Formel 1

Christian Horner will F1-Team für 7,5 Milliarden Euro kaufen

Christian Horner will F1-Team für 7,5 Milliarden Euro kaufen
LONDON, UNITED KINGDOM - MAY 08: (EMBARGOED FOR PUBLICATION IN UK NEWSPAPERS UNTIL 24 HOURS AFTER CREATE DATE AND TIME) Christian Horner attends a Service of Thanksgiving for the life and work of Sir Stirling Moss at Westminster Abbey on May 8, 2024 in London, England. The former Formula 1 motor-racing driver died on 12 April 2020, during the Covid pandemic, in London at the age of 90. (Photo by Max Mumby/Indigo/Getty Images)

Horner findet finanzstarke Investoren für Red-Bull-Übernahmeplan

Christian Horner ist finanziell bereit für eine Rückkehr in die Formel 1. Der ehemalige Teamchef von Red Bull Racing hat offenbar Milliardäre im Rücken, die bereit sind, die Übernahme eines F1-Teams zu finanzieren. Doch der Weg zurück ist weniger einfach, als es diese finanzielle Unterstützung vermuten lässt.

Horner verließ Red Bull im vergangenen Jahr nach mehr als zwanzig Jahren an der Spitze des Teams. In dieser Zeit entwickelte er sich zu einer der prägendsten Figuren des Sports. Unter seiner Leitung gewann das Team vier Konstrukteurstitel in Folge mit Sebastian Vettel und kehrte später mit Max Verstappen erneut an die Spitze zurück.

Bei seinem Abschied einigte er sich auf eine Abfindung von rund 90 Millionen Euro. Teil dieser Vereinbarung ist ein vorübergehendes Tätigkeitsverbot im Fahrerlager. Diese Sperre läuft Ende Mai 2026 aus, wonach er formell frei ist, sich wieder in der Welt des Motorsports zu engagieren.

Seine Ambitionen scheinen jedoch grundlegend andere zu sein als zuvor. Eine Rückkehr als angestellter Teammanager bei einem anderen Rennstall kommt nicht infrage. Horner will als Eigentümer zurückkehren. Laut der britischen Zeitung The Sunday Times verfügt er über ausreichend finanzielle Rückendeckung, um jedes Team im Grid zu übernehmen, sollte sich die Gelegenheit ergeben.

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Eine Hürde, die es zu nehmen gilt

Die größte Herausforderung dabei ist es, eine verkaufsbereite Partei zu finden. Horner soll sich durch seine lange und teils turbulente Karriere in der Formel 1 „Feinde gemacht haben“, was einige Teambesitzer zögern lässt. Sein Abschied bei Red Bull verlief alles andere als geräuschlos. Es kursierten Gerüchte über interne Konflikte und eine Untersuchung wegen unangemessenen Verhaltens. Obwohl diese Untersuchung keine belastbaren Ergebnisse lieferte, hinterließ sie in bestimmten Kreisen des Paddocks einen Makel an seinem Namen.

Der F1-Markt bietet zudem kaum Angebot. Teams wie Williams und Sauber haben bereits Eigentümer gefunden oder befinden sich mitten im Umbruch. Williams ist mittlerweile vollständig im Besitz der US-Investmentfirma Dorilton Capital und Sauber vollzieht den Übergang zum Audi-Werksteam. Haas steht nicht zum Verkauf und die großen Konstrukteure wie Ferrari und Mercedes sind ohnehin außer Reichweite. Das schränkt den Spielraum für Horner massiv ein.

Dennoch gibt es Möglichkeiten. Der Einstieg neuer Teams steht schon länger auf der F1-Agenda. Der Sport wächst in der Popularität massiv, auch dank der Netflix-Serie Drive to Survive, und der kommerzielle Rechteinhaber Liberty Media hat Interesse an einer Erweiterung des Feldes auf elf oder sogar zwölf Teams gezeigt.

Sollte ein neuer Startplatz vergeben werden, könnte dies für Horner eine Option sein, auch ohne die Kooperation eines bestehenden Teams einzusteigen. Das US-Projekt Andretti Global versucht seit Jahren vergeblich den Zutritt, und dieser Fall zeigt, wie komplex diese Route ist – aber auch, dass sie grundsätzlich machbar bleibt.

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MotoGP als Alternative

Neben der Formel 1 soll Horner auch die MotoGP als mögliches Terrain sondieren. Das ist ein Sport, der sich derzeit stark im Wandel befindet. Mehrere Teams suchen neue Investoren und die kommerzielle Struktur wirkt attraktiver als noch vor einigen Jahren. Für jemanden mit seiner Erfahrung im Spitzenrennsport und seinem weitreichenden Netzwerk in der Sportwelt ist ein Schritt in die Motorrad-Königsklasse kein undenkbarer Schachzug.

Zudem zieht die MotoGP immer mehr große Namen an. Hersteller wie Ducati und KTM dominieren die Meisterschaft, und die Zuschauerzahlen in Europa und Asien wachsen stetig. Für einen Investor mit einer nachgewiesenen Erfolgsbilanz im Motorsport bietet die Serie neben dem sportlichen Aspekt reale kommerzielle Chancen. Horner würde dort als Newcomer zudem weniger Altlasten mitbringen als in der Formel 1, wo ihn seine Vergangenheit für manche weniger attraktiv macht.

Die Uhr tickt

In etwa einem Monat kann Horner legal wieder in der Welt des schnellsten Sports der Welt in Erscheinung treten. Ob er bis dahin bereits konkrete Pläne hat, steht noch nicht fest, aber die Vorbereitungen laufen offensichtlich auf Hochtouren. Seine finanziellen Unterstützer stehen bereit und die Motivation für ein Comeback scheint ungebrochen. Die kommenden Wochen werden zeigen, welche Richtung er einschlägt und ob ein Team oder ein Investor bereit ist, ihm diese Chance tatsächlich zu geben.

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