Formel 1

Red Bull Racing bringt Update: „In jeder Abteilung brennt das Feuer“

Red Bull Racing bringt Update: „In jeder Abteilung brennt das Feuer“

Red Bull zahlt den Preis für die Entscheidung, die Verstappen fast zum Weltmeister machte.

Die Saison hat gerade erst begonnen und Red Bull steht bereits massiv unter Druck. Nach drei Rennen dümpelt das Team auf dem sechsten Platz der Meisterschaft herum, wobei Max Verstappen lediglich zwölf Punkte einfahren konnte.

Teamchef Laurent Mekies gibt offen zu, dass der enttäuschende Start teilweise die Folge von Entscheidungen aus der vergangenen Saison ist. Dennoch steht er voll und ganz hinter diesem Kurs.

Die Geschichte beginnt in der zweiten Hälfte des Jahres 2025. Red Bull entschied sich, den RB21 konsequent weiterzuentwickeln, während der Titelkampf in vollem Gange war. Verstappen startete eine unglaubliche Aufholjagd und machte einen Rückstand von über hundert Punkten auf Lando Norris wett.

Das Team hätte jeden Grund der Welt gehabt, das Kapitel abzuhaken und den Fokus auf 2026 zu richten, erst recht angesichts des neuen Reglements und des eigenen Motorenprojekts. Doch laut Mekies entschied man sich bewusst für den entgegengesetzten Weg.

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Mekies spricht über einen Neuanfang

„Wir hatten jeden Anlass zu sagen: Wir wagen einen Neuanfang. Lassen wir 2025 hinter uns und konzentrieren uns auf 2026″, so Mekies im Beyond the Grid-Podcast.

„Aber wir dachten und denken immer noch, dass das die falsche Wahl gewesen wäre. Denn das wäre ein einfacher Ausweg gewesen, ein bloßes Wunschdenken, dass es im nächsten Jahr automatisch besser laufen würde, während wir die Defizite des 2025er-Autos noch gar nicht vollständig verstanden hatten.“

Dieser Ansatz bescherte Verstappen fast den fünften WM-Titel. Er fuhr eine außergewöhnliche Aufholjagd, die ihn bis auf zwei Punkte an Lando Norris heranbrachte, der sich schließlich in einem spektakulären Finale in Abu Dhabi seine erste Weltmeisterschaft sicherte. Zwei Punkte fehlten am Ende. Die Entscheidung, weiterzukämpfen, war sportlich gesehen fast die richtige. Doch sie hat ihren Preis.

„Hat die Zeit und Energie, die wir in diesen späten Entwicklungs-Push gesteckt haben, Auswirkungen darauf, wo wir 2026 starten? Natürlich. Wir zahlen dafür ein Stück weit den Preis, das stimmt“, räumt Mekies ein. „Aber nutzen wir das als Ausrede? Nein.“

Die Schwierigkeiten im Jahr 2026 werden durch eine zweite große Herausforderung verschärft. Red Bull tritt in dieser Saison nämlich zum ersten Mal mit einer eigenen Antriebseinheit an, die in Zusammenarbeit mit Ford entwickelt wurde.

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Es ist ein ehrgeiziges Projekt, das unweigerlich Lernprozesse und Zuverlässigkeitsprobleme mit sich bringt. Verstappen fiel in China wegen eines Kühlungsproblems aus und kam im Qualifying in Japan nicht über Q2 hinaus. Teamkollege Isack Hadjar, der Neuling an der Seite des viermaligen Champions, zeigte in Melbourne mit dem dritten Startplatz noch eine ordentliche Leistung, fiel danach aber ebenfalls ab.

Mekies beschrieb die Situation nach Japan gewohnt offen. Red Bull liegt nach eigener Einschätzung etwa eine Sekunde hinter den Top-Teams zurück. Mercedes, McLaren und Ferrari führen das Feld an. „Wir sind derzeit weit abgeschlagen, das ist die Realität“, so der Teamchef.

Dennoch weigert sich Mekies, von einem Übergangsjahr zu sprechen. Milton Keynes schaltet nach eigenen Angaben nicht einen Gang zurück, sondern erst recht hoch.

„Wir setzen alles daran, dass dies kein Übergangsjahr wird, trotz des Ausmaßes der Herausforderung und trotz des neuen Motorenprojekts“, sagt er. „Wir wollen definitiv nicht in diesem Modus sein. Wir befinden uns im Full-Attack-Mode. In jeder Abteilung brennt das Feuer. Es gibt einen enormen Drang, so schnell wie möglich zu einem konkurrenzfähigeren Auto und einer besseren Position zurückzukehren. Das ist es, was man heute in Milton Keynes spürt.“

Für den Grand Prix von Miami erwartet Mekies, dass die Truppe dank der längeren Kalenderpause nach Japan einen Schritt nach vorne machen kann. Die abgesagten Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien geben dem Team zusätzliche Zeit für Analysen und Simulationen. Doch er dämpft auch die Erwartungen: „Ich denke nicht, dass wir Wunder erwarten sollten, was das Schließen der Lücke angeht, denn dieser Abstand ist substanziell.“

Was Red Bull zudem zu schaffen macht, ist das mangelnde Vertrauen in den RB22. Sowohl Verstappen als auch Hadjar kämpfen mit einem Auto, das extrem schwierig zu fahren ist. Mekies will der Wiederherstellung dieses Vertrauens Priorität einräumen.

„Was wir gerne sehen würden, ist ein Auto, mit dem unsere Fahrer wieder ans Limit gehen können, damit wir ein realistisches Bild von unserem Rückstand auf die Konkurrenz erhalten“, so der Teamchef. Verstappen ließ nach dem Rennen in China bereits durchblicken, dass er am Steuer im Überlebensmodus unterwegs war.

Im Jahr 2025 startete Red Bull ebenfalls mühsam in die Saison, schaffte es aber durch intensive Entwicklung im Laufe des Jahres doch noch, zu McLaren aufzuschließen. Mekies verweist auf diese Erfolgsbilanz als Beweis dafür, dass das Team mit solchen Situationen umgehen kann.

„Dieses Team war immer sehr gut darin, das Ruder herumzureißen. Wir sind mit der Ausgangslage nicht zufrieden, aber wir glauben, dass wir diese Schwierigkeiten überwinden werden. Genau wie im letzten Jahr werden wir die Limitierungen vollständig verstehen und dann haben wir die Chance, es dieses Jahr erneut zu beweisen“, so Mekies.

Red Bull verfügt schließlich über einen großen Pool an talentierten Köpfen auf dem Campus in Milton Keynes, und Mekies ist fest davon überzeugt, dass sie die aktuellen Einschränkungen mit einer enormen gemeinsamen Anstrengung überwinden können.

Ob diese Aufholjagd auch in diesem Jahr gelingt, bleibt abzuwarten. Die Konkurrenz ist stärker denn je. Mercedes dominiert mit Kimi Antonelli und George Russell. Auch McLaren und Ferrari haben sich im Vergleich zum Vorjahr verstärkt.

Red Bull liegt derzeit gleichauf mit Alpine bei 16 Punkten, während Haas und Alpine den vierten beziehungsweise fünften Platz in der Konstrukteursweltmeisterschaft belegen. Für ein Team, das vier Jahre lang fast alles gewonnen hat, ist das eine harte Realität.

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