Formel 1 Lewis Hamilton wütend nach Crash mit Max Verstappen: „Aggressiv wie die Hölle“ Screenshot Von A. Schenk 18. April 2026 F1-News Formel 1 Großer Preis von Italien Lewis Hamilton Max Verstappen Während Max Verstappen aktuell bei seinen GT3-Abenteuern abseits der Formel 1 über den Nürburgring jagt, blicken wir heute exakt fünf Jahre zurück. Am Sonntag, dem 18. April 2021, pflügte eben jener Max Verstappen über den Asphalt von Imola und gab mit einem unerbittlichen Manöver in der Tamburello-Schikane den Startschuss für einen Titelkampf, der Formel 1-Geschichte schreiben sollte. Dass er nun in der Eifel an GT3-Abenteuern teilnimmt, während die Formel 1 wegen der abgesagten Rennen in Bahrein und Saoedi-Arabië stillsteht, macht den Rückblick besonders bitter. Im Jahr 2021 war von Stillstand keine Rede und an den Ambitionen des Limburgers gab es nicht den geringsten Zweifel. Lewis Hamilton hatte sich am Samstag die 99. Pole Position seiner Karriere gesichert. Für den siebenmaligen Weltmeister schien alles bereit zu sein, um seine Saison nach dem Drama in Bahrein, wo Verstappen zunächst geglaubt hatte gewonnen zu haben, wieder in die Spur zu bringen. Die feuchte Strecke in der Emilia-Romagna machte jedoch einen Strich durch die Rechnung. Perez kam von P2 schlecht weg, wodurch die Tür für Verstappen sperrangelweit offen stand. Ein messerscharfer Start im zweiten Gang brachte den Red Bull-Piloten fast augenblicklich neben seinen Rivalen. Lies auch: Sündenregister in der Übersicht: Die 5 F1-Piloten mit den meisten Strafpunkten vor dem GP von Kanada Ein schlechter Start für Hamilton, ein perfekter für Red Bull Beim Anbremsen der Tamburello folgte jener Moment, über den die Sportwelt später monatelang diskutieren sollte. Verstappen wählte die Innenbahn, während Hamilton versuchte, außen gegenzuhalten – im Wissen, dass dies im zweiten Teil der Schikane zur Innenlinie werden würde. Doch für zwei Autos war kein Platz. Der Brite räuberte über die harten Kerbs, verlor ein Stück seines Unterbodens und beschädigte sich den Frontflügel. Berechnungen von Mercedes ergaben später, dass ihn die lose Endplatte pro Runde fast sechs Zehntelsekunden kostete. „Max zog immer weiter rüber. Natürlich kam es zur Berührung und ich musste die Auslaufzone nutzen und über die hohen Kerbs fahren“, so Hamilton im Anschluss. Die Stewards sichteten die Aufnahmen, sahen jedoch keinen Grund für eine Untersuchung. Eine Entscheidung, die damals für Diskussionen sorgte und rückblickend vielsagend dafür war, wie der Rest der Saison bewertet werden sollte. 𝐓𝐡𝐞 𝐈𝐭𝐚𝐥𝐢𝐚𝐧 𝐉𝐨𝐛 💚🤍❤️ #ImolaGP 🇮🇹 #ChargeOn 🤘 pic.twitter.com/Z53ygNx7RD— Oracle Red Bull Racing (@redbullracing) April 18, 2021 Chaos im Regen Das Rennen entwickelte sich schnell zu einer Überlebensschlacht. Fernando Alonso crashte bereits auf dem Weg in die Startaufstellung bei Tosa. Sebastian Vettel musste wegen überhitzter Bremsen aus der Boxengasse starten und kassierte zudem eine Zehn-Sekunden-Zeitstrafe. Charles Leclerc drehte sich in der Aufwärmrunde und Mick Schumacher schlug während der ersten Safety-Car-Phase ein. Auch Nicholas Latifi drehte sich und verursachte durch ein unübersichtliches Duell mit Nikita Mazepin weitere Probleme. Verstappen blieb derweil an der Spitze unantastbar. Als der Asphalt langsam