Formel 1

Vor 19 Jahren startete ein Amateur bei einem F1-Rennen: Alle lachten ihn aus, bis er nach zwei Runden das Feld anführte

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NURBURG, GERMANY - JULY 21: Markus Winkelhock of Germany and Spyker in action during practice prior to qualifying for the European Grand Prix at Nurburgring on July 21, 2007 in Nurburg, Germany. (Photo by Mark Thompson/Getty Images)
Von A. Schenk 23. Februar 2026

Die Formule 1 steckt voller denkwürdiger Geschichten, doch die von Markus Winkelhock fasziniert die Fans noch heute.

Der Deutsche bestritt nur einen einzigen Grand Prix, schaffte dabei jedoch etwas, das vielen anderen Piloten trotz dutzender Starts verwehrt bleibt: Er führte das Feld an. Und das nicht nur kurz, sondern fast die Hälfte aller Runden, die er jemals in der Königsklasse absolvierte.

Seine Chance kam im Jahr 2007. Spyker stand unerwartet ohne Fahrer da. Christijan Albers wurde nach einer Reihe von Fehlern, darunter das Abreißen des Tankschlauchs beim Boxenstopp während des Großen Preises von Frankreich, vor die Tür gesetzt.

Teamchef Colin Kolles musste schnell einen Ersatz finden und entschied sich für Winkelhock, den Sohn des ehemaligen F1-Piloten Manfred Winkelhock.

Markus war zu diesem Zeitpunkt Testfahrer und verfügte kaum über Erfahrung, aber er war verfügbar und kannte das Auto.

Seine ersten Einsätze auf der Strecke waren wenig ermutigend. In den Freien Trainings am Nürburgring war er mit Abstand der Langsamste, und im Qualifying landete er fast drei Sekunden hinter dem vorletzten Teilnehmer.

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Ein Vorsprung von mehr als dreißig Sekunden

Etablierte Piloten wie Felipe Massa und Mark Webber vertraten sogar die Ansicht, dass er aus Sicherheitsgründen nicht starten dürfe. Die FIA ließ ihn jedoch zu, da seine Zeit knapp innerhalb der 107-Prozent-Regel lag.

Am Renntag entschied sich Winkelhock kurz vor dem Start, die Box anzusteuern und Regenreifen aufziehen zu lassen.

Nur wenige Minuten später öffneten sich die Schleusen. Innerhalb einer Runde rutschte das halbe Feld von der Strecke, während der Deutsche mühelos durch das Wasser pflügte.

In Runde drei lag Winkelhock mit einem Vorsprung von mehr als dreißig Sekunden in Führung.

Für einen Moment war er die unangefochtene Sensation des Tages. Das Rennen wurde aufgrund der extremen Bedingungen anschließend durch das Safety Car neutralisiert, wodurch sein Vorsprung dahinschmolz.

Nach dem Neustart fiel er zurück und musste das Rennen in der 13. Runde mit einem technischen Defekt aufgeben.

Dennoch blieb sein kurzer magischer Moment unvergessen. Sechs Runden lang hatte er das Feld angeführt, was stolze 46 Prozent seiner gesamten Formel-1-Karriere entsprach.

Dieser Rekord wird wohl nie mehr eingestellt werden. Spyker ersetzte ihn später durch Sakon Yamamoto.

Winkelhock kehrte in die DTM zurück und wurde später ein erfolgreicher GT-Pilot. 2017 gewann er sogar das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring, genau auf jener Strecke, auf der seine kurze F1-Legende ihren Anfang nahm.

Markus Winkelhock. Für immer der Fahrer, der an einem einzigen verregneten Nachmittag von Null auf Platz eins stürmte und danach genauso schnell wieder aus der Formel 1 verschwand.

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