Formel 1 Mann kauft Fatbike bei Alibaba und tunt es auf 110 km/u Von A. Schenk 22. April 2026 Automobil-News F1-News YouTuber erreicht extreme Geschwindigkeiten mit Fatbike aus China-Webshop Wer auf Alibaba stöbert, stellt schnell fest, dass man für ein paar hundert Euro Elektrofahrzeuge bestellen kann, die in den Niederlanden im Laden das Doppelte kosten. Die chinesische Handelsplattform ist voll von leichten Elektro-Crossern und Scootern zu Spottpreisen. Ein US-amerikanischer YouTube-Kanal beschloss, einen anderen Weg zu gehen, und nutzte ein Budget-Bike für 700 Euro als Basis für ein extremes Tuning-Projekt. Der Kanal heißt MrCentralDriver und konzentriert sich auf den Umbau preiswerter Elektrofahrzeuge. Die Wahl fiel auf die Valtinsu EM22, ein chinesisches Elektro-Crossmotorrad, das auf Alibaba für umgerechnet etwa 700 Euro angeboten wird. Das ist weniger, als man in den Niederlanden für ein ordentliches Stadtrad einer bekannten Marke bezahlt. In der Standardausführung verfügt die EM22 über einen 60-Volt-Akku und einen bürstenlosen Motor mit 2500 Watt. Der Hersteller verspricht eine Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde. Für den YouTuber war das lediglich der Ausgangspunkt für etwas weitaus Extremeres. Lies auch: Mark Webber ist überzeugt: TV-Zuschauer schalten wegen Max Verstappen ein YouTuber baut billiges Fatbike zum extrem schnellen Geschoss um Der Ansatz war radikal. Der originale Akku flog als Erstes raus. Stattdessen montierte er ein schwereres 72-Volt-Akkupack mit einer Kapazität von 30 Amperestunden. Der neue Controller, den er dabei verwendete, kann Spitzen von bis zu 200 Ampere verarbeiten. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Elektroroller arbeitet mit einem Controller, der maximal 30 bis 50 Ampere bewältigt. Der Leistungsunterschied ist also gewaltig. Bei der ersten Testfahrt auf öffentlicher Straße steigt das Vorderrad bei jeder Beschleunigung sofort an, und der digitale Tacho auf seinem Telefon klettert auf 110 Kilometer pro Stunde. Mehr als doppelt so schnell, wie es der Hersteller jemals vorgesehen hatte. Die Aufnahmen sind beeindruckend, aber gleichzeitig ernüchternd. Denn neben der spektakulären Performance zeigt das Video auch genau auf, wo ein Fahrzeug aus diesem Preissegment an seine Grenzen stößt. Die originale Verkabelung der EM22 ist nämlich für die bescheidene Werksleistung ausgelegt. Da nun ein Vielfaches an Strom hindurchfließt, ist das Risiko einer Überhitzung bei dauerhafter Nutzung real. Der YouTuber bemerkt dies während der Fahrt selbst und weist auf die dünnen Kabel hin, die sichtlich warm werden. Kein technisches Problem, das man bei hoher Geschwindigkeit weit weg von zu Hause entdecken möchte. Dasselbe gilt für die Bremsanlage. Nach einigen harten Bremsmanövern aus 110 Kilometern pro Stunde verlieren die leichten Scheibenbremsen spürbar an Kraft. Bremsfading nennt sich dieses Phänomen, das auftritt, wenn Bremsscheiben und Bremsbeläge zu heiß werden, um ihre Arbeit ordnungsgemäß zu verrichten. Bei einem teuren Motorrad löst man das mit größeren Bremsscheiben und besseren Belägen. Bei einem Alibaba-Bike für 700 Euro ist dies eine konstruktive Gegebenheit, die der Hersteller schlichtweg nicht berücksichtigt hat, da das Fahrzeug nie für 110 Kilometer pro Stunde gedacht war. Die technischen Grenzen sind also nicht nur sichtbar, sie sind auch gefährlich, wenn man sie ignoriert. Text geht weiter unter dem Bild. Die niederländische Gesetzgebung ist eindeutig Für niederländische Käufer ist die Situation noch komplexer als nur ein paar technische Anmerkungen. Die Valtinsu EM22 fällt bereits in ihrer Standardform nicht unter die Kategorie Fahrrad oder Moped. Die Kombination aus Gasgriff, einer Motorleistung von 2500 Watt und einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde führt dazu, dass der RDW dieses Fahrzeug als Motorrad klassifiziert. Der Fahrer benötigt also einen gültigen A-Führerschein, um dieses Fahrzeug legal führen zu dürfen. Damit nicht genug, denn für die Zulassung zum öffentlichen Straßenverkehr ist eine europäische Übereinstimmungsbescheinigung (COC) erforderlich. Dieses Dokument bestätigt, dass das Fahrzeug alle europäischen Sicherheitsanforderungen und Emissionsnormen erfüllt. Danach folgt eine offizielle RDW-Prüfung, um ein Kennzeichen beantragen zu können. Und genau an diesem Punkt scheitern fast alle günstigen chinesischen Importmaschinen. Hersteller, die Fahrzeuge für ein paar hundert Euro auf Alibaba anbieten, haben in der Regel keine europäische Typgenehmigung beantragt. Dieser Prozess kostet nämlich Zeit und Geld und drückt auf die Marge, die das Geschäftsmodell solcher Produkte erst attraktiv macht. Text geht weiter unter dem Video. Fahren auf öffentlicher Straße ist streng verboten Ohne Typgenehmigung ist das Fahren auf öffentlichen Straßen in den Niederlanden verboten. Wer dennoch auf die Straße geht, fährt ohne Versicherungsschutz. Ein eventueller Unfall hat dann nicht nur strafrechtliche Konsequenzen, sondern auch finanzielle. Zudem kann die Polizei, wenn sie ein solches Fahrzeug im öffentlichen Raum antrifft, dieses sofort beschlagnahmen. Der Eigentümer bekommt es dann nicht ohne Weiteres zurück. Die einzige legale Option für den niederländischen Käufer ist die Nutzung auf abgeschlossenem Privatgelände. Ein großes Hofgrundstück, Bauernland oder eine Kartbahn abseits der öffentlichen Straße. Als Tuning-Projekt oder Offroad-Spielzeug ist die EM22 für diesen Preis dennoch bemerkenswert leistungsfähig. 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