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In diesem Land sind Camper nicht mehr willkommen

In diesem Land sind Camper nicht mehr willkommen
Sinemorets, Bulgaria. July 15 ,2023. Summer. Black sea cost. Camping car is parked is parked on a cliff in the middle of a meadow with dried grass.

FIA-Reglement 2026: Diese Strafen drohen den Teams und Fahrern

Wer diesen Sommer mit dem Wohnmobil in Richtung der südeuropäischen Küsten aufbricht, sollte nicht auf eine idyllische Übernachtung direkt am Meer setzen.

Ein Urlaubsland, das jahrelang bei europäischen Campern hoch im Kurs stand, hat nämlich seit letztem Jahr ein neues Gesetz eingeführt, das der liberalen Parkpolitik ein Ende setzt, die das Reiseziel so populär gemacht hatte.

Trotz einiger Anpassungen im Sommer 2025 lauern weiterhin empfindliche Bußgelder, und die lokale Polizei kontrolliert Verstöße mittlerweile konsequent.

Die Rede ist von Griechenland, wo Gesetz 5170/2025 am 20. Januar 2025 in Kraft trat. Das Gesetz wurde ohne großes Aufsehen vom Parlament verabschiedet, doch erst im April wurde deutlich, wie streng die neuen Regeln in der Praxis ausgelegt werden.

Drei Mitglieder des Hellenic Motorhome Club erhielten im Küstenort Kato Akrata auf dem Peloponnes jeweils ein Bußgeld von 300 Euro. Ihr einziges Vergehen bestand darin, mit einem geparkten Wohnmobil in Strandnähe zu stehen.

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Offizielle Campingplätze

Der Kern von Artikel 27 des Gesetzes ist eindeutig: Das Aufstellen von Zelten sowie das Parken von Wohnwagen, Anhängern und Wohnmobilen an antiken Ausgrabungsstätten, in Küstengebieten, an Stränden, Waldrändern und anderen öffentlichen Plätzen ist untersagt.

Zudem dürfen Privatpersonen nur noch ein Wohnmobil gleichzeitig auf ihrem eigenen Grundstück abstellen, es sei denn, sie verfügen über eine offizielle Campinggenehmigung.

Die Strafen sind drastisch, da Bußgelder bis zu 300 Euro pro Person oder Fahrzeug fällig werden können. Wer Einspruch einlegt und vor Gericht verliert, muss mit Strafen von bis zu 3.000 Euro rechnen. Sogar eine Ausweisung aus dem Land gehört zu den möglichen Konsequenzen.

Das Land zählt nach eigenen Angaben etwa 2.500 einheimische Wohnmobile. Hinzu kommen jährlich tausende ausländische Camper, vor allem aus Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich.

Insbesondere der Norden mit Regionen wie Chalkidiki, Pieria und Grevena galt bisher als beliebtes Tor für den Wohnmobiltourismus.

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Kleiner Lichtblick nach massiver Kritik

Der Hellenic Motorhome Club, auch unter dem griechischen Kürzel ELAT bekannt, reagierte empört auf das Vorgehen. Der Club wurde im Vorfeld nicht konsultiert, obwohl hunderte Mitglieder unmittelbar betroffen waren.

Nach Krisengesprächen zwischen dem ELAT und dem Tourismusministerium gab es eine teilweise Klarstellung. Das Ministerium erklärte, dass einfaches Parken mit einem Wohnmobil dort gestattet sei, wo die griechische Straßenverkehrsordnung dies auch für PKW zulässt.

„Das Parken eines Wohnmobils ist dort und so erlaubt, wie es die Straßenverkehrsordnung vorschreibt“, so ein Sprecher des Ministeriums.

Am 11. Juni 2025 folgte mit dem Gesetz 5209/2025 eine wichtige Ergänzung. Diese neue Verkehrsordnung schafft mehr Klarheit darüber, was erlaubt ist.

Innerhalb geschlossener Ortschaften dürfen Wohnmobile bis zu einer Länge von 7,5 Metern ohne zeitliche Begrenzung parken. Für längere Fahrzeuge und Gespanne gilt ein Maximum von 24 Stunden.

Außerhalb geschlossener Ortschaften ist das Parken nur auf dafür vorgesehenen Flächen oder am rechten Fahrbahnrand erlaubt, sofern Schilder nichts anderes vorschreiben.

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Parken erlaubt, Campen verboten

Die Grenze zwischen legalem Parken und verbotenem Camping bleibt hauchdünn. Sobald etwas außerhalb des Wohnmobils platziert wird – sei es ein Stuhl, ein Tisch, eine ausgefahrene Markise oder Kochequipment – wird das Fahrzeug als „Camping-Situation“ eingestuft und stellt somit einen Verstoß dar.

Schon ein Wohnmobil, das „reisefertig“ aussieht, kann für ein Ticket ausreichen, wie Berichte von Betroffenen zeigen. Einige Camper erhielten Bußgelder, während sie lediglich im Inneren ihres Fahrzeugs zu Mittag aßen.

Eine Petition gegen Artikel 27 wurde mittlerweile von tausenden Menschen unterzeichnet, darunter auch viele deutsche Camper. Die Petition fordert die Rücknahme des Artikels oder zumindest die Schaffung offizieller Reisemobilstellplätze, die im Land fast vollständig fehlen.

Alternativen und praktische Tipps

Das Tourismusministerium hat eingeräumt, dass eine Regelung für temporäre Stellplätze, sogenannte Camper Stops, geschaffen werden muss. Andere Ministerien sollten hierbei die Initiative ergreifen, doch bis heute ist davon wenig umgesetzt worden.

Wer dennoch anreist, sollte sich strikt an einen Plan halten: Reservieren Sie vorab auf offiziellen Campingplätzen, nutzen Sie Apps wie Campercontact, Park4Night oder Campy, um legale Übernachtungsmöglichkeiten zu finden, und widerstehen Sie der Versuchung, auch nur einen Stuhl auf einem öffentlichen Parkplatz vor die Tür zu stellen.

Alternative Reiseziele wie Süditalien, Kroatien oder Albanien kommen ebenfalls in Betracht, da das Camper-Leben dort deutlich freier gestaltet werden kann. Tausende europäische Wohnmobilisten scheinen diese Konsequenz bereits gezogen zu haben.

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