Formel 1

„Toto Wolff hätte sich diesen Funkspruch besser sparen sollen“

„Toto Wolff hätte sich diesen Funkspruch besser sparen sollen“

Andrea Kimi Antonelli feiert ersten Sprintsieg in China – doch der Premierenerfolg gerät fast zur Nebensache

Der erste Grand Prix-Sieg von Kimi Antonelli in China sorgte bei Mercedes für Lob und Emotionen, doch nicht jeder war von der Reaktion von Teamchef Toto Wolff beeindruckt. Der ehemalige Haas-Teamchef Günther Steiner äußerte deutliche Kritik an einem auffälligen Funkspruch des Österreichers.

Nach dem Sieg des 19-jährigen Italieners nutzte Wolff den Teamfunk, um frühere Kritik an Antonelli zu zitieren. Er sagte unter anderem, dass der junge Pilot nach Meinung einiger Experten zu jung sei und zunächst Erfahrung bei einem kleineren Team hätte sammeln sollen.

Mit dem Sieg wollte Toto Wolff klarmachen, dass diese Zweifel unbegründet waren. Für Steiner schoss der Österreicher damit jedoch völlig am Ziel vorbei.

„Das war reine Selbstdarstellung“, findet Steiner.

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Wolff muss nicht so laut betonen, dass Antonelli seine Idee war

„Der Junge hat gewonnen. Das musst du jetzt nicht extra erklären, Toto.“

Laut Steiner drehte sich der Moment nun nicht mehr um Antonelli, sondern um Wolff selbst. Er unterstellt dem Mercedes-Teamchef, dass dieser vor allem beweisen wollte, mit der frühen Beförderung von Antonelli in das Werksteam die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

„Er wollte zeigen, dass er keinen Fehler gemacht hat.“

Das wäre aus Steiners Sicht nicht nötig gewesen, da das Ergebnis auf der Strecke für sich selbst spreche. Antonelli schrieb Geschichte, indem er als einer der jüngsten Sieger aller Zeiten einen Grand Prix gewann, und bewies damit sein Talent, ohne dass es einer zusätzlichen Erklärung bedurfte.

Wolff selbst gab nach dem Rennen zu, dass sich der Sieg auch für ihn persönlich wie eine Bestätigung anfühlte.

„Es gab viele Leute, die sagten, es sei ein Fehler gewesen“, sagte Wolff im Anschluss.

„Es ist also schön, ein bisschen zurückzuschlagen.“

Steiner versteht diese Reaktion zwar, aber laut dem Südtiroler hätte diese Antwort auch abseits der unmittelbaren Emotionen des Augenblicks erfolgen können. Er findet, dass die gesamte Aufmerksamkeit dem Fahrer hätte gelten müssen.

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Die Diskussion unterstreicht, wie groß der Druck und die Erwartungen rund um Antonelli sind. Mercedes setzte ihn bereits in jungen Jahren als Nachfolger von Lewis Hamilton in das Top-Team.

Nach einer soliden Debütsaison hat er nun seinen ersten Sieg eingefahren und scheint seine Kritiker vorerst zum Schweigen gebracht zu haben. Dennoch zeigt die Reaktion von Steiner, dass in der Formel 1 selbst in Momenten des Erfolgs die Art und Weise der Kommunikation der Teamverantwortlichen unter dem Mikroskop liegt.

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