Formel 1

Weltmeister Lando Norris verliert die Geduld und geht auf Konfrontationskurs mit Liberty Media

Weltmeister Lando Norris verliert die Geduld und geht auf Konfrontationskurs mit Liberty Media
Lando Norris of the McLaren Mastercard Formula 1 Team appears disappointed after being unable to start the Formula 1 China Shanghai race at the Shanghai International Circuit in Shanghai, China, on March 15, 2025. (Photo by Marcel van Dorst/EYE4IMAGES/NurPhoto via Getty Images)

Lando Norris teilt gegen Formel-1-Bosse aus: Management wie ein Unternehmen statt wie ein Sport

Geht es nach dem McLaren-Piloten, wird der Sport immer häufiger von kommerziellen Interessen statt vom Motorsport selbst gesteuert. Seine Aussagen folgen auf die Einführung der neuen Hybrid-Motorenformel, die seiner Meinung nach den Charakter des Rennsports verändert hat.

Die aktuellen Antriebseinheiten nutzen eine Kombination aus einem Verbrennungsmotor und einem leistungsstarken Elektrosystem. Kritiker bemängeln, dass das komplexe Energiereglement dazu führt, dass die Fahrer ihre Batterie während eines Rennens ständig auf- und entladen müssen.

Dadurch entstehen Überholmanöver, die laut einiger Fahrer weniger von reinem Renntalent abhängen, sondern vielmehr vom Energiemanagement und strategischer Software.

Norris richtete seine Kritik im Vorfeld des Grand Prix von Ungarn gegen Liberty Media, das US-amerikanische Unternehmen, das seit 2017 Eigentümer der Formel 1 ist. Seiner Ansicht nach ist die kommerzielle Seite zu dominant geworden.

„Die Formel 1 wird heutzutage stark von der Tatsache geleitet, dass sie ein Geschäft ist, und nicht von dem Bestreben, den Sport so gut wie möglich zu machen.“

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Kommerzielle Seite zu dominant geworden

„Es geht darum, wie man das meiste Geld verdient – das ist nicht so, wie es sein sollte. So sollte man einen Sport nicht führen.“

Laut dem Briten wurde die Entscheidung für die aktuelle Hybrid-Technologie nicht nur aus technischen oder sportlichen Erwägungen getroffen, sondern auch, um mehr Hersteller in die Formel 1 zu locken.

„Die Tatsache, dass wir Hybride haben, Fifty-Fifty und das alles, ist das Problem. Das wurde gemacht, weil mehr Teams einsteigen wollten und man so mehr Geld verdient.“

Damit bezog sich Lando Norris unter anderem auf Audi, die sich aufgrund des neuen Motorenreglements als Werksteam der Formel 1 anschlossen.

Der deutsche Automobilhersteller sah den Hybrid-Antriebsstrang als wichtigen Schritt in Richtung Zukunft, auch wenn der Konzern seine Pläne zum Verkauf rein elektrischer Straßenautos aufgrund der enttäuschenden Marktnachfrage inzwischen teilweise revidiert hat.

Norris ist nicht der einzige Fahrer, der das aktuelle Reglement hinterfragt. Auch Max Verstappen hat sich in der vergangenen Zeit kritisch über die Hybrid-Motoren geäußert.

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Der viermalige Weltmeister bezeichnete die aktuelle Fahrzeuggeneration zuvor als „Anti-Racing“ und verglich das Fahrverhalten mit dem eines Computerspiels.

Laut Norris werden die geplanten Anpassungen an den Motoren in den kommenden Jahren das Problem nicht direkt lösen. Die Formel 1 will den Anteil des Elektroantriebs in Zukunft zwar anpassen, doch laut dem Briten ändern sich solche Entwicklungen nicht schnell.

„Man kann seinen Motor nicht einfach mitten im Jahr ändern, und selbst mit ein oder zwei Jahren Vorlaufzeit nicht“, sagt Norris.

„Wie ich schon sagte, es geht nicht darum, was das Beste für die Performance eines Autos ist. Es ist ein Geschäft, und das ist schade.“

Auch über das Erlebnis für das Publikum hat Norris eine klare Meinung. Seiner Ansicht nach betrachten viele neue Fans den Sport anders als die Liebhaber, die der Formel 1 schon seit Jahren folgen.

„Fans von vor fünf Jahren, von vor Drive to Survive, würden das hier hassen.“

„Aber die Fans von heute sind viel mehr auf Persönlichkeiten fokussiert, auf die Fahrer und nicht auf die Formel 1 als Gesamtsport.“

„Sie sind weniger daran interessiert, wie das Rennen tatsächlich verläuft. Ihnen ist wichtiger, ob ein Fahrer gut abgeschnitten hat oder nicht.“

Deshalb findet Norris, dass die Stimme der Fahrer bei wichtigen Entscheidungen über die Zukunft des Sports stärker gewichtet werden muss.

„Die Fans haben sich verändert, und das ist völlig in Ordnung. Aber die wichtigste Stimme sollte immer die von uns Fahrern sein.“

„Nicht weil wir egoistisch sind, sondern weil wir die beste Vorstellung davon haben, wie Racing sein sollte, was möglich ist und was nicht. Momentan haben wir sehr, sehr wenig Mitspracherecht.“

Fahrer haben viel zu wenig Mitspracherecht

Die Formel 1 und der Automobil-Weltverband FIA haben inzwischen angekündigt, dass ab 2031 erneut V8-Motoren eingeführt werden.

Damit wollen sie ein einfacheres und attraktiveres Motorenkonzept entwickeln, das besser zu den Wünschen der Teams, Fahrer und Fans passt. Ein Sprecher der Formel 1 weist die Kritik von Norris zurück.

„Es wird jetzt mehr denn je auf die Fahrer gehört. Der Sport auf der Strecke ist und bleibt immer die Priorität.“

„Jeder hat vom kommerziellen Erfolg der Formel 1 profitiert, die Fahrer eingeschlossen.“

„Entscheidungen werden getroffen, um das beste strategische Ergebnis für alle zu erzielen – für die Fans, die Teams und die Partner.“

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