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Formel 1 in Trauer: Beliebter Pilot verstorben

Formel 1 in Trauer: Beliebter Pilot verstorben

Er war nicht der Fahrer für die Geschichtsbücher: Keine Siege in der Formel 1, nicht einmal Punkte – und doch ist sein Name unvergessen.

An einem glühend heißen Augusttag im Jahr 1976 tat dieser Brite etwas, wozu die meisten Menschen schlichtweg nicht in der Lage sind. Nun ist er im Alter von 83 Jahren friedlich im Westen Irlands verstorben.

Die Rede ist von Guy Edwards. Dem Mann, der auf dem alten Nürburgring aus seinem Auto stieg und direkt in die Flammen lief.

Niki Lauda verlor an jenem Tag die Kontrolle über seinen Ferrari, prallte gegen die Leitplanken und kam als Flammenmeer mitten auf der Strecke zum Stehen.

Edwards fuhr fast auf das Wrack auf und gehörte zu den Ersten, die anhielten. Gemeinsam mit Arturo Merzario, Brett Lunger und Harald Ertl gelang es ihm, Lauda aus dem brennenden Wrack zu ziehen.

Der Österreicher überlebte nur knapp. Schwere Verbrennungen, durch den giftigen Rauch geschädigte Lungen, aber er lebte. Für diesen Einsatz wurde Edwards später die Queen’s Gallantry Medal verliehen, eine Auszeichnung für besondere Tapferkeit.

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Als Rennfahrer blieb Edwards der große Durchbruch verwehrt. Zwischen 1974 und 1977 bestritt er siebzehn Grands Prix für Embassy Hill, Hesketh und BRM.

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Karriere

Ein siebter Platz in Schweden in seinem Debütjahr war das höchste der Gefühle; WM-Punkte blieben ihm verwehrt. In der britischen Formel-1-Meisterschaft, die nach ihrem Sponsor Aurora benannt wurde, lief es besser. Dort konnte er zwischen 1978 und 1980 einige Siege feiern.

Sein Glück fand er eher bei den Sportwagen. Zehnmal stand Edwards bei den 24 Stunden von Le Mans am Start und fuhr 1981 für J.L.P. Racing auf den zweiten Platz in seiner Klasse. Sein bestes Ergebnis auf dem französischen Kurs.

Edwards studierte an der Universität von Durham und stieg danach direkt in den Motorsport ein. An einer Rennfahrerschule in Brands Hatch sicherte er sich im Austausch für Büroarbeiten kostenlose Fahrzeit und bestritt mit einem Mini Cooper S seine ersten Rennen.

Nach seiner aktiven Karriere fand er eine neue Rolle im Paddock. Edwards wurde zu einer Art Meister darin, Sponsorengelder zu generieren.

Er wusste genau, welche Türen er öffnen musste, und so manches Team überlebte nur dank seiner Hilfe. Auch Piloten profitierten von seinen Kontakten. Und er selbst verdiente sich damit seinen Lebensunterhalt.

Die letzten Jahre waren weniger unbeschwert. Ein Schlaganfall zwang ihn zur Distanz von dem Sport, den er so gut kannte. Der größte Schicksalsschlag ereilte ihn jedoch schon früher. Sein Sohn Sean trat in seine Fußstapfen, wurde ein gefeierter Rennfahrer und kam 2013 auf dem Queensland Raceway in Australien ums Leben.

Sean saß als Beifahrer in einem Porsche, um einen jüngeren Piloten zu coachen, als der Wagen nach einem Hochgeschwindigkeitsunfall in Brand geriet.

Dennoch bleibt sein Name unvergessen, schlichtweg weil er im entscheidenden Moment nicht wegsah.

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