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F1-Zoff eskaliert: Teams fordern FIA-Eingreifen gegen Ferrari-Raketenmotor

F1-Zoff eskaliert: Teams fordern FIA-Eingreifen gegen Ferrari-Raketenmotor
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Vorteil für die Scuderia? Mehrere Formel-1-Teams fordern FIA-Intervention gegen Ferrari.

Einem Bericht der italienischen La Gazzetta dello Sport zufolge fordern konkurrierende Teams den Automobilweltverband dazu auf, „Beschränkungen einzuführen“, was die Power Unit der Scuderia betrifft.

Auslöser ist das auffällige Verhalten des neuen Ferrari bei den Wintertests in Bahrain. Vor allem die Startübungen zogen viel Aufmerksamkeit auf sich.

Während der Tests stach besonders die Beschleunigung beim Anfahren hervor. Kommentator David Croft bezeichnete das Auto als „Raketenwerfer“, nachdem er einen Probestart von Lewis Hamilton beobachtet hatte.

Die Ingenieure von Ferrari haben sich für einen kleineren Turbolader entschieden. Dadurch kann der Turbo schneller auf Touren kommen. Das verkürzt die Zeit zwischen dem Tritt aufs Gaspedal und der Freigabe der vollen Leistung.

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Ladedruck

Bei anderen Teams dauert es länger, bis der Turbo den vollen Druck aufbaut. Dies kann laut einigen Beteiligten zu Sicherheitsrisiken beim Start der Rennen führen.

Wenn ein Auto zu langsam wegkommt, besteht die Gefahr von Staus oder sogar liegengebliebenen Fahrzeugen in der Startaufstellung. Helmut Marko deutete bereits an, dass beim Saisonauftakt in Australien möglicherweise ein rollender Start notwendig sein könnte, um Probleme zu vermeiden.

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Nun berichten italienische Medien also, dass die Konkurrenten wollen, dass die FIA „Beschränkungen oder Anpassungen“ für Ferrari einführt. Dabei geht es spezifisch um die 2026er Power Unit, die Anfang März homologiert wird.

Sobald diese Zulassung erteilt ist, darf an dem Motor kaum noch gearbeitet werden. Daher drängen die Rivalen auf schnelle Klarheit.

Auffallend ist, dass Ferrari zuvor selbst die Aufmerksamkeit auf eine andere technische Frage gelenkt hat. Die Scuderia stellte Fragen zum Verdichtungsverhältnis des Mercedes-Motors.

Seitdem tobt eine technische Debatte zwischen den beiden Herstellern.

Mercedes-Pilot George Russell war einer der Ersten, die über die starken Starts von Ferrari spekulierten. Das nährt den Verdacht, dass ausgerechnet Mercedes in den Kommissionssitzungen Druck ausübt.

Offiziell wurde kein Protest eingelegt, aber hinter den Kulissen wird intensiv lobbyiert.

Ferrari selbst sieht keinen Grund für ein Eingreifen. Laut Quellen innerhalb des Teams wurden alle Regeln korrekt befolgt. Von einer Dehnung des Reglements könne keine Rede sein.

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Zudem gibt es intern auch Sorgen wegen der aktuellen Abstimmung. Ein kleinerer Turbo kann bei höheren Geschwindigkeiten nämlich weniger effizient sein. Das könnte auf langen Geraden zu Leistungsverlusten führen. Dennoch kann das Gewinnen mehrerer Positionen beim Start einen entscheidenden Vorteil darstellen.

Trotz der Bestzeit von Charles Leclerc am Abschlusstag der Tests bleibt Mercedes nach Meinung vieler der Favorit. Leclerc fuhr die schnellste Runde des Winters. Kimi Antonelli schloss die Testphase mit der zweitschnellsten Zeit ab.

Dennoch heißt es im Fahrerlager, dass „jeder“ Mercedes nach wie vor als Maßstab ansieht. Russell peilt seinen ersten Weltmeistertitel an und hat dafür möglicherweise die besten Karten.

Die Kräfteverhältnisse werden erst in Melbourne wirklich deutlich werden. Dort beginnt die Saison mit dem Großen Preis von Australien.

Wenn Ferrari seinen Startvorteil behalten kann, ohne dass die FIA eingreift, könnte das für sehr unterhaltsame Rennen sorgen.

Die FIA steht vor einer schwierigen Wahl. Einerseits will der Verband Innovationen fördern. Andererseits muss das Spielfeld ausgeglichen bleiben und die Sicherheit gewährleistet sein. Da die Homologation der neuen Motoren kurz bevorsteht, scheint eine Entscheidung unumgänglich.

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