Formel 1 F1-Pilot schlägt nach 50G-Crash Alarm: „Wir sind gewarnt“ LAS VEGAS, NEVADA - NOVEMBER 19: Oliver Bearman of Great Britain and Haas F1 arrives in the Paddock during previews ahead of the F1 Grand Prix of Las Vegas at Las Vegas Strip Circuit on November 19, 2025 in Las Vegas, Nevada. (Photo by Clive Mason/Getty Images) Von A. Schenk 16. April 2026 F1-News Formel 1 Haas F1 Team Oliver Bearman Oliver Bearman: Update zum Gesundheitszustand nach schwerem Japan-Crash Der zwanzigjährige Haas-Pilot zog sich bei einer Kollision mit einer Wucht von 50G in der Spoon-Kurve auf dem Suzuka International Racing Course eine Prellung am rechten Knie zu. Drei Wochen später ist Bearman nach eigenen Angaben wieder vollständig genesen. „Ja, es geht mir gut, danke der Nachfrage. Das weiß ich zu schätzen“, erklärte Bearman gegenüber Sportbible. „Die Rückreise nach Hause war mühsam, da ich mich nach dem Crash kaum bewegt habe. Mein Knie war etwas geschwollen, aber jetzt ist alles wieder in Ordnung. Zum Glück war es mein rechtes Knie, sodass ich ganz normal fahren konnte.“ Bearman kehrte bemerkenswert schnell an die Arbeit zurück. „Ich saß bereits am Mittwoch oder Donnerstag wieder im Simulator, da mein Bruder und ich für ein Langstreckenrennen an diesem Wochenende trainierten. Es hätte viel schlimmer kommen können. Ich bin also sehr dankbar und freue mich darauf, in Miami wieder an den Start zu gehen“, so der Brite. Lies auch: Porsches in Russland wollen plötzlich nicht mehr anspringen Was genau schiefgelaufen ist Der Unfall war eine direkte Folge des neuen technischen Reglements für 2026. In der einundzwanzigsten Runde näherte sich Bearman mit hoher Geschwindigkeit dem Alpine von Franco Colapinto in der Spoon-Kurve. Die Geschwindigkeitsdifferenz nahm plötzlich drastisch zu, da Colapinto im Harvesting-Modus war, während Bearman voll auf dem Gas blieb. Bearman musste bei 308 km/h ausweichen, berührte das Gras an der Innenseite und rutschte quer über die Strecke in die Leitschienen. Der Einschlag wurde mit 50G gemessen. Artikel wird unter dem Bild fortgesetzt. Bearman äußerte sich bereits unmittelbar nach dem Rennen klar zur Ursache. „Es war ein enormer Geschwindigkeitsunterschied von 50 km/h, was eine Folge des neuen Reglements ist. Ich hatte zudem das Gefühl, dass mir angesichts des massiven Geschwindigkeitsüberschusses, den ich mitbrachte, kaum Platz gelassen wurde.“ „Wir haben bereits am Freitag mit den anderen Fahrern und den Stewards darüber gesprochen, dass wir aufgrund dieser enormen Geschwindigkeitsdeltas mehr gegenseitiges Verständnis und Wachsamkeit benötigen. Als Gruppe haben wir die FIA vor dem gewarnt, was passieren könnte, und das hier ist leider das Ergebnis“, so Bearman. Fahrer warnen schon länger Der Crash traf im Paddock einen empfindlichen Nerv. McLaren-Teamchef Andrea Stella hatte die gefährlichen Annäherungsgeschwindigkeiten bereits während der Testfahrten im Februar thematisiert. Nach dem Unfall in Japan bezeichnete er den Zwischenfall daher als wenig überraschend. „Wir müssen uns die Daten ansehen. Die Teams müssen Informationen darüber austauschen, was am Auto von Colapinto und an dem von Oliver genau passierte“, erklärte Stella. GPDA-Direktor Carlos Sainz zeigte sich nach dem Rennen offen frustriert. „Hier hatten wir Glück, dass es eine Auslaufzone gab. Aber stellen Sie sich vor, das würde in Baku, Singapur oder Las Vegas passieren, mit diesen Schließgeschwindigkeiten direkt neben den Mauern. „Als GPDA haben wir die FIA gewarnt, dass solche Unfälle mit diesem Reglement häufig vorkommen werden und wir schnell etwas ändern müssen, wenn wir das verhindern wollen. Es waren 50G, das ist heftiger als mein Crash in Russland 2015 mit 46G“, so Sainz. Der Weltverband ließ verlauten, dass das 2026er-Reglement bereits Gegenstand laufender Gespräche mit Teams, Motorenherstellern, Fahrern und der FOM ist. Für April sind Treffen geplant, um die Auswirkungen des neuen Regelwerks zu bewerten und festzulegen, ob Anpassungen notwendig sind. Der gefährliche Aspekt des neuen 2026er-Reglements liegt in den inkonsistenten Geschwindigkeiten zwischen den Autos auf demselben Streckenabschnitt. Während einige Fahrer Energie rekuperieren (Harvesting) und dadurch an Stellen langsamer werden, nutzen andere ihre maximale Power. Diese Kombination stellt eine potenziell katastrophale Situation dar. Das Ergebnis der FIA-Sitzungen im April wird entscheidend dafür sein, ob bereits vor dem Grand Prix von Miami Modifikationen vorgenommen werden. Für Bearman selbst ist die Antwort eindeutig: Die aktuelle Situation ist unhaltbar. 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