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Kein Ruhestand in Sicht: So sieht der Alltag von Helmut Marko nach dem Red Bull-Abschied aus

Kein Ruhestand in Sicht: So sieht der Alltag von Helmut Marko nach dem Red Bull-Abschied aus
Dr. Helmut Marko seen during the Red Bull Driver Search in Estoril, Portugal on August 6, 2025. // Joerg Mitter / Red Bull Content Pool // SI202508190537 // Usage for editorial use only //

Fast ein Jahr nach dem Red-Bull-Abschied: Helmut Marko denkt noch lange nicht an den Ruhestand

Helmut Marko investiert neuerdings in ein österreichisches KI-Start-up. Das Unternehmen ermöglicht es Menschen, persönliche Botschaften zu hinterlassen, die nach ihrem Tod an Angehörige zugestellt werden. Damit wagt der ehemalige Red Bull Berater einen ungewöhnlichen Schritt abseits des Motorsports.

Der 83-jährige Österreicher verließ Red Bull am Ende der vergangenen Saison nach mehr als zwanzig Jahren im Konzern. Am 20. Oktober wurde er im Rahmen einer Präsentation in einem Wiener Hotel als Investor des Unternehmens Lebensstimmen vorgestellt, das international unter dem Namen Words That Remain agieren wird.

Das Grazer Unternehmen beschreibt seine Plattform als digitale Form der Vorsorge für das Lebensende. Nutzer nehmen zu Lebzeiten Botschaften auf oder verfassen diese schriftlich, woraufhin sie nach ihrem Ableben an zuvor selbst gewählte Empfänger übermittelt werden.

Zusätzlich bietet das Unternehmen ein Tool an, mit dem trauernde Familien ihre eigenen Worte ordnen können. Zudem wurde ein digitaler Grabredner auf Basis künstlicher Intelligenz gelauncht, der gemeinsam mit dem Wiener Dompfarrer Toni Faber vom Stephansdom im Stadtzentrum entwickelt wurde.

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Nicht als Ersatz für Priester gedacht

Laut Angaben des Unternehmens wird deutlich gekennzeichnet, dass es sich um künstliche Intelligenz handelt. Der digitale Sprecher soll laut Lebensstimmen Priester oder andere Redner nicht ersetzen, sondern eine Lösung für Situationen bieten, in denen niemand zur Verfügung steht, um bei einem Abschied zu sprechen.

Marko baute bei Red Bull das Juniorenprogramm auf, das Weltmeister wie Sebastian Vettel und Max Verstappen hervorbrachte. Er selbst zieht eine Verbindung zwischen seinem Investment und seiner Karriere im Motorsport, in der der Einsatz neuer Technologien seiner Meinung nach stets eine entscheidende Rolle spielte.

„Im Motorsport wurde nie etwas dem Zufall überlassen, sondern durch den Mut verbessert, neue Technologien konsequent zum Wohle der Menschen einzusetzen. Genau diese Haltung erkenne ich bei Lebensstimmen wieder“, ließ Marko in einer Pressemitteilung des Unternehmens verlauten.

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Das Unternehmen wurde von Philipp Berkessy, Markus Pinter und Lukas Stern gegründet. Die Firma plant, ihre Plattform im ersten Quartal 2027 vollständig in Österreich auszurollen, wobei für denselben Zeitraum auch eine internationale Markteinführung fest eingeplant ist.

„Jeder Mensch hat Worte, die bleiben müssen“, sagte Mitbegründer Philipp Berkessy während der Präsentation in Wien.

Laut ihm macht das Unternehmen die Vorsorge für das Lebensende erstmals persönlich, digital und rechtssicher, womit in Österreich eine neue Kultur des Abschiednehmens beginne.

Digitalen Nachlässen wird in den letzten Jahren immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Viele Menschen hinterlassen nach ihrem Tod nicht nur physischen Besitz, sondern auch Online-Accounts, Fotos und Nachrichten, für die Hinterbliebene oft keine klaren Regelungen vorfinden, wenn sie nach einem Verlust mit der praktischen Abwicklung beginnen.

Gleichzeitig wirft der Einsatz künstlicher Intelligenz im Bereich Trauer und Abschied auch Fragen auf. Kritiker weisen darauf hin, dass ein digitaler Sprecher niemals die persönliche Zuwendung eines Menschen ersetzen kann.

Befürworter betonen hingegen, dass solche Hilfsmittel Hinterbliebenen helfen können, wenn die richtigen Worte schwer zu finden sind.

Für Marko ist das Investment ein bemerkenswerter neuer Schritt nach seiner Zeit bei Red Bull. Nach Jahrzehnten, in denen er junge Piloten an die Spitze der Formel 1 führte, richtet er seine Aufmerksamkeit nun auf ein völlig anderes Gebiet, in dem Technologie ebenfalls eine Hauptrolle spielt.

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