Formel 1

F1 plant Radikalkur beim Qualifying: „Das ist beängstigend“

F1 plant Radikalkur beim Qualifying: „Das ist beängstigend“

Energiemanagement macht Qualifying-Runden „beängstigend“: Haas-Teamchef Komatsu warnt.

Das neue Formel-1-Reglement für 2026 bringt massive Herausforderungen beim Energiemanagement mit sich. Laut Haas-Teamchef Ayao Komatsu drohen deshalb vor allem im Qualifying große Überraschungen.

Bei den jüngsten Testfahrten in Barcelona wurde schnell deutlich, dass der Energiehaushalt der neuen Boliden extrem sensibel reagiert. Das geht so weit, dass bereits ein kleiner Fehler in der Aufwärmrunde den kompletten Qualifying-Run ruinieren kann.

Laut Komatsu können minimale Fehlentscheidungen während der Outlap, wie eine falsche Einschätzung der Geschwindigkeit oder des Beschleunigungsverhaltens, zu einem Zeitverlust von einer halben Sekunde oder mehr führen. In einem Feld, in dem Zehntelsekunden über Q3 oder das Aus in Q1 entscheiden, ist das eine Welt.

„Wenn etwas schiefgeht, sieht man das sofort“, sagte Komatsu.

„Wenn jemand seine Qualifying-Runde auf der Start-Ziel-Geraden beginnt und in Richtung Kurve 1 keinen Speed aufnimmt, weiß man sofort, dass in der Vorbereitung etwas schiefgelaufen ist.“

„Wir reden hier nicht über Zehntel, sondern über fünf, sechs oder sogar sieben Zehntelsekunden Verlust. Das ist das Beängstigende.“

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Energie am Limit

Die neuen Hybrid-Antriebseinheiten für 2026 setzen auf eine 50/50-Verteilung zwischen Verbrennungsmotor und elektrischer Energie. Diese elektrische Energie, die in der Batterie gespeichert ist, steht jedoch nur begrenzt zur Verfügung.

Die Teams haben herausgefunden, dass selbst im Qualifying, wo normalerweise alles am Limit abläuft, ein haushalten mit der Batteriekapazität entscheidend ist.

Das Problem: Die Runde, in der sich der Fahrer auf seinen schnellen Versuch vorbereitet – die sogenannte Outlap -, darf keine unnötige Energie verbrauchen. Jeder falsche Tritt aufs Gaspedal, jede zu frühe Beschleunigung aktiviert die MGU-K und verbraucht wertvolle elektrische Energie.

Dabei ist es nicht einfach eine Frage der Betätigung eines Knopfes. Das Regelsystem ist so ausgelegt, dass der Batterieverbrauch ab einer bestimmten Gaspedalstellung automatisch startet.

Die Folge ist ein Spannungsfeld für den Piloten. Er muss schnell genug fahren, um die Reifen auf Temperatur zu bringen, innerhalb des maximalen Zeitdeltas bleiben und Verkehr vermeiden – gleichzeitig muss er aber so vorsichtig wie möglich mit dem Gaspedal umgehen.

„Es gibt einen direkten Konflikt zwischen dem, was der Fahrer tun muss, und dem, was das System zulässt“, so Komatsu.

Haas machte diese Erfahrung in Barcelona bereits frühzeitig bei den Qualifying-Simulationen. Laut Komatsu ist vor allem der letzte Teil der Strecke, in diesem Fall der Sektor um Kurve 14, ausschlaggebend.

„Wenn man dort nicht genug Schwung mitnimmt, kommt man mit zu wenig Speed auf die Gerade. Dann beginnt man seine schnelle Runde bereits mit einem Rückstand.“

„Gibt man dort hingegen zu viel Gas, verbraucht man Energie, die man eigentlich auf der schnellen Runde benötigt. Man verschwendet seine Batterie.“

Auf Strecken wie Baku wird die Aufgabe noch schwieriger. Dort bietet der Stadtkurs enge Abschnitte, in denen elektrische Energie keinen Vorteil bringt, gefolgt von einer extrem langen Geraden, auf der genau diese Energie essenziell ist.

„Wenn man im Bereich um das Schloss versehentlich zu viel Gas gibt und die Batterie aktiviert, hat man auf der Geraden nichts mehr übrig. Dann ist man erledigt“, warnt Komatsu.

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