Formel 1

Paukenschlag bei McLaren: Pilot will Formel-1-Karriere beenden – „Das ist ein Fehler“

Paukenschlag bei McLaren: Pilot will Formel-1-Karriere beenden – „Das ist ein Fehler“

Neue Regeln sorgen für Diskussionen: Die Kritik im Fahrerlager wächst deutlich.

Der mexikanische Rennfahrer Pat O’Ward, der bereits seit 2019 in der US-amerikanischen Königsklasse mitmischt und zudem als Ersatzfahrer für das Formel 1-Team von McLaren fungiert, verspürt keinerlei Bedürfnis mehr nach einem Wechsel nach Europa.

In einem Interview mit Fox Deportes am Vorabend des IndyCar-Wochenendes in Kalifornien wurde der 26-Jährige aus Monterrey direkt gefragt, ob die Formel 1 noch immer sein Endziel sei.

Die Antwort ließ wenig Raum für Spekulationen. „Jedes Jahr hat sich mehr verändert. Ehrlich gesagt sind die neuen Formel 1-Autos ein Fehler der Serie. Die Wahrheit ist, dass sie künstlich wirken, wenn man sie sieht“, so O’Ward.

Was den Piloten mit der Startnummer 5 besonders stört, ist das Gefühl, dass die Essenz des Motorsports ausgehöhlt wurde.

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Beeindruckend

Als O’Ward als junger Karter von der Formel 1 träumte, ging es nicht um Glamour oder ein pralles Bankkonto. Es ging um die Boliden an sich. Diese beeindruckenden Maschinen sind aus seiner Sicht Autos gewichen, bei denen der Fahrer immer weniger zu sagen hat.

„Der Hunger, den ich hatte, um die Formel 1 zu erreichen, hatte nichts mit Ruhm oder Geld zu tun. Es lag daran, dass diese Autos etwas Beeindruckendes waren. Diese Autos zu steuern, war etwas Beeindruckendes“, erklärt O’Ward.

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Die Kritik von O’Ward richtet sich vor allem gegen die elektronischen Hilfsmittel, mit denen sich die Fahrer heutzutage duellieren müssen. Das aktive Aerodynamik-System und das Energiemanagement hätten das pure Bremsduell und den Angriff in schnellen Kurven verdrängt. Der Mexikaner greift dabei zu demselben Vergleich, den auch Max Verstappen bereits zog: das populäre Rennspiel von Nintendo.

„Man will nicht mit einem Schalter herumspielen, um zu sagen: Ich drücke mal kurz drauf, um ihn künstlich zu überholen. Das ist kein Mario Kart, wir fahren hier Rennen. Ehrlich gesagt habe ich null Lust, Teil davon zu sein“, so O’Ward.

Er betonte, dass ein Fahrer das Auto in den Bremszonen und durch die schnellen Kurven ans Limit pushen will, anstatt dabei zuzusehen, wie der Wagen am Ende einer Geraden aufgrund leerer Akkus einbricht.

IndyCar als beste Alternative

Die Situation in Amerika stellt sich für ihn mittlerweile attraktiver dar als die europäische Königsklasse. Die aktuellen IndyCar-Autos sind noch analog, wodurch der Fahrer laut O’Ward die entscheidende Variable im Cockpit bleibt. Der Mexikaner präsentierte sich entsprechend als Botschafter der US-Meisterschaft.

„Ich habe das Gefühl, dass dies momentan die beste Serie für einen Fahrer ist, der echtes Racing will: nämlich hier in der IndyCar. Die Formel 1 ist momentan eine künstliche Show, und ehrlich gesagt habe ich daran null Interesse. Es weckt meine Aufmerksamkeit nicht“, stellt O’Ward klar.

Der Pilot qualifizierte sich in Long Beach übrigens als Zweiter hinter Felix Rosenqvist, mit nur 0,044 Sekunden Rückstand auf die Pole Position. Er jagt seinem ersten Saisonsieg hinterher.

Reserverolle bei McLaren bleibt bestehen

Trotz der harten Worte bleibt O’Ward weiterhin als Ersatzfahrer beim Formel 1-Team von McLaren im Amt. Anfang des Jahres wurde bestätigt, dass er sich diese Rolle 2026 mit dem amtierenden Formel 2-Champion Leonardo Fornaroli teilt, wobei der Italiener den Großteil der Standby-Aufgaben übernimmt.

O’Ward bestritt in der vergangenen Saison noch Freie Trainings in Mexiko-Stadt sowie den Post-Season-Test in Abu Dhabi, doch selbst diese Ehre bedeutet ihm mittlerweile wenig.

„Die Wahrheit ist, dass ich absolut keine Lust habe, Teil davon zu sein“, so der Mexikaner über eine eventuelle FP1-Session anstelle von Oscar Piastri oder Lando Norris in dieser Saison.

Interessanterweise wählte sein ehemaliger IndyCar-Konkurrent Colton Herta genau den umgekehrten Weg. Der Amerikaner fährt in diesem Jahr in der Formel 2, hat eine Reserve-Vereinbarung mit Cadillac und arbeitet gezielt an den Superlizenz-Punkten, die er für ein Formel 1-Cockpit benötigt.

Max Verstappen äußerte sich bereits mehrfach kritisch über das neue Reglement. Der Limburger sucht seine Rennleidenschaft mittlerweile anderweitig, etwa indem er mit GT3-Material über die Nordschleife fliegt. Für O’Ward ist die IndyCar die logische Alternative für jeden, der mit dem aktuellen Zustand der Formel 1 abgeschlossen hat.

Abschließend verteilte der Mexikaner noch einen Seitenhieb in Richtung der FIA-Regelhüter. Seiner Meinung nach sei die Hürde, als Fahrer noch einen sportlichen Unterschied zu machen, besorgniserregend hoch geworden – selbst für Toptalente.

„Das Schönste am Motorsport ist das Können des Fahrers und was er mit einem Auto anstellen kann. Dass das Auto einen großen Anteil hat, verstehen wir alle. Aber ich habe das Gefühl, dass man fast an einen Punkt kommt, an dem man nichts mehr ausrichten kann, selbst wenn man das Talent eines Verstappen oder anderer fantastischer Fahrer besitzt.“

„Die Formel 1 steht schon so lange an der Spitze. Sie sollten doch einen Weg finden, das zu lösen und zu verbessern“, so O’Ward abschließend.

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