Formel 1

Eilmeldung: FIA passt F1-Reglement an und gibt Verstappen recht

Eilmeldung: FIA passt F1-Reglement an und gibt Verstappen recht
AUTODROMO NAZIONALE, MONZA, ITALY - 2025/09/07: FIA presiden Mohammed Ben Sulayem gestures during the F1 Grand Prix of Italy . (Photo by Marco Canoniero/LightRocket via Getty Images)

Reform des technischen Reglements: FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem bestätigt nach intensiven Verhandlungen mit Teams und Fahrern weitreichende Änderungen

Die Entscheidung fiel am Montag bei einem entscheidenden Treffen, an dem alle Hauptakteure an einem Tisch saßen.

Auslöser für die Dringlichkeitssitzung war die anhaltende Kritik an den neuen Power Units, die ihre Energie zu jeweils 50 Prozent aus einem Verbrennungsmotor und einem elektrischen System beziehen.

Diese Aufteilung zwingt die Piloten bereits im Qualifying zum Lift-and-Coast sowie zum sogenannten Super-Clipping auf den Geraden, wobei die Leistung in ungünstigen Momenten abrupt abfällt.

Fans sprechen bereits seit Wochen von künstlichem Racing. Die Fahrer selbst beklagen ein unvorhersehbares Fahrverhalten und gefährliche Geschwindigkeitsunterschiede zwischen Autos, die Energie rekuperieren, und jenen, die gerade voll attackieren.

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Crash von Bearman wirkte als Beschleuniger

Die Alarmglocken schrillten endgültig nach dem schweren Unfall von Oliver Bearman beim Grand Prix von Japan. Der Haas-Pilot kollidierte mit Franco Colapinto und musste einen Einschlag von 50G verkraften.

Die FIA räumte nachträglich ein, dass der enorme Geschwindigkeitsunterschied zwischen beiden Fahrzeugen, bedingt durch die unterschiedliche Energiestrategie, eine Rolle bei der Kollision spielte. Dieser Vorfall gab den Ausschlag, die Diskussion über die Sicherheit des Reglements final voranzutreiben.

Die erzwungene fünfwöchige Pause wurde von allen Parteien genutzt, um die Situation zu bereinigen. Am Freitag sprachen FIA-Vertreter ausführlich mit den Fahrern. Am Montag folgte die entscheidende Sitzung mit Teamchefs, CEOs und Motorenherstellern.

Die daraus resultierenden Vorschläge gehen nun an den World Motor Sport Council, der per elektronischer Abstimmung darüber entscheidet. Ziel ist es, die Änderungen rechtzeitig zum Grand Prix von Miami am 3. Mai umzusetzen.

Was wird die FIA anpassen?

An welchen Stellschrauben exakt gedreht wird, ist noch nicht öffentlich bekannt. Klar ist jedoch, dass die FIA das Reglement zum Energiemanagement überarbeitet. Streckenspezifische Limits für die Energierückgewinnung gehören zu den Optionen. Auch eine Senkung der maximalen elektrischen Leistungsabgabe wird geprüft, während ein breiterer Einsatz der aktiven Aerodynamik ebenfalls zur Debatte steht.

Eine fundamentale Verschiebung der 50-50-Verteilung auf etwa 60-40 zugunsten des Verbrennungsmotors wurde bereits verworfen. Den Motorenlieferanten fehlt schlichtweg die Zeit, ihre Power Units neu zu kalibrieren, zudem untersagen die Homologationsregeln Hardware-Eingriffe bis mindestens 2027.

George Russell gab sich im Vorfeld kämpferisch. Der Mercedes-Pilot bezeichnete einige Anpassungen als leicht umsetzbar und verwies vor allem auf die Reduzierung von Lift-and-Coast sowie die Verringerung der Geschwindigkeitsunterschiede. „Das Minus-350-Kilowatt-Super-Clip ist ein No-Brainer, und allein damit verhindert man schon eine Menge Lift-and-Coast“, so Russell.

FIA-Präsident Ben Sulayem zeigt sich zufrieden

In seiner Reaktion nach dem Treffen lobte Ben Sulayem die Geschwindigkeit, mit der alle Parteien eine Einigung erzielt haben.

„Ich möchte jeden innerhalb des Formel-1-Ökosystems loben, vom FIA-Stab und den Teams bis hin zu den Fahrern und Motorenherstellern, für die konstruktive und gemeinschaftliche Arbeit, die in sehr kurzer Zeit geleistet wurde“, wird der FIA-Präsident von PlanetF1 zitiert.

Ben Sulayem räumte ein, dass die unfreiwillige Pause den Prozess beschleunigt hat. „Obwohl wir aufgrund von Umständen außerhalb des Sports mit einer unerwarteten Lücke im Kalender konfrontiert waren, sind alle Beteiligten voll engagiert geblieben, um im Sinne der Formel 1 zu handeln“, so der Vorsitzende.

„Mehr denn je standen die Fahrer im Mittelpunkt dieser Diskussionen, und ich möchte ihnen für ihren wertvollen Beitrag danken.“

„Diese Anpassungen wurden vorgenommen, um die Probleme anzugehen, die wir in der Anfangsphase gesehen haben, und um die Qualität sowie die Integrität des Wettbewerbs zu gewährleisten“, erklärte Ben Sulayem.

Ist Max Verstappen damit zufrieden?

Die Frage bleibt natürlich, ob die Anpassungen ausreichen, um die skeptischen Piloten zu beruhigen. Max Verstappen, der bereits früher in dieser Saison durchblicken ließ, dass ihm das Racing weniger Spaß macht als zuvor, beharrt darauf, dass sich am 2026er-Reglement etwas Grundsätzliches ändern muss.

Ob die nun vereinbarten Eingriffe dieses Gefühl entkräften können, wird sich ab Miami zeigen.

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