Formel 1 Mit diesem vergessenen Knopf können Autofahrer viel Geld sparen Screenshot Von A. Schenk 23. April 2026 Automobil-News F1-News Kraftstoff Unscheinbares Cockpit-Symbol mit gebogenem Pfeil: Fast jeder Fahrer sieht es täglich, doch nur die wenigsten kennen seine wahre Funktion. Ausgerechnet die Umlufttaste kann an heißen Tagen den Unterschied von einigen Euro pro Tankfüllung ausmachen, besonders da sich die Benzinpreise in den Niederlanden derzeit um die 2,30 Euro pro Liter bewegen. Einst wurde diese Funktion aus einem ganz anderen Grund entwickelt. Durch das Abriegeln der Außenluftzufuhr bleiben Abgase und andere Schadstoffe draußen vor der Kabine – praktisch bei der Einfahrt in einen Tunnel oder wenn man hinter einem rauchenden LKW feststeckt. Das war die ursprüngliche Absicht. Den Nebeneffekt auf den Kraftstoffverbrauch kennen hingegen nur wenige Autofahrer. Dieser Effekt entsteht, weil die Klimaanlage einen ordentlichen Schluck aus der Pulle des Motors nimmt. Ein Klimakompressor kostet schnell mal fünf bis zehn PS an Leistung, und diese Energie muss irgendwo herkommen. Bei brennender Sonne in einer geschlossenen Parklücke steigt die Innentemperatur leicht auf bis zu siebzig Grad an. Die Klimaanlage muss in diesem Fall unaufhörlich heiße, feuchte Außenluft ansaugen und auf ein angenehmes Niveau herunterkühlen. Das bedeutet Schwerstarbeit für das System und damit für das Triebwerk. Lies auch: Porsches in Russland wollen plötzlich nicht mehr anspringen Das passiert im Umluftmodus nicht Ist die Umluft aktiviert, ändert sich diese Rechnung grundlegend. Der Kompressor arbeitet dann nämlich mit Luft, die bereits teilweise gekühlt ist. Einmal abgekühlte Luft erneut zu kühlen, kostet schlichtweg weniger Energie, als permanent dreißig Grad heiße Außenluft ins Innere zu befördern. Die Folge ist eine schnellere Abkühlung und ein niedrigerer Verbrauch. Artikel geht weiter unter der Abbildung. Bis zu zehn Prozent weniger Verbrauch Die britische Zeitung The Sun stellt fest, dass eine laufende Klimaanlage den Kraftstoffverbrauch im Schnitt um etwa zehn Prozent erhöht, beim Losfahren in einem glühend heißen Auto sogar um bis zu zwanzig Prozent. Durch die Aktivierung der Umluft entfällt ein erheblicher Teil dieses Energiebedarfs. Vor allem bei kurzen Stadtfahrten ist das spürbar, da die Klimaanlage dann besonders hart kämpfen muss, um die Kabine innerhalb weniger Minuten behaglich zu temperieren. Die richtige Reihenfolge Das Timing ist dabei entscheidend. Der britische RAC (das Pendant zum ADAC) empfiehlt bei einem aufgeheizten Auto, zunächst ein paar Minuten mit geöffneten Fenstern zu fahren. Erst sobald die Belüftung spürbar kühlere Luft abgibt als die Außentemperatur, ist der Moment gekommen, die Fenster zu schließen und den Knopf zu drücken. „Sobald kalte Luft aus den Lüftungsdüsen strömt, schließen Sie alle Fenster und aktivieren den Umluftmodus. Dadurch verbrauchen Sie viel weniger Energie, als wenn das System ständig warme Außenluft durch das Auto leitet“, so ein Sprecher des RAC. Der ANWB fügt eine zweite goldene Regel hinzu: Der Unterschied zwischen Innen- und Außentemperatur sollte niemals mehr als acht Grad betragen. Eine angenehme Einstellung liegt zwischen zwanzig und dreiundzwanzig Grad. Eiskalte Luftströme machen hingegen anfällig für Erkältungen und verursachen einen steifen Nacken, wenn das Gebläse direkt auf den Körper gerichtet ist. Achtung: Nicht zu lange eingeschaltet lassen Die Umluftfunktion hat auch eine Kehrseite. Es strömt nämlich keine frische Außenluft mehr in den Innenraum, wodurch der Kohlendioxidgehalt in der Kabine allmählich ansteigt. Das geht nach einiger Zeit zulasten der Konzentration, der Aufmerksamkeit und der Reaktionsgeschwindigkeit – alles Eigenschaften, die man am Steuer lieber auf höchstem Niveau hält. Bei Kurzstrecken im Stadtverkehr ist das selten ein Problem. Auf längeren Distanzen ist es jedoch ratsam, den Knopf regelmäßig auszuschalten und Frischluft hereinzulassen. Viele modernere Fahrzeuge erledigen dies übrigens automatisch. Sensoren messen die Feuchtigkeit sowie den CO2-Gehalt und schalten ohne Eingreifen des Fahrers zwischen Umluft und Frischluft um. Zusätzliche Ersparnis beim stehenden Auto Wer maximale Effizienz will, schaut über den Knopfdruck hinaus. Das Parken im Schatten macht einen enormen Unterschied, ebenso wie ein Sonnenschutz hinter der Windschutzscheibe. Lüften vor der Abfahrt durch das gegenseitige Öffnen der Türen vertreibt die heißeste Luftschicht mit einem Schlag. Erst danach arbeitet die Klimaanlage wirklich effizient und damit sparsam. Auf Bergfahrten gilt eine zusätzliche Warnung: Wenn der Motor bei steilen Anstiegen ohnehin schon schwer arbeiten muss, kann das kurzzeitige Ausschalten der Klimaanlage nochmals zehn Prozent Verbrauch einsparen. 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