Formel 1

George Russell: „Ich habe wirklich nicht vergessen, wie man fährt“

George Russell: „Ich habe wirklich nicht vergessen, wie man fährt“

George Russell liegt bereits meilenweit hinter Teamkollege Andrea Kimi Antonelli zurück – doch der Brite gibt vorerst nicht auf.

Obwohl sein Rückstand in der Gesamtwertung auf die Spitze immer weiter anwächst, gibt sich George Russell kämpferisch. Der Brite hat nach dem Grand Prix von Miami sein Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten unterstrichen, trotz eines Wochenendes, an dem Teamkollege Kimi Antonelli ihn erneut vollständig in den Schatten stellte.

Der Brite gilt in dieser Saison als der erklärte Topfavorit auf den Weltmeistertitel, kam am Sonntag jedoch nur als Vierter ins Ziel. Sein 19-jähriger Teamkollege aus Italien konnte nicht nur das Rennen gewinnen, sondern baute seinen Vorsprung in der Meisterschaft zudem auf 20 Punkte aus.

Es war die bisher deutlichste Differenz zwischen den beiden Mercedes-Piloten in dieser Saison. Antonelli holte die Pole Position und gewann das Rennen, während Russell die Ziellinie 43 Sekunden später überquerte. Bei den britischen Buchmachern hat Antonelli Russell mittlerweile als Titelfavoriten abgelöst.

Russell gab sich im Anschluss ehrlich, wirkte aber keineswegs gebrochen. Der Brite zeigt sich weiterhin kampfbereit und äußerte sich zu seiner eigenen Performance sowie zum Schatten von Antonelli, in dem der Brite immer mehr zu verschwinden droht.

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Russell profitierte voll vom Patzer von Leclerc

„Er ist ein fantastischer Fahrer und war vom ersten Tag an außergewöhnlich schnell“, sagte er über Antonelli.

„Ich habe nach wie vor Vertrauen in mich selbst. Ich habe nicht vergessen, wie man fährt.“

„Es ist momentan einfach eine etwas schwierige Phase, aber wir haben erst vier Rennen hinter uns und es ist noch ein langer Weg.“

Dass Russell als Vierter ins Ziel kam, war übrigens ein glücklicher Umstand und fiel deutlich besser aus, als es normalerweise der Fall gewesen wäre. Miami ist eine Strecke, die ihm aufgrund des niedrigen Grip-Niveaus, das seinen präzisen Fahrstil benachteiligt, von Natur aus nicht liegt. Dennoch gelang es ihm, das Beste daraus zu machen.

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Im Sprint am Samstag verlor er keine Punkte auf Antonelli, da der Italiener wegen wiederholten Überschreitens der Track Limits eine Zeitstrafe von fünf Sekunden erhielt. Im Hauptrennen gewann Russell zudem einen weiteren Platz, weil Charles Leclerc in der vorletzten Runde die Leitplanken berührte.

Was Russell im Nachgang hervorhob, waren seine Erkenntnisse aus den letzten zehn Runden. Nach Anpassungen am Differenzial und der Bremsbalance kam er plötzlich deutlich näher an das Tempo von Antonelli heran.

„Das hatte eine größere Auswirkung, als ich erwartet hatte“, gab er zu.

„Der echte Test folgt in den nächsten Rennen.“

Auch Jenson Button kann sich gut vorstellen, dass Russell geschockt sein wird, doch der Weltmeister von 2009 erwartet dennoch, dass der Brite seine Haut so teuer wie möglich verkaufen und in Kanada sogar zurückschlagen wird.

„George denkt wahrscheinlich: Was ist da gerade passiert? Er war der Favorit und der Schnellste zu Beginn des Jahres.“

„Aber er ist selbstbewusst und macht das Richtige, indem er offen darüber kommuniziert, was nicht stimmt. So kann man Probleme angehen.“

Expertin Naomi Schiff weist darauf hin, dass auch Antonelli in dieser Saison seine Fehler gemacht hat und dass Russells Konstanz ihm auf lange Sicht helfen könnte.

„Niemand möchte von seinem Teamkollegen geschlagen werden, aber George kann zurückschlagen.“

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