Formel 1

Haftstrafe für F1-Mitarbeiter nach schwerem Unfall mit zwei Schwerverletzten

Haftstrafe für F1-Mitarbeiter nach schwerem Unfall mit zwei Schwerverletzten

Haftstrafe für Ex-F1-Mechaniker Jason Walker nach schwerem Unfall mit Rentner-Ehepaar

Ein Formel 1-Mechaniker, der sein gesamtes Berufsleben im am stärksten kontrollierten Umfeld des Motorsports verbrachte, verlor an einer gewöhnlichen Kreuzung in Birmingham die Kontrolle und zerstörte damit das Leben zweier Menschen. Jason Walker wurde zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und acht Monaten verurteilt.

Walker ist 54 Jahre alt und arbeitet als Reifenmechaniker in der Formel 1. Er reiste für seinen Job um die ganze Welt und montierte in Dutzenden Ländern Reifen an F1-Boliden. In seiner Freizeit bereiste er Europa in seinem Mercedes AMG.

Am Montag, den 16. Dezember 2024, war er auf dem Weg nach Hause, nachdem er sein Auto hatte waschen lassen.

An der Bristol Road South in Northfield, gegenüber einem Sainsbury’s und einem Wetherspoon-Pub, hielt er an einer roten Ampel. Als diese auf Grün sprang, drückte er das Gaspedal durch und beschleunigte zur nächsten Kreuzung.

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Das Opfer versuchte noch, seine Frau wegzuziehen

Die nächste Ampel sprang auf Rot, doch Walker nahm kein Gas weg. Zeugen hörten sein Auto rutschen und berichteten von überhöhter Geschwindigkeit. Auf Höhe des Black Horse-Pubs fuhr er 67 Kilometer pro Stunde in einer Zone, in der 50 erlaubt sind. Danach stieg seine Geschwindigkeit auf 90 Kilometer pro Stunde an.

An der Kreuzung zur Sir Herbert Austin Way verlor er die Kontrolle. Der Mercedes prallte gegen den Mittelstreifen und schleuderte in Richtung Bordstein, wo Menschen an einem Fußgängerüberweg warteten.

Eine Mutter konnte ihre zwei kleinen Kinder im letzten Moment wegziehen. Ein pensioniertes Ehepaar im Alter von 69 Jahren hatte diese Zeit nicht. Das männliche Opfer hatte das Auto noch kommen sehen und versuchte, seine Frau wegzuziehen, fing dabei jedoch die volle Wucht des Aufpralls ab.

Das Opfer wurde schwer verletzt und erlitt unter anderem einen Lungenkollaps, Rippenbrüche, ein gebrochenes Schulterblatt, Wirbelbrüche sowie einen Armbruch. Aufgrund von Nervenschäden kann das Opfer seine linke Hand nur noch eingeschränkt nutzen.

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Zudem erlitt der Mann einen Schlaganfall, weshalb er seinen rechten Arm und sein rechtes Bein nicht mehr bewegen kann. Das Opfer hat Schwierigkeiten beim Essen und Sprechen, auch sein Gedächtnis ist beeinträchtigt. Der Mann verbrachte mehr als ein Jahr in medizinischen Einrichtungen und konnte erst im Januar 2026 nach Hause zurückkehren.

Seine Frau erlitt mehrere Kopf- und Gesichtsfrakturen, darunter einen vollständig zertrümmerten Kiefer, der nicht rekonstruiert werden konnte. Sie erlitt infolge des Unfalls zudem einen Herzstillstand, erholte sich davon aber den Umständen entsprechend gut.

„In einem Bruchteil einer Sekunde hat sich unser Leben drastisch verändert. Wir werden nie wieder dieselben sein, die wir einmal waren“, erklärte die Frau in einer Zeugenaussage.

Das Paar hatte vor dem Ruhestand zwanzig Jahre lang gemeinsam einen Pub in Südengland geführt, bevor sie in die West Midlands zurückkehrten, um näher bei ihrer Familie zu sein. Sie kümmerten sich um ihren erwachsenen Sohn, der in jungen Jahren an einem Hirntumor erkrankt war.

Sie hatten eine Kreuzfahrt geplant, um ihren 70. Geburtstag zu feiern. Stattdessen begingen sie diesen Tag im Krankenhaus, getrennt voneinander. Ihre Tochter muss sich nun zusammen mit ihrem Bruder um das Ehepaar kümmern.

Walker blieb nach dem Crash vor Ort und versuchte dem Paar zu helfen, bevor er festgenommen wurde. Vor dem Gericht in Birmingham bat er um Entschuldigung.

„Ich übernehme die volle Verantwortung für mein Handeln und für den entstandenen Schaden. Die Erinnerung an diesen Vorfall verfolgt mich jeden Tag“, so Walker.

Walker war nicht vorbestraft. Der Richter sprach von lebensverändernden Auswirkungen für die Opfer und deren Familie und verhängte gegen Walker zusätzlich zur Haftstrafe ein Fahrverbot von vier Jahren und vier Monaten. Bevor er sich wieder hinter das Steuer setzen darf, muss er eine umfassende Nachprüfung ablegen.

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