Formel 1

Audi-F1-Projekt verfügt über Geheimwaffe: „Kann alles verändern“

Audi-F1-Projekt verfügt über Geheimwaffe: „Kann alles verändern“
20 January 2026, Berlin: Motorsport: Formula 1, Mattia Binotto, Head of Audi F1 Project, photographed at Kraftwerk Mitte during a media round for the presentation of the Audi Revolut works team's Formula 1 racing car. Photo: Soeren Stache/dpa (Photo by Soeren Stache/picture alliance via Getty Images)

Alles neu in der Formel-1-Saison 2026: Neues Reglement, neue Techniken und Audi-Debüt.

Erstmals tritt der Autobauer aus Ingolstadt in der Weltmeisterschaft an, mit Nico Hülkenberg als erstem offiziellen Stammpiloten. Die Ambitionen von Audi sind gross, doch intern hält man die Erwartungen bewusst flach.

CEO Gernot Döllner spricht von „einer Reise, die Zeit benötigt“, und Technikchef Mattia Binotto betont, dass das Ziel darin besteht, erst um das Jahr 2030 herum um den WM-Titel zu kämpfen.

Dennoch gibt es Experten, die glauben, dass Audi deutlich schneller eine gewichtige Rolle spielen könnte. Der ehemalige Formel-1-Fahrer Marc Surer weist auf einen möglichen technischen Vorteil von Audi hin, der insbesondere mit der Einführung des neuen „Override-Systems“, dem Nachfolger von DRS, zusammenhängt.

Während DRS mit einem beweglichen Heckflügel arbeitete, um Überholvorgänge zu erleichtern, nutzt der Override-Modus ab 2026 zusätzliche elektrische Energie, um temporär mehr Leistung freizusetzen.

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Viele Teams bekommen Probleme mit dem Override-Modus

Dieses System steckt jedoch noch in den Kinderschuhen. Laut Surer werden viele Teams zu Beginn Schwierigkeiten haben, genügend elektrische Energie zu regenerieren, um den Override-Modus effektiv zu nutzen, besonders auf Strecken mit kurzen Bremszonen.

Er stellt fest, dass die benötigten 350 Kilowatt an elektrischer Energie nur schwer allein über die Rekuperation beim Bremsen gewonnen werden können. Dadurch könnten viele Teams zu Saisonbeginn in Zweikämpfen auf der Strecke nicht das volle Potenzial ihres Autos ausschöpfen.

Audi könnte hierfür jedoch bereits eine Lösung parat haben. Der deutsche Konstrukteur hat während seiner Teilnahme an der Rallye Dakar 2024 bereits umfassende Erfahrungen mit einem Hybrid-Antriebsstrang im RS Q e-tron gesammelt.

In diesem Fahrzeug fungierte ein Verbrennungsmotor nicht als direkter Antrieb, sondern als Generator, um die Batterie während der Fahrt aufzuladen – genau das, was nun für eine effektive Override-Funktion in der Formel 1 erforderlich ist.

Laut Surer könnte diese Technologie Audi einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz verschaffen, vor allem in der Eröffnungsphase der Saison.

Während andere Teams mit dem Energiemanagement kämpfen, könnte Audi dank seiner Erfahrung und Technologie womöglich über ausreichend Zusatzleistung verfügen, um Überholmanöver erfolgreich abzuschliessen.

Obwohl es unwahrscheinlich ist, dass Audi sofort Rennen gewinnen wird, hält Surer es für möglich, dass das Team überraschend wettbewerbsfähig sein wird. Audi könnte sich dadurch schneller als erwartet in den Kampf im Mittelfeld oder sogar darüber hinaus einmischen.

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