Formel 1

Max Verstappen: Einigung mit Red Bull steht offenbar auf der Kippe

Max Verstappen na de Grand Prix van Canada
Max Verstappen na de Grand Prix van Canada / Gettyimages

Max Verstappen startet mit klarem Ziel in die Formel-1-Saison 2026: Rückeroberung des Weltmeistertitels.

Nach vier Titeln in Folge musste sich der Niederländer im Jahr 2025 mit dem zweiten Platz in der Gesamtwertung begnügen, nur zwei Punkte hinter Lando Norris.

Obwohl Max Verstappen in der vergangenen Saison die meisten Siege und Pole-Positions einfuhr, übernahm er zu keinem Zeitpunkt die Führung in der Weltmeisterschaft – ein Novum seit 2020.

Ein entscheidender Faktor bei der Jagd nach einem weiteren Titel ist die Konkurrenzfähigkeit des brandneuen Red Bull Powertrains-Motors. Zum ersten Mal in seiner Karriere wird Verstappen nicht auf ein Triebwerk eines externen Partners setzen, sondern auf ein Aggregat, das Red Bull in Eigenregie entwickelt hat.

Der Übergang zum Motorenhersteller stellt das Team aus Milton Keynes vor eine gewaltige Herausforderung, zumal die Formel 1 für 2026 tiefgreifende Änderungen am Reglement in den Bereichen Antrieb, Aerodynamik, Chassis und Reifen vorgenommen hat.

Die Entwicklung des RBPT DM01, der ersten eigenen Power Unit in der Geschichte von Red Bull, ist von zentraler Bedeutung. Der Motor wird nicht nur die Boliden von Red Bull Racing antreiben, sondern auch die des Schwesterteams Racing Bulls.

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Mekies hielt es für wichtiger, den Abwärtstrend zu stoppen

In Kooperation mit Ford hat Red Bull in den vergangenen Jahren massiv in Hybridtechnologie investiert, unter anderem durch die Abwerbung dutzender Ingenieure von Mercedes.

Dies befeuerte Spekulationen über mögliche Grauzonen im Reglement, insbesondere im Hinblick auf das Verhältnis zwischen Verbrennungsmotor und Elektroantrieb, das ab dieser Saison auf eine 50/50-Verteilung festgeschrieben ist.

Die ersten Anzeichen zur Zuverlässigkeit beim Shakedown in Barcelona waren ermutigend. Dennoch gibt es noch Bedenken hinsichtlich der Abstimmung des Antriebsstrangs.

Das Triebwerk funktioniert mechanisch zwar einwandfrei, doch die Fahrbarkeit und die Drehmomentabgabe bieten noch Raum für Optimierungen. Das sind essenzielle Details, wenn Verstappen und Red Bull sofort wieder an der Spitze des Feldes mitmischen wollen.

Während Konkurrenten wie Ferrari und McLaren bereits früh im Jahr 2025 den Fokus komplett auf die Entwicklung ihrer neuen Boliden legten, entschied sich Red Bull dazu, das 2025er-Auto bis spät in die Saison weiterzuentwickeln.

Teamchef Laurent Mekies befand es für wichtiger, den Abwärtstrend des Teams unter Horner zu stoppen, als den Fokus vorzeitig auf 2026 zu verschieben. Diese Entscheidung könnte die Vorbereitung auf die neue Ära beeinflusst haben.

Jan Lammers merkte in einem aktuellen Interview an, dass man bei Red Bull „sehr zufrieden“ wäre, wenn man sich auf Anhieb unter den Top 6 etablieren könnte. Der ehemalige F1-Pilot hält dies für ein realistisches Ziel, vor allem angesichts der enormen Hürden, als Neueinsteiger im Motorenbau sofort konkurrenzfähig zu sein.

Ob sich Verstappen jedoch mit „nur“ Top-Resultaten zufriedengibt, bleibt abzuwarten.

Der viermalige Weltmeister ist auf das Siegen programmiert und wird sich wohl kaum mit einer Rolle im erweiterten Verfolgerfeld abfinden. Zumal McLaren und Ferrari ihre Karten schon früh auf 2026 gesetzt haben und auch Mercedes einen starken Start in die neue Ära erwischt zu haben scheint.

In dieser Hinsicht wird es für Red Bull entscheidend sein, schnelle Fortschritte zu erzielen – nicht nur bei der Standfestigkeit, sondern vor allem bei der reinen Performance und der Feinabstimmung des Antriebsstrangs.

Ein guter Saisonstart in Verbindung mit einer gezielten Weiterentwicklung ist somit unumgänglich, um Verstappen bei Laune zu halten. Der Titelgewinn wird davon abhängen, wie schnell Red Bull Motor und Chassis in Einklang bringt. Die Messlatte liegt intern wie extern extrem hoch, und die gesamte Fachwelt schaut gespannt nach Milton Keynes.

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