Formel 1

„Er hätte nicht mehr am Leben sein dürfen“: Komatsu spricht über den Unfall seines F1-Freundes

„Er hätte nicht mehr am Leben sein dürfen“: Komatsu spricht über den Unfall seines F1-Freundes
BAHRAIN, BAHRAIN - NOVEMBER 29: A fire is pictured following the crash of Romain Grosjean of France and Haas F1 during the F1 Grand Prix of Bahrain at Bahrain International Circuit on November 29, 2020 in Bahrain, Bahrain. (Photo by Bryn Lennon/Getty Images)

Ayao Komatsu blickt auf den Horror-Unsturz von Romain Grosjean in Bahrain zurück.

Haas F1-Teamchef Ayao Komatsu war im Jahr 2020 noch als Renningenieur für das Team tätig, als Romain Grosjean einen der beängstigendsten Unfälle der jüngeren Formel-1-Geschichte erlebte.

In der Eröffnungsrunde des Großen Preises von Bahrain schlug Grosjean mit hoher Geschwindigkeit in die Leitplanke ein, wobei sein Bolide in zwei Teile riss und sofort in Flammen aufging. Wie durch ein Wunder gelang es dem Franzosen, sich innerhalb weniger Sekunden aus dem Flammenmeer zu befreien.

Im Podcast High Performance sprach Komatsu über die Panik, den Unglauben und das intensive Gefühl der Machtlosigkeit, das er während und nach dem Unfall empfand.

„Ich wusste im ersten Moment nicht, dass es Romain war. Und sobald mir klar wurde, dass er es war, dachte ich: ‚Er kann nicht mehr am Leben sein‘. Er ist mein Freund, verstehst du?“

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Komatsu suchte den Kontakt, bevor es ins Krankenhaus ging

Komatsu betrachtete Grosjean nicht nur als einen Fahrer, mit dem er zusammenarbeitete, sondern auch als Freund. Das machte den Moment umso schwerer. Von der Boxenmauer aus konnte er nichts tun und hatte keinen direkten Kontakt zu Grosjean. Das Einzige, was er tun konnte, war warten.

https://www.instagram.com/reel/DFd9EpFSPg8

„Es kam mir wie eine Ewigkeit vor. Ich sah ihn nicht aus dem Auto steigen.“

„Aber dann sagte einer der Renningenieure über Funk: ‚Nein, nein, Romain ist raus. Romain ist raus.’“

Dennoch konnte Komatsu es kaum glauben, bis er es mit eigenen Augen sah. Deshalb suchte er nach dem Vorfall sofort das Gespräch mit seinem Fahrer, noch bevor dieser per Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht wurde.

„Ich bin dann zu ihm gegangen. Ich konnte ihn gerade so sehen und er winkte mir zu. Er war im Medical Center.“

„Ich stand direkt davor, und der Verantwortliche dort ließ mich bis zu einem gewissen Punkt hinein. Dann sah er mich und gab mir ein Zeichen der Anerkennung.“

Auch Teamkollege Kevin Magnussen konnte das Geschehene kaum fassen und sagte, dass er ihn sehen müsse, um es glauben zu können. Sie fuhren gemeinsam ins Krankenhaus.

„Kevin sagte: ‚Ich kann es einfach nicht glauben, dass er noch lebt.‘ Also sagte er: ‚Wir müssen ins Krankenhaus, um ihn zu sehen.‘ Und ich fühlte genau dasselbe.“

Für Komatsu war es wichtig, sich selbst zu vergewissern, dass sein Freund und Fahrer überlebt hatte. Auch, um dessen Frau beruhigen zu können.

„Ich wollte es einfach mit eigenen Augen sehen, damit ich seiner Frau sagen konnte: ‚Ich habe ihn gesehen, er lebt noch.’“

Als das Wrack später in die Garage zurückgebracht wurde, bot sich Komatsu ein schauriges Bild. Die Überreste des Haas waren verkohlt, in der Mitte durchgebrochen und verbreiteten einen schrecklichen Geruch.

„Der Geruch war unerträglich. Furchtbar. Absolut ekelhaft. Dieser Geruch von verbranntem Butylkautschuk ist schrecklich.“

Was ihn jedoch am meisten traf, war das, was er im Chassis vorfand.

„Romains Schuhe steckten noch hinter dem Pedal fest. Sein linker Fuß war während des Crashs hinter dem Pedal eingeklemmt.“

„Er musste sich nach vorne beugen, sich irgendwo festhalten und sich selbst losreißen.“

„Dabei ist sein Fuß aus dem Schuh gerutscht. Die Rennschuhe befanden sich immer noch im Cockpit, hinter dem Pedal.“

„Danach hat er seine linke Hand in die Flammen am Halo gestreckt, sich abgestoßen und ist herausgekommen.“

Dieser Moment bleibt für Komatsu eine der bewegendsten Erfahrungen seiner Karriere in der Formel 1. Die Kombination aus Freundschaft, Angst, Erleichterung und der Erkenntnis, wie nah der Tod war, hat einen tiefen Eindruck bei ihm hinterlassen.

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