Formel 1

Das Adrian Newey-Dilemma: Aston Martin steht vor einer unmöglichen Entscheidung

Das Adrian Newey-Dilemma: Aston Martin steht vor einer unmöglichen Entscheidung
SILVERSTONE, ENGLAND - SEPTEMBER 10: Adrian Newey, Managing Technical Partner, Aston Martin F1 Team, & Lawrence Stroll, Owner, Aston Martin F1 Team at a press conference at Aston Martin Headquarters on September 10, 2024 in Silverstone, England. (Photo by Zak Mauger/Getty Images for Aston Martin)

Wie geht es weiter beim F1-Sorgenkind? Die Zukunft des Teams mit den hohen Erwartungen.

Aston Martin erlebt eine katastrophale Saison. Dem AMR26 fehlt es gegenüber der Konkurrenz nicht nur an Top-Speed, das Honda-Triebwerk verursacht zudem derart heftige Vibrationen, dass Fernando Alonso und Lance Stroll bleibende Nervenschäden an ihren Händen befürchten.

Ende März ließ Eigentümer Lawrence Stroll in einer seltenen öffentlichen Erklärung verlauten, dass Newey trotz allem weiterhin sein Mann bleibt.

Der Kanadier bezeichnete den Designer als „meinen Partner und einen wichtigen Anteilseigner“, so Stroll gegenüber Sky Sports.

Damit stellte er klar, dass die Gerüchte über eine sofortige Degradierung auf eine rein technische Rolle vorerst nicht der Wahrheit entsprechen.

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Wheatley und Horner als Alternativen

Hinter den Kulissen hat Aston Martin jedoch sehr wohl nach Verstärkung gesucht. Laut ESPN führte Stroll ausführliche Gespräche mit Christian Horner über eine mögliche Rolle als CEO, doch es kam zu keiner Einigung.

Auch Gianpiero Lambiase, der Renningenieur von Max Verstappen, wurde kontaktiert, entschied sich jedoch für eine Unterschrift bei McLaren. Der ehemalige McLaren-Chef Andreas Seidl fiel laut derselben Quelle ebenfalls aus dem Rennen.

Der am hartnäckigsten gehandelte Name ist der von Jonathan Wheatley. Der ehemalige Audi-Teamchef verließ den deutschen Rennstall kürzlich und könnte als unterstützende Figur neben Newey fungieren, statt ihn vollständig zu ersetzen.

Damit bliebe der Brite in der führenden Rolle, mit jemandem an seiner Seite, der die operative Last lindert.

Artikel wird unter dem Bild fortgesetzt.

Newey vergrault Mitarbeiter

Unterdessen werden die Kehrseiten von Neweys Arbeitsweise immer deutlicher. F1-Journalist Mark Hughes enthüllte im The Undercut-Podcast, dass der ehemalige Teamchef Andy Cowell im vergangenen Jahr zurückgetreten ist, weil er mit Neweys Arbeitsstil nicht zurechtkam.

Cowell soll Hughes zufolge wörtlich gesagt haben „I’m out“, woraufhin die Rolle des Teamchefs mangels Alternativen bei Newey selbst landete.

Hughes ging im selben Podcast noch einen Schritt weiter. Er behauptete, dass die aktuellen Vibrationsprobleme bei Honda möglicherweise auf Forderungen zurückzuführen sind, die Newey bei seinem Dienstantritt im letzten Jahr stellte.

Um aerodynamischen Spielraum zu schaffen, wollte der Designer ein kürzeres Triebwerk mit doppelt gestapelter Batterie und der MGU-K vor dem Motor statt dahinter. Dieser Eingriff hat Honda möglicherweise in Schwierigkeiten gebracht.

Die spanische AS schrieb letzte Woche, dass das Chassis des AMR26 gleichermaßen als Sündenbock ausgemacht werden kann. Newey selbst behauptete in Australien noch, dass das Chassis das fünftschnellste im Feld sei, doch einige Quellen widersprechen dem offen.

Laut demselben Artikel wird Aston Martin in Miami ohne revolutionäre Updates an den Start gehen, während die Konkurrenz die lange Pause genutzt hat, um große Schritte zu machen.

Unmögliche Position

Zusammengenommen steckt Aston Martin zwischen zwei unattraktiven Optionen fest. Newey wirklich abzusägen ist praktisch unmöglich, da er Anteilseigner ist und das Gesicht des gesamten Projekts nach außen darstellt.

Ihn in seiner jetzigen Rolle zu belassen bedeutet jedoch zu akzeptieren, dass die operative Führung schwach bleibt und erfahrene Leute in seinem Umfeld weiterhin das Handtuch werfen.

Die Verpflichtung von Wheatley als rechte Hand scheint das Szenario zu sein, auf das Stroll letztlich hinauswill.

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