Formel 1

FIA passt Reglement kurz vor dem Miami-GP an

FIA passt Reglement kurz vor dem Miami-GP an
The FIA logo is in the paddock during the Formula 1 Aramco Spanish Grand Prix at the Circuit de Barcelona-Catalunya in Barcelona, Spain, on May 30, 2025. (Photo by Gongora/NurPhoto via Getty Images)

FIA greift vor Miami-GP ein: Verbot des Boost-Modus unter anderem beschlossen

Formel 1-Piloten haben bereits seit längerem ihre Besorgnis über das Fahrverhalten der neuen 2026er-Autos auf nasser Strecke geäußert.

Die FIA hat nun auf diese Bedenken reagiert und beschlossen, den Boost-Modus mit sofortiger Wirkung zu verbieten, sobald die Streckenbedingungen als nass eingestuft werden. Die Entscheidung gilt bereits ab dem Rennwochenende in Miami und wurde in einer neuen technischen Richtlinie festgehalten, die den Teams im Vorfeld des Wochenendes zu ging.

Konkret bedeutet dies, dass die Fahrer keinen Zugriff mehr auf das System haben, mit dem sie bis zu 350 kW zusätzliche elektrische Leistung aktivieren können. Die Richtlinie schreibt vor, dass die Boost-Funktion unter nassen Bedingungen vollständig blockiert wird.

Stattdessen regelt ein standardisiertes Motoren-Mapping die Energieabgabe. Dies soll die Leistungskurve berechenbarer machen und plötzliche Beschleunigungsspitzen begrenzen, die bei nassen Bedingungen zu gefährlichen Situationen führen könnten.

Der Anlass für das Verbot ist technischer Natur. Die Hybrid-Antriebseinheiten von 2026 liefern über ihre Elektromotoren ein direktes Drehmoment an die Räder. Mehrere Fahrer haben berichtet, dass dieses Verhalten das Auto beim Herausbeschleunigen aus Kurven instabil macht. Auf nasser Fahrbahn ist dieses Risiko größer als unter trockenen Bedingungen, und die FIA wollte hier nicht länger abwarten.

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Neue Regeln für Aerodynamik und aktive Karosserie

Neben dem Eingriff in das Antriebssystem hat die FIA auch Einschränkungen für die aerodynamischen Systeme auferlegt. Bei geringem Grip darf der Fahrer die verstellbare Karosserie fortan in bestimmten Zonen der Strecke nur noch teilweise aktivieren. Das begrenzt die Verringerung des Luftwiderstands auf den Geraden, hält aber das Heck des Autos stabiler. Die Piloten haben dadurch weniger Einfluss auf die Aerodynamik, gewinnen aber an Vorhersagbarkeit beim Bremsen und Einlenken.

Beide Maßnahmen sind Teil eines breiteren Anpassungspakets, das Mitte der Saison 2026 eingeführt wurde. Zuvor wurden bereits Einschränkungen bei der Nutzung der Batterie und der Energierückgewinnung vorgenommen. Zudem wurde ein Deckel für die Boost-Leistung während des Rennens eingeführt, um große Geschwindigkeitsunterschiede auf der Strecke zu verringern. Die Senkung der maximalen elektrischen Leistungsabgabe von 350 kW auf 250 kW steht als zusätzliche Maßnahme weiterhin im Raum.

Dass die FIA schnell handelt, überrascht niemanden. Nach den Auftaktrennen der Saison traten mehrere Sicherheitsprobleme zu Tage. Fahrer gerieten durch unvorhersehbare Geschwindigkeitsunterschiede auf der Strecke in gefährliche Situationen. Der Automobil-Weltverband steht daher unter Druck, Anpassungen vorzunehmen, die den Sport sicherer machen, ohne die technischen Homologationsregeln zu verletzen. Physische Änderungen an den Motoren sind nämlich bis frühestens 2027 untersagt.

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Miami als erster echter Test im Regen

Das Timing der neuen Regeln ist auffällig. Miami ist bekannt für seine wechselhaften Wetterbedingungen im Frühjahr. Wettervorhersagen deuten auf eine beträchtliche Regenwahrscheinlichkeit während des Rennwochenendes hin. Das macht den Grand Prix in Florida zum ersten echten Test für das überarbeitete Reglement.

Hinzu kommt, dass lokale Protokolle in den USA vorschreiben, dass Sessions bei Blitzeinschlägen in der Umgebung unterbrochen werden müssen. Dies erhöht die Unsicherheit rund um den Zeitplan erheblich. Regen in Kombination mit möglichen Unterbrechungen macht es für die Teams schwierig, Pläne in Bezug auf Strategie und Reifenwahl zu schmieden. Gerade in einem solchen Szenario sind stabile und berechenbare Autos von großer Bedeutung.

Die Fahrer selbst reagierten überwiegend positiv auf den Eingriff der FIA. Sie hatten bereits zuvor Maßnahmen gefordert, die das Auto auf glatter Fahrbahn besser beherrschbar machen. Ob die neue Richtlinie in Miami auch in der Praxis den gewünschten Effekt hat, wird sich schnell zeigen. Der Kurs in Florida ist nicht nur durch seinen Stadtkurs-Charakter fordernd, sondern auch durch den begrenzten Abfluss von Regenwasser auf einigen Streckenabschnitten. Ein echtes Regenrennen würde zu einer direkten Belastungsprobe für die Eingriffe der FIA.

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