Formel 1 Helmut Marko deutlich: „Großer Verlust für Red Bull“ Dr. Helmut Marko is at the Formula 1 Heineken Chinese Grand Prix 2025 in Shanghai International Circuit, Shanghai, China, on March 21, 2025. (Photo by Paddocker/NurPhoto via Getty Images) Von A. Schenk 11. April 2026 F1-News Formel 1 Gianpiero Lambiase Helmut Marko McLaren Red Bull Red Bull-Exodus hält an: Gianpiero Lambiase ist der nächste Name auf der unglaublichen Liste der Abgänge. Helmut Marko bezeichnet den Abgang von Gianpiero Lambiase zu McLaren als herben Verlust für Red Bull, fügt jedoch prompt eine vielsagende Charakterisierung hinzu. „GP ist ein entscheidender Faktor bei der Fahrzeugentwicklung und Abstimmung, der seinen eigenen Weg ging und nicht immer mit dem restlichen Technik-Team einer Meinung war“, erklärte der ehemalige Red Bull-Berater gegenüber Motorsport-Magazin in Wien. „Die beiden waren wie ein altes Ehepaar. Sie hatten ihre Diskussionen und Konflikte, aber das ist ein signifikanter Verlust.“ Marko spricht aus eigener Erfahrung, da er die Zusammenarbeit zwischen Verstappen und Lambiase jahrelang aus nächster Nähe beobachtete. Der Renningenieur begann 2015 bei Red Bull als Ingenieur von Daniil Kvyat. Lies auch: Mark Webber ist überzeugt: TV-Zuschauer schalten wegen Max Verstappen ein Stella hat keine Pläne, McLaren zu verlassen Lambiase wurde ab 2016 zum festen Wegbegleiter von Max Verstappen und ließ sich nie vollständig in die breitere Teamstruktur eingliedern. Sein direkter Draht zu Verstappen war heilig, und innerhalb dieser Konstellation besaß er eine Autorität, die ihm kaum ein anderer streitig machen konnte. McLaren bestätigte die Nachricht am Donnerstagmorgen in einem Statement von CEO Zak Brown. Lambiase wird Chief Racing Officer und berichtet an Teamchef Andrea Stella, der im Amt bleibt. Auto Motor und Sport und andere Medien warfen zuvor die Frage auf, ob Lambiase als Nachfolger von Stella geholt wurde, doch beide Parteien dementieren dies scharf. Stella verfügt über einen langfristigen Vertrag bei McLaren und hat demnach auch keine Pläne, zu Ferrari zurückzukehren, um Frédéric Vasseur zu ersetzen. Artikel wird unter dem Bild fortgesetzt. Lambiase ist bereits der dritte Hochkaräter, der Red Bull in Richtung McLaren verlässt, nach Chefdesigner Rob Marshall im Jahr 2024 und Strategie-Direktor Will Courtenay, der Anfang 2026 seinen Dienst antrat. Zusammen bilden sie eine beeindruckende Erfahrungsbasis in Woking, die direkt auf dem Know-how des dominantesten Teams der letzten fünf Jahre aufbaut. Die Situation bei Red Bull bereitet Ralf Schumacher große Sorgen. „Das Team ist momentan in Unordnung. Überall herrscht Chaos und es gibt keine gute Kommunikation nach außen“, sagte Schumacher bei Sky Deutschland. „Es gibt auch keinen Helmut Marko mehr, der eine Richtung vorgeben kann, soweit ich das beurteilen kann.“ Marko selbst ist als Botschafter für den Grand Prix von Österreich vor Ort, bekleidet aber offiziell keine Führungsposition mehr bei Red Bull. Um den Technischen Direktor Pierre Waché gab es Gerüchte über eine mögliche Ablösung, doch diese Berichte werden intern zurückgewiesen. Dennoch ist der Druck auf Waché groß, da der RB22 nach allgemeiner Einschätzung ein misslungenes Chassis ist. Verstappen bezeichnete das Auto selbst als völlig unberechenbar und kam bisher nicht über einen sechsten Platz in Melbourne hinaus. In China schied er aus, und in Japan landete er auf Rang acht nach einem Qualifying, in dem er bereits im Q2 hängen blieb. Dass Verstappens Gedanken in Richtung anderer Rennabenteuer abschweifen, entgeht auch Marko nicht. „Max spricht mehr über den Nürburgring als über die Formel 1“, so der Österreicher, der noch regelmäßig Kontakt zum Niederländer hat. Verstappen bestritt Anfang dieser Saison das NLS-Rennen 2 auf der Nordschleife für sein eigenes Team Verstappen.com Racing, wurde jedoch wegen eines Verstoßes gegen das Reifenreglement disqualifiziert. Der viermalige Weltmeister steht auf der Nennliste für das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring im Mai. Von einem F1-Demolauf auf der Nordschleife hat Marko ihn stets abgehalten, doch diesen Einfluss hat der Berater nun nicht mehr. Red Bull bestätigte, dass Lambiase bis zu seinem Wechsel im Jahr 2028 in seiner Doppelrolle als Head of Racing und Renningenieur von Verstappen verbleibt. Ob diese zwei Jahre Früchte tragen werden, hängt stark davon ab, ob das Auto verbessert wird und ob Verstappen seine Ausstiegsklausel nach der Sommerpause aktiviert oder nicht. 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