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Pirelli wählt bizarren Ort für Regenreifentest

Pirelli wählt bizarren Ort für Regenreifentest
SHANGHAI, CHINA - MARCH 22: Pirelli tyre compounds lined up for display prior to the Sprint ahead of the F1 Grand Prix of China at Shanghai International Circuit on March 22, 2025 in Shanghai, China. (Photo by Mark Sutton - Formula 1/Formula 1 via Getty Images)

Pirelli plant ungewöhnlichen Regenreifentest in Bahrain für die F1-Saison 2026

Pirelli wird Ende Februar erstmals einen Test mit Regenreifen auf dem Bahrain International Circuit durchführen – eine Entscheidung, die auf den ersten Blick für Erstaunen sorgt.

Bahrain ist schließlich einer der trockensten und heißesten Standorte im F1-Kalender und weit entfernt von den Bedingungen, unter denen Regenreifen normalerweise getestet werden. Dennoch steckt hinter dieser überraschenden Entscheidung des italienischen Reifenlieferanten eine klare Logik.

Traditionell finden Regenreifentests auf Strecken mit fest installierten Bewässerungsanlagen statt, wie etwa in Fiorano, Paul Ricard oder Magny-Cours. Diese Kurse können auf Knopfdruck per Sprinkleranlage unter Wasser gesetzt werden, was kontrollierte Testbedingungen garantiert.

Der Nachteil dieser Tests? Diese Strecken sind relativ reifenschonend und bieten kaum die Herausforderungen in Sachen Verschleiß, mit denen die Formel-1-Teams an echten Rennwochenenden konfrontiert werden.

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Ein alternatives Bewässerungssystem

Bahrain ist in dieser Hinsicht das genaue Gegenteil: Eine reifenmordende Strecke mit hohen Temperaturen und einer groben Asphaltstruktur. Genau die Art von Untergrund, die Pirelli benötigt, um die Regenreifen unter extremen Bedingungen zu prüfen.

Obwohl Bahrain über keine fest installierte Bewässerungsanlage verfügt, arbeitet die Rennstrecke an einer Lösung. Pirellis Motorsportchef Mario Isola bestätigte während der ersten Testfahrten vor der Saison, dass die Strecke an einem alternativen System arbeitet, um den Kurs vollständig zu fluten.

„Ich bin sehr positiv gestimmt. Die Strecke hat die Idee, den kompletten Kurs nass zu machen. Nicht mit Wassertanks, sondern mit einem anderen Sprühsystem“, so Isola.

„Wenn sie das gut umsetzen, haben wir die seltene Gelegenheit, Regenreifen auf einer Strecke mit hohem Reifenverschleiß zu testen.“

Laut Isola ist ein konstanter Wasserfilm entscheidend. Zu starke Schwankungen bei der Nässe würden die Testergebnisse unbrauchbar machen. Dennoch zeigte sich die Rennstrecke äußerst kooperativ, was Isola ausdrücklich lobt.

„Die Verantwortlichen in Bahrain sind immer bereit, bei unseren speziellen Anfragen mitzuziehen.“

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„Ich habe sie angerufen und gefragt: ‚Was wäre, wenn wir einen Regenreifentest in Bahrain planen?‘“

„Und die Antwort war sofort: ‚Natürlich, lassen Sie uns darüber nachdenken.‘“

Der Full-Wet-Reifen von Pirelli steht seit Jahren in der Kritik. Die Fahrer nutzen ihn selten, da der Gummi nur bei extremem Regen funktioniert – oft unter Bedingungen, bei denen die Session ohnehin unterbrochen wird.

Dadurch wird bei Regen eher auf den Intermediate gesetzt, selbst wenn das bedeutet, dass die Teams einen zusätzlichen Boxenstopp einkalkulieren müssen.

Pirelli möchte die Nutzbarkeit des Regenreifens erhöhen, indem das sogenannte Crossover-Zeitfenster zwischen Full Wet und Intermediate verkleinert wird. So hofft man, dass die Teams häufiger zum Regenreifen greifen, anstatt ihn zu meiden.

„In einer Rennsituation, in der die Strecke möglicherweise abtrocknet, entscheiden sich die Teams lieber sofort für den Intermediate, um die Anzahl der Boxenstopps zu begrenzen“, erklärt Isola.

„Deshalb versuchen wir, den Leistungsunterschied zwischen dem Regenreifen und dem Intermediate zu verringern.“

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