Formel 1

FIA leitet Untersuchung zur Übernahme von Alpine durch Mercedes ein

FIA leitet Untersuchung zur Übernahme von Alpine durch Mercedes ein
Toto Wolff is the CEO of the Mercedes-AMG PETRONAS F1 Team during the Formula 1 pre-season testing at the Bahrain International Circuit in Sakhir, Bahrain, on February 12, 2026. (Photo by Marcel van Dorst/EYE4IMAGES/NurPhoto via Getty Images)

FIA prüft Verbot von Mehrfachbesitz: Steht das Modell mit zwei Formule-1-Teams vor dem Aus?

FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem bestätigte, dass der Automobil-Weltverband die ethischen und sportlichen Aspekte von Mehrfacheigentümerschaften unter die Lupe nimmt. Sein persönlicher Standpunkt ist klar: Er ist nicht vollends davon überzeugt, dass dies der richtige Weg ist.

„Zwei Teams zu besitzen, ist meiner persönlichen Meinung nach nicht der richtige Ansatz“, sagte Ben Sulayem gegenüber unter anderem RacingNews365.

„Wir schauen uns das an, weil es ein kompliziertes Feld ist.“

„Wir haben unsere Experten beauftragt zu untersuchen, ob es zulässig ist und ob es die richtige Sache ist.“

Der FIA-Präsident formulierte die Kernfrage deutlich.

„Eigentümerschaft von zwei Teams, solange es aus dem richtigen Grund geschieht… und was ist der richtige Grund?“

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Sportgeist nicht verlieren

„Solange man es nicht versucht zu erlangen, weil man nicht will, dass andere es bekommen, oder um Stimmrechte bei den Reglements zu erhalten, dann ist es vielleicht okay.“

„Aber wenn wir den sportlichen Geist verlieren, glaube ich, dass es keine Unterstützung mehr dafür geben wird.“

Die Debatte über Eigentümerschaften, die über einen Rennstall hinausgehen, ist in der Formel 1 nicht neu. Red Bull besitzt seit zwei Jahrzehnten zwei Teams, und die Verflechtung zwischen Red Bull Racing und dem heutigen Racing Bulls ist regelmäßig Gegenstand der Kritik.

Beispiel Mekies in der Diskussion

Das wurde in der vergangenen Saison besonders deutlich, als Christian Horner als Teamchef von Red Bull entlassen wurde. Innerhalb weniger Tage nahm Laurent Mekies seinen Platz ein, wobei Mekies seine Position als Teamchef von Racing Bulls verließ, um zum Hauptteam aufzusteigen.

Kritiker sahen darin einen Beleg dafür, dass die beiden Teams wie kommunizierende Röhren agieren und nicht als wirklich unabhängige Konkurrenten.

Das Thema steht erneut im Rampenlicht durch das vermeintliche Interesse von Mercedes an einem Anteil von 24 Prozent an Alpine. Dieses Paket befindet sich in Händen der Investorengruppe Otro Capital, die es 2023 für 200 Millionen Euro erwarb.

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Drei Jahre später wird der Wert der Anteile auf circa 800 Millionen Euro geschätzt. Unter den Investoren befinden sich Namen wie die Schauspieler Ryan Reynolds und Rob McElhenney, NFL-Quarterback Patrick Mahomes und Golfer Rory McIlroy.

Auch der ehemalige Red Bull-Teamchef Christian Horner soll Interesse an den Anteilen haben. McLaren-CEO Zak Brown ist seit Jahren die lauteste Stimme in der Debatte. Er hat sich kürzlich erneut zu Wort gemeldet.

„Miteigentümerschaft ist in fast allen großen Sportarten in der heutigen Zeit verboten.“

Realität ist sehr komplex

„Es bringt ein großes Risiko für die Integrität der sportlichen Fairness mit sich. Ich bin hierüber schon seit dem ersten Tag offen.“

Ben Sulayem teilt diese Sorge, erkennt jedoch an, dass die juristische und praktische Realität komplex ist. Die FIA kann nicht ohne Weiteres in Eigentümerstrukturen eingreifen, die bereits existieren und die möglicherweise durch Verträge und Aktionärsrechte geschützt sind.

Ein formelles Verbot erfordert eine sorgfältig untermauerte reglementarische Basis. Was die Untersuchung der FIA konkret ergeben wird, ist noch unklar. Aber dass der Verband das Thema ernst nimmt, ist ein Signal, dass der Sport die Grenzen der aktuellen Regeln zu spüren beginnt.

Brown und andere Kritiker werden die Untersuchung genauestens verfolgen. Für sie ist das Ergebnis entscheidend dafür, wie fair und glaubwürdig sich die Formel 1 als Wettbewerb präsentieren kann.

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