Formel 1

McLaren-Boss fordert Stopp von Red Bull und schaltet die FIA ein

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Zak Brown visiert Miteigentümerschaft in der Formel 1 an

McLaren-CEO Zak Brown hat sich in einem formellen Schreiben an FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem gewandt. Seine Botschaft ist eindeutig: Co-Ownership-Modelle wie die Verbindung zwischen Red Bull und Racing Bulls haben in der heutigen Formel 1 keinen Platz mehr.

Laut Brown basieren solche Konstrukte auf Motiven der Vergangenheit. Damals sei es darum gegangen, kleinere Teams finanziell abzusichern, als viele Rennställe noch um ihr wirtschaftliches Überleben kämpfen mussten.

Die Realität des Sports habe sich seither jedoch grundlegend gewandelt. Die Teams sind mittlerweile Milliarden wert und stehen auf einem soliden wirtschaftlichen Fundament.

Dass Teams unter gemeinsamer Eigentümerschaft heute immer noch gegenseitig ihre strategischen Interessen bedienen, hält Brown daher für inakzeptabel.

Wettbewerb auf höchstem Niveau setze voraus, dass jedes Team vollkommen autonom agiert, ohne koordinierte Interessen, die den Ausgang eines Rennens oder einer Weltmeisterschaft beeinflussen könnten.

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Konkrete Vorfälle als Beleg

Der McLaren-Boss untermauert seinen Standpunkt mit zwei brisanten Beispielen aus der jüngeren Vergangenheit. Der auffälligste Fall betrifft Daniel Ricciardo, der beim Singapur GP 2024 für Racing Bulls die schnellste Rennrunde fuhr. Damit nahm er Lando Norris den entsprechenden Bonuspunkt weg, was indirekt Red Bull Racing im Kampf um die Konstrukteurs-WM zugutekam.

Vielen ist zudem ein Vorfall in Miami in Erinnerung geblieben, als Liam Lawson per Funk die Anweisung erhielt, Platz für Max Verstappen zu machen. Dies habe laut Brown die koordinierten Interessen innerhalb der Red Bull Struktur erneut verdeutlicht.

Neben diesen sportlichen Aspekten verweist Brown auch auf die gemeinsame Infrastruktur innerhalb solcher Allianzen. Helmut Marko habe offen eingeräumt, dass Racing Bulls als Testplattform für neue Aufhängungssysteme fungiert, die später bei Red Bull Racing zum Einsatz kommen.

Darüber hinaus spiele der freie Austausch von Schlüsselpersonal eine Rolle, wobei Brown Laurent Mekies als Beispiel anführt. Mekies wechselte ohne die üblichen Sperrfristen (Gardening Leave) von einem Zweig der Organisation zum anderen.

Auch das Governance-System der F1-Kommission leide darunter, stellt Brown in seinem Brief fest. Wenn Teams unter gemeinsamer Führung stehen, stimmten sie regelmäßig gegen ihre eigenen sportlichen Interessen, um das Schwesterteam zu unterstützen. Dies beeinträchtige die Unabhängigkeit der Entscheidungsprozesse und schade der Glaubwürdigkeit des Systems massiv.

Text wird unter dem Bild fortgesetzt.

McLaren fordert strukturelle Konsequenzen

Browns Forderung ist unmissverständlich: Neue Co-Ownership-Modelle müssen komplett verboten werden, während bestehende Strukturen schrittweise, aber konsequent aufgelöst werden sollten. Nur wenn jedes Team als völlig unabhängiger Konstrukteur agiert, könne der Sport seine langfristige Legitimität sichern, so der McLaren-CEO.

Es ist nicht das erste Mal, dass dieses Thema im Paddock für Diskussionen sorgt. Schon länger beschweren sich unabhängige Teams über die ungleichen Wettbewerbsbedingungen durch Mehrfachbesitz, doch eine derart direkte und formelle Beschwerde bei der FIA ist selten. Der Brief von Brown verleiht der Debatte einen offiziellen Charakter und erhöht den Druck auf den Weltverband, konkrete Maßnahmen einzuleiten.

Ob die FIA dem Vorstoß von McLaren folgt, bleibt abzuwarten. Es ist jedoch offensichtlich, dass die Frage des Co-Ownerships im Vorfeld der neuen technischen Ära, die 2026 beginnt, immer dringlicher wird. Angesichts steigender kommerzieller Interessen und eines immer härteren Kampfes um die Titel wächst der Ruf nach einem „Level Playing Field“ für alle Teilnehmer der Weltmeisterschaft.

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