abtrocknete, entwickelte sich ein psychologisches Schachspiel um die Reifenwahl. Als erster der Spitzenreiter steuerte der Red Bull in Runde 27 die Box für Slicks an. Hamilton versuchte per Overcut zu kontern, doch ein langsamer Mercedes-Stopp machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Vier Runden später folgte der entscheidende Fehler des Rekordchampions. Beim Versuch, George Russell im Williams zu überrunden, geriet er bei Tosa auf den nassen Teil der Strecke. Sein Mercedes rutschte ins Kiesbett und touchierte die Mauer. Es dauerte eine Ewigkeit, bis er den Rückwärtsgang sortiert hatte, wobei er prompt erneut gegen die Leitplanke setzte. Es folgte ein mühsamer Boxenstopp und Hamilton lag eine komplette Runde zurück. Rote Flagge als Rettungsanker Kurz darauf ereignete sich der schwerste Zwischenfall des Nachmittags. Valtteri Bottas und Russell kollidierten mit über 320 km/h bei der Anfahrt auf die Tamburello. Beide Fahrer blieben zum Glück unverletzt, doch ihr hitziges Wortgefecht am Streckenrand ging um die Welt. Die daraufhin gezeigte rote Flagge erwies sich als Gottesgeschenk für Mercedes. Hamilton durfte sich zurückrunden und seinen Flügel reparieren lassen. Beim Re-Start hätte Verstappen es fast selbst weggeworfen. Bei Rivazza kreiselte er übers Gras, fing den Wagen aber gerade noch rechtzeitig vor dem Erlöschen der Ampeln ab und behauptete die Führung. In der Folge setzte er sich in rasantem Tempo vom Feld ab. Hamilton startete seine Aufholjagd von P9 und kämpfte sich mit Hilfe von DRS nach vorne. Lando Norris hielt ihn bis drei Runden vor Schluss auf Distanz, ehe der Brite in der Tamburello schließlich P2 übernahm. Ex-Pilot Jolyon Palmer analysierte später, dass Hamilton bei Tosa Risiken einging, die er mit einem Ferrari oder Aston Martin im Rückspiegel niemals gewagt hätte. Die Präsenz von Verstappen als ebenbürtiger Titelkandidat zwang den Champion zu Entscheidungen, die er normalerweise vermeiden würde. Genau das machte Imola 2021 zu einem solchen Wendepunkt. Zum ersten Mal seit seinem Aufstieg bei Mercedes musste Hamilton gegen jemanden kämpfen, der ihn jederzeit fordern konnte. Verstappen feierte seinen ersten Saisonsieg mit 22 Sekunden Vorsprung auf Hamilton, verlor jedoch die schnellste Rennrunde an seinen Rivalen, der dadurch mit einem Punkt Vorsprung in der WM-Wertung blieb. Norris komplettierte nach einer starken Fahrt im McLaren als Dritter das Podium. Die Ferrari-Piloten Leclerc und Carlos Sainz machten die Top Fünf perfekt. Fünf Jahre später ist die Formel-1-Welt eine völlig andere. Hamilton fährt für Ferrari und setzt sich mit dem neuen Reglement für 2026 auseinander, während Verstappen vier Weltmeistertitel auf seinem Konto hat und offen über ein Leben nach der Königsklasse spricht. Und doch nahm alles an diesem 18. April 2021 seinen Anfang – in einer klitschnassen Schikane, in der ein 23-jähriger Niederländer dem damaligen Champion keinen Millimeter Raum schenkte. Die Highlights des Rennens sind auf dem YouTube-Kanal der Formel 1 zu sehen. Lies auch: Großer Automobilhersteller unterstützt V8-Rückkehr in die Formel 1 Lies auch: Max Verstappen: Mercedes-Konkurrenten verpassen ihm nach Nürburgring-Rennen neuen Spitznamen Teile den Artikel Wo möchten Sie teilen? 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