Formel 1

Übersicht: Diese Formel-1-Regeln werden mit sofortiger Wirkung angepasst

Übersicht: Diese Formel-1-Regeln werden mit sofortiger Wirkung angepasst
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Umfassendes Update für die Formel 1: Nach wochenlangen Verhandlungen zwischen der FIA, dem Rechteinhaber und den zehn Teams wurde am Montag in London ein Maßnahmenpaket verabschiedet, das ab dem Grand Prix von Miami am 3. Mai greift.

Die Eingriffe konzentrieren sich auf das Qualifying, das Rennen, das Startprozedere und Fahrten unter nassen Bedingungen.

Der Anlass ist bekannt. Die Fahrer beklagen sich seit den Auftaktrennen über Super Clipping, jenes Phänomen, bei dem die elektrische Leistung auf den Geraden plötzlich wegbricht, weil die Batterie leer ist.

Dies sorgte neben eintönigen Bildern im Qualifying auch für ein Sicherheitsproblem, wie der schwere Crash von Oliver Bearman in Suzuka schmerzlich verdeutlichte. Die unerwartete Pause von fünf Wochen aufgrund der gestrichenen Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien gab den beteiligten Parteien den Spielraum, um eine Einigung zu erzielen.

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Anpassungen im Qualifying

Für das Qualifying wird die maximal zulässige Rekuperation von 8 auf 7 Megajoule gesenkt. Das Ziel ist, dass die Fahrer weniger Energie sparen müssen und länger Vollgas fahren können. Die Spitzenleistung während des Super Clippings steigt hingegen von 250 auf 350 Kilowatt, wodurch das Aufladen schneller geht und der Pilot weniger bei seinem Energiemanagement taktieren muss.

Dieser höhere Schwellenwert gilt fortan auch unter Rennbedingungen. Die Anzahl der Events, bei denen niedrigere alternative Energielimits gelten können, wird von 8 auf 12 Rennen ausgeweitet.

Während des Rennens wird der Boost auf +150 kW über der im jeweiligen Moment verfügbaren Leistung gedeckelt, um plötzliche Geschwindigkeitsunterschiede zwischen den Fahrzeugen zu begrenzen. Die MGU-K darf in den entscheidenden Beschleunigungsphasen, also zwischen Kurvenausgang und Bremspunkt plus den ausgewiesenen Überholabschnitten, weiterhin die volle Leistung von 350 kW liefern.

Im Rest der Runde wird diese auf 250 kW gedrosselt. Das Überholen soll hierdurch weiterhin möglich bleiben, ohne dass Piloten mit halber Kraft über die Geraden schleichen müssen.

Anpassungen am Startprozedere

Auch das Prozedere beim Rennstart wird überarbeitet. Ein neues Detektionssystem erkennt Autos, die nach dem Loslassen der Kupplung unüblich langsam auf Touren kommen. In diesem Fall schaltet sich die MGU-K automatisch zu, um eine Mindestbeschleunigung zu garantieren, ohne dass dies einen sportlichen Vorteil bringt.

Zusätzlich erfolgt eine visuelle Warnung über Blinklichter am Heck und an den Seiten des betreffenden Wagens, damit nachfolgende Fahrer rechtzeitig gewarnt sind. Der Energiezähler wird zu Beginn der Aufwärmrunde zurückgesetzt, um eine zuvor festgestellte Unregelmäßigkeit zu beheben.

Wärmere Reifen

Unter nassen Bedingungen werden die Heizdecken für Intermediates höher eingestellt, was Fahrerkreise explizit gefordert hatten. Der maximale ERS-Einsatz wird in solchen Situationen reduziert, um das Drehmoment zu bändigen und die Kontrolle zu verbessern. Die Rücklichter erhalten ein einfacheres Signal, damit Hintermänner bei schlechter Sicht schneller reagieren können.

FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem ließ in einer Erklärung wissen, dass er stolz auf die Zusammenarbeit sei. „Ich möchte meine große Wertschätzung für jeden innerhalb des Formel-1-Ökosystems ausdrücken, die Mitarbeiter der FIA, die Teams, die Fahrer und die Motorenhersteller, für die konstruktive und enge Zusammenarbeit innerhalb kürzester Zeit“, so Ben Sulayem.

„Obwohl wir mit einer unerwarteten Unterbrechung des Kalenders durch Umstände außerhalb des Sports konfrontiert wurden, sind alle Parteien im Sinne der Formel 1 voll engagiert geblieben. Mehr denn je standen die Fahrer im Mittelpunkt dieser Gespräche, und ich möchte ihnen für ihren wertvollen Input während dieses gesamten Prozesses danken“, so der FIA-Präsident.

„Sicherheit und sportliche Fairness bleiben die höchsten Prioritäten der FIA. Diese Änderungen wurden vorgenommen, um die Probleme anzugehen, die während der ersten Rennen zu Tage traten, und um die Integrität sowie die Qualität des Wettbewerbs weiterhin zu gewährleisten. Wir freuen uns nun auf die Fortsetzung einer vielversprechenden und spannenden Saison 2026.“

Nicht jeder Teamchef zeigt sich über das Timing begeistert. Alan Permane von Racing Bulls wies bereits darauf hin, dass Miami ein Sprint-Wochenende ist, wodurch kaum Gelegenheit bleibt, die Anpassungen zu testen.

„Ich denke, wir werden in Richtung Miami eine besonders schwierige Situation haben, da es ein Sprint-Wochenende ist und es wirklich wenig Zeit gibt, um etwas zu testen. Es kann also gut sein, dass wir in Miami einige der einfacheren und weniger riskanten Lösungen ausprobieren und dann in Montreal weitere Dinge testen“, so Permane.

Barcelona könnte seiner Meinung nach die erste Strecke sein, auf der die komplexeren Eingriffe ernsthaft erprobt werden.

Für Max Verstappen und Red Bull könnten sich die Änderungen als vorteilhaft erweisen, da der Fokus auf die Leistung des Verbrennungsmotors zunimmt und das Ford-Triebwerk im Fahrerlager in diesem Bereich als stark eingeschätzt wird.

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