Formel 1

Red Bull plant Geniestreich: Strategische Attacke gegen Mercedes bei der FIA angekündigt

Red Bull plant Geniestreich: Strategische Attacke gegen Mercedes bei der FIA angekündigt

Formel-1-Saison noch nicht gestartet: Mercedes und Red Bull im Clinch um das neue Reglement

Im Mittelpunkt steht ein vermeintlicher Trick beim Verdichtungsverhältnis des Mercedes-Motors, und das politische Ränkespiel zwischen den Motorenherstellern ist bereits in vollem Gange.

Während des ersten Shakedown-Tests in Barcelona fiel auf, dass Mercedes ein beachtliches Kilometerpensum abspulte und in einigen Phasen der Sessions bemerkenswerte Performance-Spitzen zeigte.

Was mehrere Teams beunruhigt, ist der Verdacht, dass Mercedes einen Weg gefunden hat, innerhalb des Reglements einen höheren Wirkungsgrad aus ihrer Power Unit zu kitzeln als der Rest des Feldes. Möglich sei dies durch eine clevere Ausnutzung temperaturabhängiger Verdichtungsverhältnisse.

Einem Bericht von Motorsport Italia zufolge soll Mercedes bei statischen Tests ein Verdichtungsverhältnis von 16:1 vorweisen. Das entspricht exakt dem gesetzlichen Maximum, doch sobald der Motor auf Betriebstemperatur läuft, soll das effektive Verhältnis auf bis zu 18:1 ansteigen.

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Red Bull will sich dem Protest nun anschließen

Dies war das Niveau, das unter dem vorherigen Reglement üblich war. Der Motor würde dadurch im Rennen mehr Leistung und Effizienz generieren, ohne gegen den Wortlaut des Reglements zu verstoßen.

Interessant ist, dass Red Bull ursprünglich über diesen Ansatz informiert gewesen sein soll und zunächst nicht beabsichtigte, Einspruch einzulegen. Doch nach den Erkenntnissen aus Barcelona, die einen erheblichen Vorsprung von Mercedes vermuten lassen, hat sich das Blatt gewendet.

Red Bull ist nun bereit, einen offiziellen Protest bei der FIA zu unterstützen, in der Hoffnung, den Trick noch vor dem Saisonstart verbieten zu lassen.

Die Entscheidung von Red Bull, gegen Mercedes vorzugehen, scheint auf konkreten Daten aus dem Test zu basieren. Kurze, aber aussagekräftige Performance-Runs, bei denen Mercedes seinen wahren Speed zwar noch nicht vollständig preisgab, aber genug zeigte, um Argwohn zu wecken.

Dies hat zu Spekulationen geführt, dass Mercedes der Konkurrenz beim Saisonauftakt in Melbourne am 8. März weit voraus sein könnte.

Der Protestmechanismus der FIA sieht vor, dass vier der fünf Motorenhersteller einer Regeländerung zustimmen müssen. Quellen zufolge gibt es nun ausreichend Unterstützung. Red Bull, Ferrari, Honda und Audi sollen hinter dem Einspruch stehen.

Die Angelegenheit wird in Kürze auf der Agenda der Power Unit Commission in Bahrain stehen. Dort muss entschieden werden, ob die Messverfahren für das Verdichtungsverhältnis angepasst werden, beispielsweise durch Messungen bei Betriebstemperatur statt bei Raumtemperatur.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff zeigt sich verärgert über den Widerstand der anderen Teams. Er betrachtet die Entwicklung des Motors als vollkommen legal und im Einklang mit den FIA-Regeln. Mercedes habe während des Entwicklungsprozesses sogar engen Kontakt zur FIA gehalten, um die Konformität sicherzustellen.

Für Wolff ist es ein klassischer F1-Schachzug: Eine brillante technische Innovation wird infrage gestellt, sobald sich ein Performance-Vorteil abzeichnet. Er erkennt darin den politischen Reflex der Konkurrenz, die alles daran setzt, Mercedes einzubremsen, noch bevor das erste Rennen gefahren ist.

Die Situation erinnert an das Jahr 2014, als Mercedes ebenfalls als Erster das neue Reglement perfekt ausnutzte und eine Ära der Dominanz einleitete. Wolff weiß nur zu gut, wie entscheidend es ist, bei Regeländerungen an der Spitze zu stehen.

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