Formel 1

Wirbel um den Mercedes-AMG von Max Verstappen auf dem Nürburgring

Wirbel um den Mercedes-AMG von Max Verstappen auf dem Nürburgring

Verstappen-Start bei den 24h am Nürburgring: Teilnahme wirft Fragen im Fahrerlager auf

Sein Mercedes-AMG GT3 unterscheidet sich in zwei entscheidenden Punkten von den anderen Mercedes-Fahrzeugen im Feld: bei der Radaufhängung und der Motorvorbereitung. Das wirft die Frage auf, ob der viermalige Formel-1-Weltmeister eine Vorzugsbehandlung genießt.

Der im Red Bull-Design gehaltene Wagen mit der Startnummer 3 vom Team Winward, den sich Max Verstappen mit Lucas Auer, Jules Gounon und Daniel Juncadella teilt, nutzt Dämpfer und Federn von Multimatic anstelle des Bilstein-Fahrwerks, das Mercedes-AMG normalerweise auf der Nordschleife einsetzt.

Bis vor kurzem bestand seitens AMG sogar eine Exklusivvereinbarung mit Bilstein für das Werkscenter an dieser Strecke. Das Schwesterauto mit der Startnummer 80 von Winward startet hingegen mit dem Bilstein-Setup, wodurch die beiden Winward-Mercedes mit komplett unterschiedlichen Fahrwerken ins Rennen gehen.

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Multimatic war ein Wunsch von Verstappen selbst

Laut Quellen, die mit Motorsport.com sprachen, war es Verstappens eigener Wunsch, mit dem Multimatic-Fahrwerk zu fahren. Sein 2 Seas Racing Mercedes, der unter der Flagge von Verstappen Racing in der GT World Challenge Europe startet, nutzt dieselbe Aufhängung.

Es besteht eine kommerzielle Partnerschaft zwischen Verstappen Racing und dem kanadischen Hersteller Multimatic. Teaminterne Quellen betonen, dass es keinen Performance-Unterschied zwischen den beiden Konfigurationen gebe. Auf der Nordschleife herrscht bei der Wahl des Fahrwerks freie Hand, sofern dieses vom Veranstalter aus Sicherheitsgründen abgenommen wurde.

Die Motorvorbereitung ist die zweite Besonderheit. Die Triebwerke für Verstappens Nürburgring-Einsatz wurden von HWA vorbereitet – jenem Unternehmen, das jahrelang die Werkseinsätze von Mercedes-AMG in der GT3-Klasse leitete und auch den GT3 sowie die Evo-Version entwickelt und gebaut hat.

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Das ist bemerkenswert, da HWA seit Ende 2025 offiziell nicht mehr für die GT3-Aktivitäten der Marke zuständig ist. Diese Aufgabe wurde von der AMG-Tochtergesellschaft Affalterbach Racing GmbH übernommen.

Dennoch entschied man sich bei Mercedes-AMG für HWA bei der Vorbereitung des Motors für das Verstappen-Auto, inklusive Testläufen auf dem HWA-Prüfstand in Affalterbach.

Es scheint, als wolle man bei Mercedes-AMG kein Risiko beim Übergang zur neuen Organisation in einem Jahr eingehen, in dem so viel auf dem Spiel steht. Verstappens Teilnahme zieht enorme öffentliche Aufmerksamkeit auf sich, und das Ziel ist es, den Eifel-Klassiker zum ersten Mal seit zehn Jahren zu gewinnen.

Die Akribie in der Vorbereitung geht noch weiter. Der 2 Seas Racing-Mercedes aus der GT World Challenge Europe wurde vor der Saison einer umfassenden Inspektion und Vermessung bei HWA in Affalterbach unterzogen, obwohl HWA technisch gesehen gar nicht mehr für derartige Aufgaben autorisiert ist.

Ersatzfahrzeuge stehen bereits bereit

Dies unterstreicht, wie detailliert Verstappen seine GT3-Aktivitäten vorbereitet. Als zusätzliche Absicherung hat das Team Winward ein Ersatzauto in seiner Werkstatt in Altendiez bereitgestellt, etwa eine Autostunde von der Rennstrecke entfernt.

Diese Option wäre am Samstag fast nötig gewesen, nachdem Maro Engel im zweiten Top-Qualifying verunfallt war, doch das Auto konnte an der Strecke repariert werden. Ob die Sonderbehandlung von Verstappens Auto ihm einen Vorteil verschafft, ist eine Frage, die im Fahrerlager die Runde macht.

Intern wird dies bestritten, doch die Kombination aus HWA-Motorsupport, abweichendem Fahrwerk und umfangreicher Vorbereitungsarbeit bei einem Unternehmen, das offiziell keine Rolle mehr spielt, macht deutlich, dass man für die 24 Stunden am Nürburgring absolut nichts dem Zufall überlässt.

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