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Spritpreise im Grenzgebiet: So viel Kraftstoff ist beim Import aus Deutschland und Belgien erlaubt

Spritpreise im Grenzgebiet: So viel Kraftstoff ist beim Import aus Deutschland und Belgien erlaubt

Spritpreise im Europa-Vergleich: Lohnt sich der Tanktourismus über die Grenze wirklich?

Einige Autofahrer gehen einen Schritt weiter als nur vollzutanken. Sie schleppen Kanister mit und füllen diese in Deutschland oder Belgien auf, um sich zu Hause einen Vorrat anzulegen.

Es stellt sich die Frage, ob das erlaubt ist und welche Folgen es hat, wenn man die Grenze mit einem Kofferraum voller Kraftstoff überquert.

Die Antwort ist differenzierter, als die meisten Menschen denken. Es existieren nämlich zwei Regelwerke nebeneinander: die europäischen Sicherheitsvorschriften für den Transport gefährlicher Güter und die niederländischen Steuervorschriften des Belastingdienst.

Diese beiden Regelungen widersprechen sich zwar nicht, führen jedoch zu Verwirrung darüber, wie viel man nun tatsächlich maximal mitführen darf.

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Die europäische Sicherheitsregel: 240 Liter in Kanistern

Gemäß den europäischen Vorschriften für den Transport gefährlicher Güter auf der Straße, besser bekannt als ADR, darf eine Privatperson maximal 240 Liter Kraftstoff in Reservekanistern mitführen.

Diese 240 Liter gelten zusätzlich zu dem Kraftstoff, der sich bereits im Tank des Fahrzeugs befindet. Ein einzelner Kanister darf maximal 60 Liter fassen. Das bedeutet, dass man in der Praxis bis zu vier vollständig gefüllte Kanister über die Grenze mitnehmen darf.

Die Reservekanister müssen für Kraftstoff geeignet, gut verschlossen und sicher im Fahrzeug befestigt sein.

Diese Grenzwerte existieren nicht nur aufgrund steuerlicher Vorschriften, sondern vor allem aus Sicherheitsgründen. Benzin ist extrem entzündlich, und ein Auto mit dutzenden Litern zusätzlichem Kraftstoff im Kofferraum stellt bei einem Unfall ein ernstes Risiko dar.

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Die steuerliche Grenze: Nur 10 Liter steuerfrei

Dass man technisch gesehen bis zu 240 Liter transportieren darf, bedeutet jedoch nicht, dass man diesen Kraftstoff auch steuerfrei in die Niederlande einführen darf.

Zusätzlich zu dem Kraftstoff im Tank darf man lediglich 10 Liter steuerfrei in einem Kanister mitführen.

Alles, was darüber hinausgeht, betrachtet der Belastingdienst als einfuhrabgabenpflichtig. In diesem Fall kann eine Nachforderung erhoben werden.

Die Mineralölsteuer auf Benzin beträgt aktuell 0,845 Euro pro Liter. Wer mit 240 Litern in Kanistern angehalten wird, muss mit einer Nachzahlung von über 200 Euro rechnen.

Ein direktes Bußgeld folgt in den meisten Fällen nicht, solange man innerhalb des ADR-Limits von 240 Litern bleibt, aber die Steuernachforderung ist definitiv ein reales Risiko.

Der Preisunterschied an der Zapfsäule im Jahr 2026

Der Preisunterschied zwischen den Niederlanden und den Nachbarländern ist auch 2026 beträchtlich. Die durchschnittliche Preisempfehlung für Euro 95 liegt in den Niederlanden derzeit bei rund 2,56 Euro pro Liter.

In Deutschland zahlt man momentan etwa 2,05 Euro pro Liter. Das macht einen Unterschied von mehr als einem halben Euro pro Liter.

Der Grund liegt größtenteils bei den Steuern. In den Niederlanden besteht ein großer Teil des Benzinpreises aus Akzisen und Mehrwertsteuer. Diese Steuern liegen höher als in den Nachbarländern. In Deutschland ist die Mineralölsteuer auf Benzin niedriger als in den Niederlanden und die Mehrwertsteuer liegt bei 19 Prozent, während die Niederlande 21 Prozent berechnen.

Sehen Sie unten: Grenshopper rechnet aus, ob sich Tanken über der Grenze lohnt

Auch in Belgien sind die Steuern in der Regel niedriger als in den Niederlanden, wodurch der Preis an der Zapfsäule dort regelmäßig um etliche Cent pro Liter günstiger ausfällt.

Lohnt sich der Aufwand, Kanister vollzutanken?

Auf dem Papier kann der Vorteil groß sein. Bei einem Preisunterschied von mehr als 50 Cent pro Liter und vier vollen 60-Liter-Kanistern spricht man von einer theoretischen Ersparnis von über 100 Euro.

In der Praxis fällt dieser Vorteil jedoch deutlich geringer aus. Ein hochwertiger Kanister kostet schnell um die hundert Euro pro Stück. Wer das ADR-Limit ausschöpfen will, benötigt theoretisch vier davon. Zudem muss man die Hin- und Rückfahrt einplanen, und diese Kilometer kosten ebenfalls Kraftstoff.

Obendrauf kommt das Risiko einer Nachzahlung, wenn man mehr als 10 Liter mitnimmt.

Rechnet man alles zusammen, schmilzt der finanzielle Vorteil schnell dahin. Nur für Menschen, die direkt an der Grenze wohnen und regelmäßig tanken, kann es sich wirklich auszahlen.

Für diejenigen, die weiter weg wohnen, lohnt sich der volle Tank an der Zapfsäule im Ausland, ein Kofferraum voller Kanister dagegen selten.

Sicherheitsrisiken und Versicherung

Neben den steuerlichen Risiken gibt es auch praktische Gefahren. Ein Fahrzeug mit mehreren vollen Benzinkanistern stellt bei einem Unfall ein erhöhtes Brandrisiko dar.

Selbst eine leichte Kollision kann schwerwiegende Folgen haben, wenn brennbare Flüssigkeiten vorhanden sind.

Versicherungsgesellschaften können im Schadensfall die Situation kritisch prüfen, wenn große Mengen Kraftstoff im Auto vorhanden waren.

Das kann Auswirkungen auf die Versicherungsleistung haben. Auch der ANWB warnt vor den Risiken, mit großen Mengen Benzin an Bord zu fahren.

Wer dennoch einen Kanister mitnehmen möchte, ist gut beraten, diesen auf maximal 10 Liter zu beschränken und den Behälter gut zu sichern und zu verschließen.

Kurzum: Als Privatperson darf man auf Basis der europäischen ADR-Regelungen bis zu 240 Liter in Kanistern transportieren.

Steuerlich gesehen darf man aus Deutschland oder Belgien jedoch nur 10 Liter steuerfrei in die Niederlande einführen.

Mehr mitzunehmen ist zwar nicht verboten, führt aber bei einer Kontrolle zu einer Nachforderung von 0,845 Euro pro Liter für jeden Liter über der 10-Liter-Grenze.

Wer jede Woche über die Grenze fährt und einen Kanister innerhalb der steuerlichen 10-Liter-Grenze mitnimmt, begeht juristisch gesehen keinen Fehler. Für alle anderen gilt: Einfach tanken, was in das Auto passt, und dann ab nach Hause.

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