Formel 1

„Gianpiero Lambiase verlässt Red Bull früher als geplant“

„Gianpiero Lambiase verlässt Red Bull früher als geplant“

Transfer-Hammer: McLaren verpflichtet Formel-1-Ikone Gianpiero Lambiase

Der langjährige Renningenieur von Max Verstappen verlässt Red Bull Racing und wird Chief Racing Officer beim amtierenden Weltmeister. Offiziell tritt er seinen Dienst spätestens 2028 an, doch Ex-Teamchef Günther Steiner erwartet, dass es deutlich früher dazu kommen wird.

„Ich denke, er wird Red Bull schon bald verlassen, und vielleicht kann er sogar früher bei McLaren anfangen. Sie werden ihn dort nicht mehr halten“, so Steiner im Drive to Wynn-Podcast.

Der ehemalige Haas-Teamchef verweist dabei auf einen Mangel an Motivation, der bei solchen Wechseln automatisch entsteht. „Wenn man weiß, dass man woanders hingeht, ist es immer schwierig. Man will seinen Job gut machen, aber ist das Herz zu hundert Prozent dabei? Vielleicht sind es nur neunundneunzig Prozent.“

„In der Formel 1 ist das manchmal nicht gut genug, besonders in der Situation, in der sie sich gerade befinden. Sie werden den besten Weg nach vorne finden und dann entscheiden, was sie mit GP machen“, erklärte Steiner.

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Klarheit im Team

Dass Red Bull ihn nicht bis zum Ende seines Vertrags halten will, ist für Steiner logisch. Das Team habe ein Interesse daran, schnell Klarheit zu schaffen, auch wenn das einen vorzeitigen Abschied bedeutet.

Zak Brown hat bereits signalisiert, dass McLaren für Gespräche über einen früheren Wechsel offen ist, sofern Red Bull dazu bereit ist.

Red Bull stimmte zuvor bereits zu, dass Jonathan Wheatley sein Gardening Leave verkürzte, um Teamchef bei Audi zu werden. Bei Will Courtenay hielten sie hingegen deutlich länger am ursprünglichen Austrittsdatum fest.

Lambiase arbeitet bereits seit der Saison 2016 mit Verstappen zusammen. Er begleitete den Niederländer zu vier Weltmeistertiteln und stieg vom Renningenieur zum Head of Racing auf – eine Position, die er nach dem Abgang von Wheatley übernahm.

Verstappen erklärte nach seinem ersten WM-Titel 2021 sogar, dass er aufhören würde, sollte Lambiase nicht mehr sein Ingenieur sein. Das macht diesen Abschied für die Red Bull-Anhänger besonders bitter.

McLaren-Teamchef Andrea Stella verwies auf die positive Kultur und das Arbeitsumfeld beim Team aus Woking als Grund für den Wechsel. Jos Verstappen sieht das anders und behauptete, der Wechsel erfolge, „weil sie ihm sehr viel Geld bieten“.

Für Steiner ist der Schritt logisch erklärbar. Er meint, dass der Marktwert von Mitarbeitern am höchsten ist, wenn das Team gewinnt oder gut performt. Wer jetzt nicht wechselt, müsste möglicherweise warten, bis Red Bull erneut dominiert.

„In der Formel 1 ist alles zyklisch. Alles kommt und geht“, so Steiner.

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Der personelle Aderlass bei Red Bull ist mittlerweile beeindruckend. Neben Lambiase verließen auch Rob Marshall, Will Courtenay, Adrian Newey und Jonathan Wheatley das Team.

McLaren profitiert davon maximal. Steiner zeigt sich beeindruckt von der Strategie des britischen Rennstalls.

„McLaren denkt langfristig, und das ist sehr clever. Mit Will Courtenay kommt ebenfalls ein sehr guter Mann von Red Bull, und sie haben ein extrem starkes Team aus Individuen. Es sind erfahrene Leute, die sie holen, aber sie sind noch jung genug, um den nötigen Drive zu haben. Das sind keine Leute, die auf ihre Rente schielen. Nein, sie wollen immer noch Rennen fahren und gewinnen.“

Die Frage bleibt, wie Red Bull diese Lücken füllen wird. Während Konkurrenten wie Laurent Mekies an neuen Strukturen bauen, macht der Zerfall des Erfolgsteams, das Jahre lang alles dominierte, den Wiederaufbau nicht einfacher.

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