Formel 1 Trick mit dem Reifendruck: F1-Teams nutzen Grauzone – Pirelli warnt vor den Folgen Von A. Schenk 1. März 2026 F1-News Formel 1 Pirelli Neues Formule 1-Reglement schafft Standardisierung ab: Pirelli erklärt die Folgen. Bei jeder technischen Revolution in der Formel 1 werden zahlreiche scheinbar kleine Details angepasst, die bei genauerem Hinsehen eine enorme Wirkung entfalten. Für 2026 betrifft dies unter anderem die Felgen. Schon während der ersten Testfahrten wurde deutlich, wie massiv die Auswirkungen dieser Änderung sind. Im Jahr 2022 wurden Einheitsfelgen eingeführt, um ein immer weiter eskalierendes Entwicklungsrennen zu stoppen. Damals versuchten die Teams, über raffinierte Luftströme durch die Felgen die Hitze der Bremsen zu steuern und so die Reifentemperaturen präzise zu kontrollieren. Ab 2026 erhalten die Teams jedoch wieder die Freiheit, ihr eigenes Felgendesign zu bestimmen. Pirelli-Motorsportdirektor Mario Isola bemerkte während der Tests in Bahrein sofort, dass die Rennställe dieses Feld bereits intensiv beackern. „Sie arbeiten an den Felgen und dem Wärmeübergang, um die Lufttemperatur im Reifen zu beeinflussen. Das ist natürlich ein entscheidender Faktor für die Performance.“ Lies auch: Brundle überrascht F1-Fans und verrät seinen Titelfavoriten Designs waren teils so kreativ, dass Reifen nicht passten Laut Isola konnten die Teams in den vergangenen Jahren mit den Standardfelgen nicht mit der Form und der Luftführung spielen, um Wärme von den Bremsen zu den Reifen oder umgekehrt zu leiten. „Jetzt haben sie diese Freiheit wieder.“ „Wir haben lediglich einige Einschränkungen auferlegt, um sicherzustellen, dass wir die Reifen überhaupt noch auf die Felgen montieren können.“ Letzteres ist kein unwichtiges Detail. In der Vergangenheit entwickelten einige Teams derart kreative Designs, dass Pirelli die Pneus kaum noch aufgezogen bekam. Daher wurden Richtlinien in einem FIA-Dokument festgelegt. Technisch dreht sich alles um das Thermomanagement. Formel-1-Bremsen erzeugen enorme Hitze. Diese wird teilweise über die Bremskühlung abgeführt, aber die freigesetzte warme Luft kann strategisch genutzt werden. Pirelli-Reifen haben ein sehr schmales Arbeitsfenster, wodurch die Temperatur zu einem kritischen Leistungsfaktor wird. Artikel geht weiter unter dem Bild. An den Vorderreifen will man in der Regel zusätzliche Wärme erzeugen. Indem warme Luft in Richtung der Felge geleitet wird, heizt sich die Luft im Reifen auf. Vorderreifen bewegen sich oft am unteren Ende ihres optimalen Temperaturfensters. An den Hinterreifen verhält es sich umgekehrt. Durch die hohe Traktionsbelastung, besonders unter dem neuen 2026er-Reglement, heizen sie sich schnell auf. Hier versuchen die Teams, Wärme gezielt abzuführen, um ein Überhitzen zu verhindern. Während der Tests in Bahrein waren die ersten Experimente bereits sichtbar. So setzte Williams hinten auf deutlich offenere Felgen für eine bessere Kühlung, während die vorderen Felgen weniger Öffnungen aufwiesen. Ferrari testete sogar eine fast vollständig geschlossene Vorderradfelge, fuhr in der ersten Woche aber auch mit einem offeneren Design. Für Pirelli hat diese Freiheit nicht nur Folgen für die Temperatur, sondern auch für den Reifendruck. In den letzten Jahren stieg der Reifendruck während der Fahrt im Schnitt um etwa 2 psi an. Nach den Tests in Bahrein weiß Isola, dass dieser Wert nicht länger gesetzt ist. Durch das verbesserte Temperaturmanagement bleibt der Druck während der Fahrt näher am kalten Startdruck. „Momentan rechnen wir mit etwa 1 psi Differenz, aber es würde mich nicht überraschen, wenn es sogar noch weniger wird“, so Isola. Das stellt eine Herausforderung dar, da Pirelli vor jedem Rennwochenende einen Mindest-Startdruck festlegt. Während der Fahrt steigt dieser Druck normalerweise auf einen berechneten, stabilen Betriebsdruck an. Artikel geht weiter unter dem Bild. Wenn die Teams die Temperatur so gut kontrollieren, dass der Druck kaum ansteigt, könnte der Betriebsdruck unter dem Niveau bleiben, das Pirelli als sicher eingestuft hat. Ein zu niedriger Reifendruck kann Schäden verursachen und stellt somit ein Sicherheitsrisiko dar. Daher erwägt Pirelli, für 2026 die minimalen Startdrücke anzuheben, um zu verhindern, dass der Druck während der Fahrt zu niedrig bleibt. Laut Isola wird die Differenz zwischen Startdruck und Betriebsdruck im Laufe der Saison möglicherweise noch weiter schrumpfen, sobald die Teams die Luftströme um die Felgen besser im Griff haben. Es gibt jedoch eine Grenze: Bleiben die Reifen zu kühl, liefern sie nicht genügend Grip und somit weniger Performance. Für Strecken wie Bahrein, auf denen viel Energie in die Reifen fließt und die Temperaturen hoch sind, erwartet Isola, dass die Teams massiv mit ihren Felgendesigns experimentieren werden, um die Lufttemperatur in den Reifen so präzise wie möglich zu steuern. Lies auch: Das F1-Auto, das unmittelbar vor dem Rennen für illegal erklärt wurde Lies auch: Ferrari präsentiert genialen Technik-Kniff: Revolutionäre Neuerung am F1-Boliden enthüllt Teile den Artikel Wo möchten Sie teilen? Facebook LinkedIn Email Link kopieren Neueste Nachrichten Mehr Nachrichten lesen Formel 1 Brundle überrascht F1-Fans und verrät seinen Titelfavoriten Formel 1 Das F1-Auto, das unmittelbar vor dem Rennen für illegal erklärt wurde Formel 1 Ferrari präsentiert genialen Technik-Kniff: Revolutionäre Neuerung am F1-Boliden enthüllt Formel 1 Hiobsbotschaft für Max Verstappen Formel 1 F1 im Chaos: Raketenangriffe überschatten Saisonauftakt in Australien Formel 1 Formel 1 reagiert auf Raketenangriffe in Streckennähe