und Weise inspirieren, wie Red Bull jahrelang über Toro Rosso und die späteren Racing Bulls ein Schwesterteam nutzte, um Talente und Technologien zu fördern. Alpine passt in dieses Schema, insbesondere da das Team als Kunde Motoren und Getriebe von Mercedes bezieht.

Briatore bestätigt Gespräche mit Wolff

Interims-Teamchef Flavio Briatore hat offen eingeräumt, dass Gespräche mit Toto Wolff über eine mögliche Zusammenarbeit laufen. Es soll sogar ein konkretes Gebot der Mercedes-Benz AG in Höhe von umgerechnet etwa 460 Millionen Euro auf dem Tisch liegen, was den Gesamtwert von Alpine auf 1,95 Milliarden Euro taxieren würde.

Unter den interessierten Parteien wird auch der US-Milliardär Steve Cohen genannt, was unterstreicht, dass das Interesse international ist und nicht ausschließlich aus der Motorsportwelt kommt.

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Die Bedingungen, unter denen Otro Capital seine Anteile verkaufen darf, sind im Übrigen streng reglementiert. Die ursprüngliche Investitionsvereinbarung enthält eine Lock-up-Periode, die bis September läuft, wodurch eine eventuelle Transaktion nicht früher abgeschlossen werden kann.

Renault hat sich zudem Vetorechte gegenüber jedem potenziellen Käufer gesichert und bestimmt somit mit, mit welchem neuen Anteilseigner man eine Partnerschaft eingeht. Quellen berichten, dass der französische Autogigant vor allem darauf achtet, ob ein zukünftiger Partner zur langfristigen Strategie des Teams passt, während Otro Capital primär auf den maximalen Ertrag beim Ausstieg fixiert ist.

Wolff soll Horner erneut in die Quere kommen

Das frühere Interesse von Horner wurde Insidern zufolge weitgehend durch Wolff selbst neutralisiert. Der Mercedes-Motorsportchef soll den Briten durch seine Manöver effektiv ins Abseits gestellt haben, was für das Fahrerlager eine fast schon poetische Entwicklung darstellt, betrachtet man die jahrelange Rivalität zwischen den beiden Teamchefs.

Alpine würde so nicht nur zu einem Kundenteam von Mercedes werden, sondern auch zu einem verlängerten Arm des deutschen Werks, in dem Fahrer und Technik erprobt werden können.

Luca de Meo, der bis vor Kurzem der oberste Chef der Renault Groep war, hat wiederholt dementiert, dass das Unternehmen plant, Alpine abzustoßen. Sein Ausscheiden bedeutet jedoch, dass die Entscheidung über einen möglichen Verkauf nicht länger bei ihm liegt.

Welchen Kurs die neue Führung einschlagen wird, ist bislang unklar. Renault besitzt momentan 76 Prozent des Teams, und es bleibt eine offene Frage, ob die neue Direktion diese Verteilung beibehalten wird oder ob weitere Anteile auf den Markt kommen.

Auf der Strecke läuft es für Alpine in dieser Saison vorerst nach Plan. Nach drei Rennwochenenden belegt das Team den fünften Platz bei den Konstrukteuren, im direkten Duell mit Haas und Red Bull. Der Umstieg auf Mercedes-Technik zahlt sich deutlich besser aus als der eigene Renault-Motor des Vorjahres, und beide Fahrer konnten bereits punkten.

Das Team hofft, im weiteren Saisonverlauf den Anschluss an die Spitzenreiter McLaren und Ferrari zu finden – eine Ambition, die Briatore bereits äußerte, als er versprach, dass Alpine 2026 Rennsiege einfahren würde und 2027 um den Titel kämpfen will.

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