Formel 1

Herbert kritisiert Hamilton: Ohne diesen Faktor kein achter WM-Titel

Herbert kritisiert Hamilton: Ohne diesen Faktor kein achter WM-Titel
SINGAPORE, SINGAPORE - OCTOBER 03: Lewis Hamilton of Great Britain and Scuderia Ferrari is interviewed during practice ahead of the F1 Grand Prix of Singapore at Marina Bay Street Circuit on October 03, 2025 in Singapore, Singapore. (Photo by Mark Sutton - Formula 1/Formula 1 via Getty Images)

Hamilton kann den achten F1-Titel weiterhin gewinnen – doch dafür müssen Bedingungen erfüllt sein

Lewis Hamilton hegt noch immer die Hoffnung, seinen achten Weltmeistertitel in der Formel 1 einzufahren, fünf Jahre nachdem ihm dieser in der Schlussrunde des berüchtigten Grand Prix von Abu Dhabi 2021 entrissen wurde.

Laut Ex-Pilot und Experte Johnny Herbert ist dies weiterhin möglich, sofern Ferrari ihm das passende Auto zur Verfügung stellt. Hamilton wechselte Anfang 2025 von Mercedes zu Ferrari, um seiner Karriere nach drei sieglosen Saisons bei den Silberpfeilen neuen Schwung zu verleihen.

Doch seine Debütsaison bei der Scuderia verlief desaströs: kein einziges Podium, lediglich 156 Punkte und seine schlechteste Punkteausbeute seit Einführung des aktuellen Systems im Jahr 2010. Der Brite selbst sprach von der schlechtesten Saison seiner Karriere.

Trotzdem gibt sich Hamilton kämpferisch. Er hofft, dass Ferrari das revolutionäre Reglement für 2026 besser interpretiert hat als die vorangegangenen technischen Änderungen im Jahr 2022, als die Ground-Effect-Autos eingeführt wurden.

Das Regelwerk für 2026 bedeutet die größte Zäsur in der Geschichte des Sports, mit neuen Power Units, Chassis, Aerodynamik-Vorgaben und Reifen. Laut Johnny Herbert verfügt Hamilton nach wie vor über das Talent, Weltmeister zu werden, vorausgesetzt, das Auto vermittelt ihm das nötige Gefühl.

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Hamilton hat sich nie vom Masi-Fehler erholt

„Man verliert seinen Renninstinkt nie,“ so Herbert gegenüber RacingNews365.

„Die Entscheidungen, die man bei hoher Geschwindigkeit trifft, wie man mit den Reifen umgeht, die Konstanz – das bleibt alles vorhanden.“

„Was man jedoch langsam verliert, ist der reine Speed. Das habe ich selbst gemerkt, als ich älter wurde, und das ist völlig normal.“

„Aber wenn das Auto zu ihm passt, wenn er Vertrauen spürt, dann kann Lewis es immer noch schaffen.“

„Wenn die Sterne richtig stehen, sehe ich keinen Grund, warum er es nicht packen sollte.“

Für viele Fans und Analysten steht außer Frage, dass Hamilton 2021 seinen achten Titel hätte holen müssen. In Abu Dhabi fuhr er souverän dem Sieg entgegen, bis ein spätes Safety Car die Karten völlig neu mischte.

Der damalige Rennleiter Michael Masi entschied sich, vom Standard-Reglement abzuweichen, indem er nur die überrundeten Fahrzeuge zwischen Hamilton und Verstappen passieren ließ, um noch eine einzige Rennrunde freizugeben.

Verstappen war kurz zuvor für die letzte Runde auf frische Soft-Reifen gewechselt und hatte dadurch einen enormen Vorteil gegenüber Hamilton, der auf alten Hard-Reifen unterwegs war. In der letzten Runde übernahm der Niederländer die Führung und sicherte sich die Weltmeisterschaft.

Die Entscheidung löste heftige Kontroversen aus und kostete Masi letztlich sein Amt. Für Hamilton war es ein Schlag, von dem er sich sportlich gesehen bis heute nicht vollständig erholt hat.

Nach drei mühsamen Jahren bei Mercedes entschied sich Hamilton für die neue Herausforderung bei Ferrari, in der Hoffnung, dass der italienische Rennstall mit dem neuen Reglement ein schlagkräftiges Auto liefert.

Die ersten Anzeichen deuten jedoch auf einen schwierigen Start hin. Die Leistung des Ferrari-Motors scheint hinter der von Mercedes zurückzubleiben, und die FIA plant bereits, einen genaueren Blick auf die Aerodynamik des neuen SF-26 zu werfen.

Hinzu kommt, dass Hamiltons Selbstvertrauen durch die Jahre in Fahrzeugen, die nicht zu seinem Fahrstil passten, gelitten hat.

„Es sind mehrere Faktoren,“ erklärt eine teamnahe Quelle.

„Die Ground-Effect-Autos von 2022 bis 2025 lagen ihm nicht, und das beeinflusst unweigerlich das Vertrauen.“

„Ferrari ist zudem ein Team mit einer sehr starken eigenen Kultur.“

„Wenn man in starren Arbeitsmethoden feststeckt und kein Top-Auto hat, wird es selbst für einen siebenfachen Weltmeister schwierig, ans Limit zu gehen.“

Dennoch machen die ersten Testtage Hoffnung. Hamilton fuhr kürzlich bei einem privaten Test in Barcelona die Bestzeit, noch vor den offiziellen Testfahrten in Bahrain.

Sollte Ferrari in den kommenden Wochen bestätigen können, dass das Paket konkurrenzfähig ist, könnte Hamilton wieder in den Titelkampf eingreifen. Und dann lebt er weiter, der Traum vom achten Titel.

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