Formel 1

Wahnsinn in China: F1-Pilot verliert beide Vorderräder

Wahnsinn in China: F1-Pilot verliert beide Vorderräder

Der vielleicht kurioseste Crash in der Geschichte der Formel 1.

Beim Großen Preis von China 2010 ereignete sich einer der merkwürdigsten Unfälle der modernen Formel-1-Ära.

Toro Rosso-Pilot Sebastian Buemi verlor beim Anbremsen auf der langen Gegengeraden in Shanghai plötzlich beide(!) Vorderräder. Das Auto war zu diesem Zeitpunkt mit mehr als 320 Kilometern pro Stunde unterwegs.

Der Vorfall geschah auf dem Shanghai International Circuit, der für seine extrem lange Gerade von etwa 1,1 Kilometern bekannt ist.

Die Fahrer kommen hier mit hoher Geschwindigkeit aus Kurve 13. Diese Kurve öffnet sich progressiv, wodurch die Boliden bereits vor der Geraden massiv beschleunigen. Wenn die Bremszone beginnt, erreichen die Formel-1-Autos weit über 320 km/h.

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Bodenwelle im Asphalt

Dabei entsteht ein enormer aerodynamischer Druck auf die Front des Wagens, und während des Bremsvorgangs wird diese Belastung noch größer.

Die Rennstrecke weist zudem einen besonderen Untergrund auf. Der Kurs wurde auf ehemaligem Sumpfgebiet errichtet. Die Ingenieure verwendeten seinerzeit ein Fundament aus expandierendem Schaumstoff, um den Asphalt zu stabilisieren.

Im Laufe der Jahre entstanden dadurch kleine Unebenheiten. In der Bremszone der langen Geraden wurde von mehreren Piloten eine deutliche Bodenwelle gemeldet.

Auch in anderen Rennklassen wie der LMP2 klagten Fahrer über starke Vibrationen an dieser Stelle der Strecke. Einige wichen sogar von der Ideallinie ab, um diese Bodenwelle zu umgehen.

Der Bolide von Toro Rosso spielte wahrscheinlich ebenfalls eine Rolle. Der STR5 aus dem Jahr 2010 war das erste Auto, das das Team komplett in Eigenregie entworfen hatte.

Neue Regeln untersagten es kleineren Teams, Komponenten von größeren Teams zu übernehmen. Toro Rosso musste daher mehr eigene Technik entwickeln.

Um Gewicht einzusparen, führte das Team neue Radträger ein, die im Englischen als Uprights bezeichnet werden.

Diese Bauteile verbinden die Radaufhängung mit den Bremsen und den Rädern. Sie waren leichter als vorherige Versionen und sollten so die Performance steigern. Später stellte sich heraus, dass die Konstruktion unter extremer Belastung möglicherweise nicht stabil genug war.

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Laut Buemi geschah der Defekt innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde. Beim Bremsen brach wahrscheinlich zuerst ein Radträger.

Dadurch wirkte die gesamte Bremskraft plötzlich auf das andere Rad. Dieses Bauteil konnte der enormen Belastung nicht standhalten und brach fast unmittelbar danach ebenfalls.

„Man erwartet nicht, dass man beide Räder gleichzeitig verliert“, sagte er. Der Fahrer hatte danach keinerlei Kontrolle mehr über das Fahrzeug.

Glücklicherweise verfügt dieser Teil der Strecke über eine sehr große Auslaufzone, sodass der Wagen sicher zum Stillstand kam.

Sehen Sie sich den Crash im folgenden Video an:

Untersuchungen von Toro Rosso bestätigten später, dass beide Radträger versagt hatten. Die Kombination aus aerodynamischem Druck, massiven Bremskräften und der Bodenwelle im Asphalt war laut den Ingenieuren das Rezept für diesen außergewöhnlichen Unfall.

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