Formel 1

Historische Flugzeuge begleiten F1-Boliden in die Startaufstellung

Historische Flugzeuge begleiten F1-Boliden in die Startaufstellung
Luqa, Malta December 10, 2010: Kosmos Antonov An-12B seconds before touch down runway 31.

Historische Luftfahrttechnik trifft moderne Formel 1: Wie eine Antonov An-12 den AMR26 pünktlich an die Rennstrecke brachte.

Ein brandneuer Formel 1-Bolide steht symbolisch für die Gegenwart: für Simulationen, Datenströme und straffe Zeitpläne. Doch am 29. Januar spielte sich in Barcelona eine bemerkenswerte Szene ab.

Ein funkelnagelneuer Aston Martin AMR26 wurde aus einem Frachtflugzeug gerollt, das älter ist als viele der Ingenieure, die an ihm arbeiten. Kein hypermoderner Cargo-Jet, sondern eine Antonov An-12BP aus dem Jahr 1972 – ein Überbleibsel aus dem Kalten Krieg, das moderne Renntechnologie an die Strecke brachte.

Als der AMR26 am Donnerstagnachmittag zum ersten Mal an der Strecke auftauchte, richtete sich alle Aufmerksamkeit sofort auf das neue Design. Doch mindestens ebenso interessant war die Frage: Wie ist der Wagen überhaupt rechtzeitig nach Barcelona gelangt?

In der Fabrik in Silverstone wurde bis tief in die Nacht an dem Auto gearbeitet. Erst am frühen Morgen gab es grünes Licht für den Transport. Der Zeitdruck war enorm. Das größte Problem lag jedoch beim Transportmittel: Der Container mit dem Auto war zu groß für Standard-Frachtflugzeuge.

Die Lösung kam aus einer unerwarteten Ecke. Die ukrainische Frachtgesellschaft Cavok Air stellte eine Antonov An-12BP zur Verfügung. Dieses robuste Flugzeug von 1972 mit vier Turboprop-Triebwerken und militärischen Wurzeln erwies sich als ideal für den Transport großer und sperriger Ladung – genau das, was benötigt wurde.

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Warum alte Technik hier besser funktioniert

Die Antonov An-12 wurde für die Militärlogistik entwickelt: Transport von Fahrzeugen, Ausrüstung und Personal an abgelegene Orte ohne gute Infrastruktur.

Das Flugzeug verfügt über einen geräumigen, hohen Laderaum mit einem Boden aus Stahl und Titan, der hohen Punktbelastungen standhält. Dank der Heckklappe können lange und schwere Objekte direkt verladen werden.

Cavok Air's Antonov An-12 UR-CKM recently hauled Aston Martin's 2026 F1 car AMR26 from Birmingham to Girona, a standout freight move. Full details and photos: https://t.co/w7VP3alikZ

Moderne Frachtflugzeuge sind auf Standardcontainer optimiert und damit oft weniger flexibel. In diesem Fall war die Antonov also die perfekte Wahl, da das F1-Chassis ohne Anpassung oder Demontage transportiert werden konnte.

Die An-12 ist als Ganzmetall-Hochdecker mit einem runden Rumpf von vier Metern Breite konstruiert. Die einfachen, robusten Tragflächen mit großen Landeklappen sorgen für Stabilität bei niedriger Geschwindigkeit, sodass das Flugzeug auch auf kurzen Landebahnen operieren kann.

Die vier AI-20 Turboprops leisten jeweils etwa 4000 PS. Effizienz war nie das Ziel, wohl aber Langlebigkeit und Zuverlässigkeit. Und genau deshalb sind viele An-12 trotz ihres Alters und der Konkurrenz durch moderne Alternativen, die oft schon wieder verschwunden sind, immer noch im Einsatz.

Auch das Fahrwerk verrät den Ursprung: niedriger Reifendruck für unbefestigte Start- und Landebahnen, hydraulische Scheibenbremsen mit ABS und optionale beheizbare Skier für Einsätze im Schnee.

Das ist für F1-Autos zwar nicht nötig, zeigt aber, wie schnell und autark dieser Flugzeugtyp einsetzbar ist, ganz ohne komplexe Bodenabfertigung oder Infrastruktur. Ein entscheidender Vorteil, wenn jede Minute zählt.

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